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Harninkontinenz

Foto: Kalle Kolodziej – Fotolia.comDie Harninkontinenz ist eine stark einschränkende Beeinträchtigung, die bei Frauen eher im mittleren Alter, bei Männern häufiger im höheren Alter auftritt. Die Auswirkungen auf die Lebensqualität sind mannigfaltig.

25 Prozent aller Frauen und zehn Prozent aller Männer sind im Laufe ihres Lebens von Inkontinenz betroffen. Während im mittleren Lebensabschnitt häufiger Frauen betroffen sind, kommt es ab dem 70. Lebensjahr bei Männern mit einer Prävalenz von bis zu 40 Prozent sogar häufiger zum Harnverlust. Abgesehen von der Beeinträchtigung gibt es auch Auswirkungen auf verschiedene körperliche und sportliche Aktivitäten wie das Sexualleben und teilweise auch das Berufsleben. Selbst im heimischen Umfeld besteht oft die Notwendigkeit zu spezieller Unterwäsche oder Bettwäsche, dementsprechend kommt es zum Verlust des Selbstwertgefühls bis hin zu depressiven Zuständen. Als Folge kommt es zu einer Verringerung der sozialen Interaktion, der Lebensradius wird teilweise um die Verfügbarkeit von Toiletten geplant.
Das Bewusstsein um die Wichtigkeit der Behandlung dieses Zustandsbildes hat sich in den vergangen Jahrzehnten geschärft. Mit der Gründung der Medizinischen Kontinenzhilfe Österreich 1990 wurde auch eine entsprechende Plattform geschaffen. Wie in vielen Gesundheitsfragen kam es zuerst bei der weiblichen Bevölkerung zu einer Bewusstseinsbildung und Enttabuisierung des Themas. Mit einer entsprechenden Verspätung hat etwa seit dem Jahr 2000 nun auch bei der männlichen Bevölkerung ein solcher Prozess eingesetzt.
Bei der operativen Therapie der weiblichen Inkontinenz hat in den vergangenen zehn bis 15 Jahren ein deutlicher Paradigmenwechsel von klassisch-chirurgischen Methoden hin zur Implantation von spannungsfreien suburethralen Bändern stattgefunden, die heute den Goldstandard darstellen und auch in den Leitlinien entsprechend verankert sind, wobei sowohl der retropubische wie auch der transobturatorische Zugangsweg hohe Erfolgsraten aufweisen. Die Verwendung sogenannter „Mini-Slings“ erfreut sich auch zunehmender Beliebtheit, wenngleich hier große Unterschiede bei den verschiedenen Produkten zu beachten sind. Heute stehen auch für den Mann eine Reihe verschiedener und von der Wirkungsweise her durchaus unterschiedlicher Therapiemöglichkeiten zur Verfügung.
Die vorliegende Arbeit soll einen Überblick über den derzeitigen Stand der operativen Therapiemöglichkeiten bieten, nicht zuletzt um zu zeigen, dass kaum eine Inkontinenzsituation nicht erfolgreich adressiert werden kann. Da die chirurgische Therapie fast ausschließlich zur Behandlung der Belastungsinkontinenz eingesetzt wird, andererseits aber das Zustandsbild der überaktiven Blase (ÜAB) eine Domäne der medikamentösen Therapie darstellt, wird die Frage der konservativen Therapiemöglichkeiten mit der notwendigen Differenzierung zwischen Mann und Frau in der nächsten CliniCum-urologie-Ausgabe gesondert behandelt werden.

Harninkontinenz bei der Frau

Die weibliche Harninkontinenz gehört zu den häufigsten Leiden überhaupt. Beckenbodenerkrankungen der Frau schlagen laut populationsbezogenen Studien bei bis zu 25 Prozent zu Buche. Die Prävalenzen der Harn- bzw. Stuhlinkontinenz sowie des Beckenorganprolapses liegen bei 15 bzw. neun sowie drei Prozent. Diese Daten sind insofern von Bedeutung, als diese Erkrankungen mit einem gewissen Tabu verbunden sind. Betroffene schweigen sich beim Arztbesuch meist über ihre Kontinenz- und Beckenbodenprobleme aus, der Verlust der Kontrolle über die Ausscheidungsfunktion ist ihnen peinlich, oft mit sozialem Rückzug verbunden. Die Beeinträchtigung der Lebensqualität ist mitunter beträchtlich.

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