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Harnblasenkarzinom: Indikation Chemotherapie

HarnblasenkarzinomDie breite molekulargenetische Heterogenität des Harnblasenkarzinoms drückt sich in einer großen pathohistologischen Varianz aus. Dies kann zu einer raschen Resistenz gegen die herkömmlichen Chemotherapieschemata führen.

Das Harnblasenkarzinom ist die fünfthäufigste Tumorerkrankung und betrifft Männer drei- bis viermal häufiger als Frauen, deren Tumorstadium bei Erstdiagnose allerdings höher und damit mit einer schlechteren Prognose behaftet ist. Mehr als 70 Prozent aller Blasenkarzinome sind initial oberflächlich, während 30 Prozent muskelinvasiv imponieren und mit einer höheren Metastasierungsrate sowie Mortalität einhergehen. Pathohistologisch handelt es sich um Transitionalzellkarzinome, die in zahlreichen Varianten auftreten können und molekulargenetisch verschiedene Ursprünge aufweisen. Dies wiederum kann in unterschiedlichem Ansprechen auf die gängigen Chemotherapieschemata resultieren.

Muskelinvasives Blasenkarzinom

Das muskelinvasive Blasenkarzinom kann in den organbegrenzten Stadien T1–3 mit einer radikalen Zystoprostatektomie und einer ausgedehnten pelvinen Lymphadenektomie mit einem Fünf-Jahre-Gesamtüberleben mit 50 bis 80 Prozent erfolgreich behandelt werden. Die daraus resultierende hohe Rezidivrate ist vor allem systemischer Natur: die Metastasierungsrate ist höher als die stadienabhängige Lokalrezidivrate (5–16 Prozent). Die systemische Chemotherapie ist im metastasierten Stadium, aber auch beim lokalen und regional fortgeschrittenen Stadium sowie im neoadjuvanten und adjuvanten Setting indiziert. Ist bereits eine Metastasierung nachweisbar, muss der palliative Charakter dieser Behandlung in zirka 80 Prozent der Fälle akzeptiert werden. Lediglich knapp ein Fünftel der Patienten erreicht ein Langzeitüberleben über fünf Jahre. Voraussetzung ist ein sehr guter Performancestatus, eine suffiziente Nierenfunktion (GFR >60ml/min) und das Fehlen viszeraler Metastasen.

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