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Damit das Blut gerinnt

BlutBlutgerinnungshemmer werden in drei große Gruppen eingeteilt: Antikoagulanzien, Thrombozytenfunktionshemmer und Fibrinolytika. Den stärksten Umbruch der letzten Jahre in der Hemmung der Blutgerinnung stellt die Einführung der direkten oralen Antikoagulanzien (DOAKs) dar.

Antikoagulanzien

Diese hemmen die Bildung bzw. Wirkung von Gerinnungsfaktoren. Zur Gruppe der Antikoagulanzien zählen die direkt wirkenden (Heparin, Heparinoide, Fondaparinux, Argatroban), die indirekt wirkenden (Cumarine) sowie die DOAKs.

Heparine werden entweder als unfraktionierte Heparine (UFH, Standardheparin; Molekulargewicht: 6.000 bis 30.000 Dalton) oder als niedermolekulare Heparine (NMH; Molekulargewicht: <6.000 Dalton) angewendet. Sowohl UFH als auch NMH binden an Antithrombine, vorwiegend Antithrombin III, wodurch es zu einer Inaktivierung aktivierter Gerinnungsfaktoren kommt. UFH inaktiviert im Gegensatz zu NMH zusätzlich den Faktor II, was den rascheren Wirkeintritt von UFH gegenüber NMH erklärt.
Heparin wird u.a. zur Prophylaxe und Therapie von Thrombosen und Embolien, beim akuten Koronarsyndrom (ACS), als Antikoagulans bei Dialyse oder zur Therapie der disseminierten intravasalen Koagulation eingesetzt. In der Prophylaxe und auch Therapie thromboembolischer Ereignisse wurde UFH weitgehend von NMH abgelöst. Die Therapiekontrolle erfolgt bei UFH mittels aPPT (1,5- bis 2,5-fache Verlängerung), bei NMH über die Anti- Faktor-Xa-Aktivität (therapeutischer Bereich 0,5–1U/l). Die Therapieunterbrechung erfolgt mit Protamin.
Fondaparinux. Durch Reduktion des Heparins auf ein immer noch gerinnungswirksames Pentasaccharid liegt mit Fondaparinux eine synthetisch hergestellte Alternative zu NMH vor. Die Therapiekontrolle erfolgt hier über die Anti-Faktor-Xa-Aktivität. Fondaparinux kann durch Protamin nicht antagonisiert werden.
Danaparoid inaktiviert den Faktor Xa und weist einen ähnlichen Wirkmechanismus wie Heparin auf. Es wird zur Thromboseprophylaxe bei Patienten mit bestehender oder vorangegangener Heparin-induzierter Thrombozytopenie (HIT) angewendet. Die Therapiekontrolle erfolgt über die Anti-Faktor-Xa-Aktivität. Antidot ist gefrorenes Frischplasma.
Argatroban, ein synthetischer direkter Thrombininhibitor, wird als Infusion verabreicht und zur Antikoagulation bei HIT Typ II, die einer intravenösen Therapie bedarf, eingesetzt.

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