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Geringe Eizell-Anzahl korrelliert mit höherem Framingham-Wert

Herzerkrankungen, die weltweit bei Frauen als die häufigste Todesursache gelten, könnten einer aktuellen Studie zufolge früher diagnostiziert werden, wenn man die Anzahl der Eizellen bestimmt. Frauen, deren Eizellen nur mehr in geringem Maße vorhanden sind, weisen nämlich häufig auch einen höheren Framingham-Score und kürzere Telomere auf, die wiederum ein Indiz für Herzerkrankungen, Demenz, Krebs und eine niedrigere Lebenserwartung sein können. Bei Frauen mit wenigen Eizellen wird auch von einem erhöhten Risiko für altersbedingte Erkrankungen ausgegangen.

© iStockphoto, Eraxion

Setzt die Menopause früh ein, steigt das Risiko für Herzerkrankungen.

Bei der 70. Jahrestagung der American Society for Reproductive Medicine (ASRM), die von 18. bis 22. Oktober in Honolulu stattfindet, wurde eine Studie präsentiert, der zufolge die Anzahl der Eier in den Eierstöcken der Frau verrät, wie schnelldir Zellen altern. Dies reflektiert auch das Risiko der Entwicklung von Herzkrankheiten.

Marcelle Cedars vom University of California San Francisco Center for Reproductive Health zieht in Erwägung, dass Frauen, die früh in die Menopause kommen, mit einer anderen Geschwindigkeit altern. Der Eierstock könne auf die Prozesse des Alterns empfindlicher reagieren als andere Organe, so die Reproduktionsmedizinerin.

Das kalifornische Forscherteam sammelte für die Untersuchung Blutproben von 1.100 Frauen im Alter von 25 bis 45 Jahren, welche weder die Wechseljahre erreicht hatten noch sich bereits in der Menopause befanden. Zusätzlich zur Messung der Menge des Anti-Müller-Hormons (AMH), das anzeigt, wie viele Eier sich noch in den Eierstöcken befinden, bestimmten die Wissenschafler auch das zelluläre Alter jeder Frau durch Beobachtung der Länge der Telomere.

Drei bis fünf Jahre danach berechneten die Forscher die Framingham-Scores für 250 der Frauen in der ursprünglichen Gruppe. Dieser Score zeigt die Risikofaktoren für Herzerkrankungen, Cholesterinspiegel, Blutdruck und Körpergewicht an.

Bei Frauen mit einer niedrigeren Anzahl an Eiern wurde eine höhere Punktezahl nach Framingham registriert, zudem waren deren Telomere im Vergleich  Probandinnen mit einer höheren Eierzahl kürzer. Jene, bei denen die Menopause vor dem 46. Lebensjahr begann, entwickelten doppelt so häufig Herzkrankheiten als Frauen, bei denen die Wechseljahre später einsetzen.

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Es gibt auch eine Evidenz, dass die Länge der Telomere das Risiko einer Person für Herzerkrankungen, Demenz, Krebs und vorzeitigen Tod anzeigen kann. Kürzlich hat etwa eine an der University of California San Francisco durchgeführte Studie ergeben, dass der Konsum von Soda die Telomere verkürzen und zu frühzeitigem Tod führen kann. (siehe American Journal of Public Health vom 16. Oktober).

Nach Angaben der American Heart Association versterben weltweit die meisten Frauen an Herzerkrankungen. Nach der Menoause steigt die Gefahr der Entwicklung von Herzkrankheiten dramatisch an. Da Frauen mit einer Herzerkrankung in der Regel später als Männer diagnostiziert werden, könnte die Bestimmung der Anzahl der Eizellen als Frühindikator verwendet werden.

 

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Quelle: Manson J, Cedars M, et al. Annual Meeting of the American Society for Reproductive Medicine, 2014, Medical Daily, New Scientist

Quelle: pte