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Eslicarbazepinacetat bei pharmakoresistenter Epilepsie

Die Substanz Eslicarbazepinacetat wirkt im Tiermodell und in Hirngewebe von therapieresistenten Epilepsiepatienten anfallsreduzierend und verhindert die Chronifizierung der Anfallsleiden.

    Eslicarbazepinacetat kann im Mausmodell und in humanen Gewebeproben Medikamentenresistenzen überwinden und möglicherweise den Verlauf von Epilepsien günstig beeinflussen.

Eslicarbazepinacetat kann im Mausmodell und in humanen Gewebeproben
Medikamentenresistenzen überwinden und möglicherweise den Verlauf
von Epilepsien günstig beeinflussen.

Im Fachmagazin “Brain” stellen Forscher des Universitätsklinikums Bonn und der Universität Porto eine Studie mit dem Wirkstoff Eslicarbazepinacetat bei pharmakoresistenter Epilepsie vor.

Carbamazepin gehört zu den gängigen Medikamenten, gegen das ein Teil der Epilepsiepatienten resistent ist. Viele der derzeit verfügbaren Antiepileptika zielen auf spannungsgesteuerte Natriumkanäle, was zu einer geschwindigkeitsabhängigen Suppression der neuronalen Entladungen führt. Auf der Suche nach Behandlungsalternativen untersuchten die deutschen und portugiesischen Forscher Abkömmlinge von Carbamazepin wie auch das zugelassene Antiepileptikum Eslicarbazepinacetat. Dieses wird im humanen Organismus zu Acetat und Eslicarbazepin, dem eigentlichen Wirkstoff, zersetzt. An menschlichen Gewebeproben und Ratten mit Epilepsiesymptomen belegten die Wissenschaftler, dass die Wirkung des Antiepileptikums Eslicarbazepinacetat bei einmal täglicher Verabreichung erhalten bleibt.

Indem sich Strukturen im Gehirn umbilden, kann sich bei Ratten und Mäusen nach einem heftigen Krampfanfall allmählich eine chronische Epilepsie entwickeln. Die Versuchsttiere erhielten nach einem ersten großen epileptischen Anfall für einige Wochen Eslicarbazepinacetat. Bei diesen Nagern zeigte sich im Gegensatz zu unbehandelten Tieren durch die frühe Medikamentengabe in der Folge eine dauerhafte Reduktion der Anfallsschwere und -häufigkeit, zudem gingen weniger Nervenzellen verloren.

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Nun muss noch überprüft werden, ob Eslicarbazepinacetat auch bei Menschen die Schwere des Verlaufs und die Entstehung von Epilepsien reduzieren kann.

Anna Doeser, Gesa Dickhof, Margit Reitze, Mischa Uebachs, Christina Schaub, Nuno Miguel Pires, Maria João Bonifácio, Patrício Soares-da-Silva, Heinz Beck
Targeting pharmacoresistant epilepsy and epileptogenesis with a dual-purpose antiepileptic drug
Brain, First published online: 3 December 2014, DOI: http://dx.doi.org/10.1093/brain/awu339

Quelle: Universität Bonn

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