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Enuresis

TeddybärEine strikte Trennung zwischen Bettnässen und Tagessymptomatik bzw. Inkontinenz ist bei Kindern oft nicht möglich. Daher muss bei nächtlicher Symptomatik auch immer gezielt nach einer Tagessymptomatik gefragt werden. Eine Übersicht zur Diagnostik und zu aktuellen Therapieoptionen.

In Österreich gibt es schätzungsweise 60.000 bis 70.000 von Harninkontinenz bzw. Enuresis betroffene Kinder. Laut Literatur sind rund 20 Prozent der Fünfjährigen nachts noch teilweise nass. Zwar ist Bettnässen eine Erkrankung mit einer hohen spontanen Remissionsrate von 15 Prozent pro Jahr, der soziale und psychologische Druck auf die Betroffenen und die Familien ist aber im Zeitalter von strukturierten Kinderlebensläufen enorm. Nasse Windeln führen zu sozialem Rückzug und Verhaltensauffälligkeiten und bergen ein innerfamiliäres Konfliktpotenzial.

Definition

Bei den Funktionsstörungen des unteren Harntraktes (LUT) unterscheidet die International Children’s Continence Society (ICCS) Störungen der Speicherphase, wie herabgesetzte oder gesteigerte Miktionsfrequenz, Inkontinenz, Drangsymptomatik und Nykturie von Störungen der Entleerungsphase wie Startverzögerung, abgeschwächter oder intermittierender Harnstrahl, Pressen bei Miktion oder Dysurie. Zusätzliche Symptome sind Rückhaltemanöver, Restharngefühl oder postmiktionelles Nachträufeln (siehe Kasten 1). Eine strikte Trennung zwischen Bettnässen und Tagessymptomatik bzw. Inkontinenz bei Kindern ist oft nicht möglich und auch nicht zielführend. Durch die vereinheitlichte symptomorientierte Nomenklatur unterscheidet man nunmehr die intermittierende Inkontinenz während des Schlafes (Enuresis) von der Tagessymptomatik (daytime conditions). Um von Enuresis zu sprechen, muss das Kind fünf Jahre alt sein, wobei die Symptome zumindest an zwei Tagen im Monat vorhanden sein und drei Monate andauern müssen. Kinder mit konkomitanten Zeichen einer LUT-Dysfunktion unterscheiden sich klinisch, therapeutisch und pathogenetisch von denen ohne Zeichen einer Tagessymptomatik. Daher wird Bettnässen bei Kindern ohne Zeichen einer Blasendysfunktion als monosymptomatische Enuresis bezeichnet. Demgegenüber wird das gleichzeitige Auftreten von Enuresis und Zeichen einer Blasenüberaktivität als nonmonosymptomatische Enuresis klassifiziert. Verliert das Kind auch untertags intermittierend Harn, so spricht man von kindlicher Inkontinenz tagsüber und Enuresis.
Bezüglich des zeitlichen Auftretens wird noch in eine primäre (Kind war noch nie länger als sechs Monate trocken) und eine sekundäre Enuresis (Kind hatte bereits eine trockene Phase von einem halben Jahr) unterschieden. Die Einteilung der Tagessymptomatik ist komplexer, die Symptome sind heterogener und Überlappungen zwischen den Symptomen üblich:

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