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Eltern dosieren Medikamente oft falsch

Bei der Medikamentendosierung passieren sehr häufig Fehler. Ein im Fachmagazin “Pediatrics” veröffentlichter Artikel legt eine Milliliter-Dosierung als Standard-Maßeinheit nahe, um bei Eltern Klarheit zu schaffen und Fehler zu vermeiden.

Viele Eltern haben Probleme, Medikamente richtig abzumessen. Auf der Rückseite der Packungen sind zwar Milliliter-Angaben verzeichnet, den Packungen liegen jedoch Dosierlöffel bei.

Viele Eltern haben Probleme, Medikamente richtig abzumessen.
Auf der Rückseite der Packungen sind zwar Milliliter-Angaben
verzeichnet, die Dosierung erfolgt jedoch oft über Löffel aus dem Haushalt.

Ein US-amerikanische Studie ergab, dass Eltern bei der Verabreichung von flüssigen Medikamenten an ihre Kinder meist Löffel verwenden, um die Arznei abzumessen. Da Löffel jedoch nicht genormt sind, kommt es häufig zu Dosierungsfehlern. Die Angabe von Millilitern als bevorzugte Maßeinheit soll die Klarheit der Anweisungen für Eltern verbessern, empfehlen Forscher des Pennsylvania State University College of Medicine und der York University School of Medicine.

Die Querschnittsanalyse basiert auf den Basisdaten einer größeren Studie über Medikationsfehler, in die 287 englisch-oder spanischsprachige Eltern eingeschlossen waren, deren Kinder in zwei verschiedenen Notaufnahmen flüssige Medikamente verschrieben wurden. Medikationsfehler wurden als Fehler der Kenntnis der vorgeschriebenen Dosis und Fehler der beobachteten Dosismessung im Vergleich zur beabsichtigten oder vorgeschriebenen Dosis definiert, wenn die Abweichung größer als 20 Prozent war.

Medikationsfehler sind weit verbreitet

Wenn Eltern ihren Kindern Medikamente verabreichen, passieren oft Medikationsfehler. Eine große Anzahl von Fehlern trifft Kinder unter einem Jahr, vor allem bei flüssigen Zubereitungen wie Tylenol oder Ibuprofen sowie bei Antihistaminika. Kinder erhalten irrtümlich auch doppelte Dosen, wenn Eltern nicht wissen, dass bereits der andere Elternteil das Medikament verabreicht hat.

39,4 Prozent der Mütter und Väter in der Studie unterlief bei der Messung der vorgesehenen Dosis ein Fehler, 41,1 begingen einen Fehler bei der vorgeschriebenen Dosis. Darüber hinaus verwendet 16,7% Prozent ein nicht standardmäßiges Instrument zur Abmessung der Flüssigkeit.

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Verglichen mit Eltern, die ausschließlich Milliliter-Angaben befolgten, passierte jenen, die Tee- oder Esslöffel-Einheiten befolgten, doppelt so häufig ein Fehler bei der beabsichtigten (42,5 vs 27,6 Prozent) und der vorgeschriebenen (45,1 vs 31,4 Prozent) Dosis. Erwachsene mit geringer Gesundheitskompetenz und jene mit nicht englischer Muttersprache machten dabei mehr Fehler.

H. Shonna Yin, Benard P. Dreyer, Donna C. Ugboaja, Dayana C. Sanchez, Ian M. Paul, Hannah A. Moreira, Luis Rodriguez, Alan L. Mendelsohn
Unit of Measurement Used and Parent Medication Dosing Errors
Pediatrics, Published online July 14, 2014, doi: 10.1542/peds.2014-0395

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