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Eisenpräparate: Bessere Lebensqualität bei starken Blutungen

Eine Studie finnischer Forscherinnen ergab, dass die Diagnose und Therapie einer Anämie bedeutsam sind, um die Lebensqualität von Frauen mit starken Menstruationsblutungen zu verbessern. Die Erkenntnisse, die in der Fachzeitschrift “Acta Obstetricia et Gynecologica Scandinavica” publiziert wurden, empfehlen Klinikern ein Screening auf Anämie und empfehlen für Frauen mit starken Monatsblutungen eine Eisensupplementation.

Starke Blutungen während der Menstration zählen zu den häufigsten Ursachen von Eisenmangel und Anämie.

Im Laufe der Zeit kann die monatliche Blutung ohne ausreichende Eisensubstitution durch die Nahrung zu einem Eisenverlust führen, der die Eisenspeicher des Organismus reduziert. Frühere Studien haben gezeigt, dass sich eine Eisenmangelanämie auf die körperliche Leistungsfähigkeit, kognitive Funktion, Stimmung und allgemeine Lebensqualität von Frauen auswirken kann.

Eine prospektive Studie unter der Leitung von Dr. Pirkko Peuranpää von der Abteilung für Geburtshilfe und Gynäkologie am Hyvinkää Hospital in Finnland untersuchte die Auswirkungen von Anämie und Eisenmangel auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität von 236 Frauen, die wegen starker Menstruationsblutungen behandelt wurden. Die Ergebnisse zeigten, dass zu Beginn der Studie 27 % der Frauen stark anämisch waren und 60 % einen Ferritingehalt von weniger als 15 g/l aufwiesen. Von den anämischen Frauen nahmen ursprünglich 8 % ein Eisenpräparat ein.

Ein Jahr nach der Behandlung war der der Hämoglobinspiegel bei beiden Gruppen erhöht. Jene Frauen, bei denen ursprünglich eine Anämie festgestellt worden war, hatten im Vergleich zu den frauen der nicht-anämischen Gruppe immer noch biedrigere Levels. Die Eisensupplemtation wirkte sich bei den Frauen der anämischen im Vergleich zu der nicht-anämischen Gruppe mit einer signifikanten Erhöhung der Energie aus – gepaart mit physischer und sozialer Funktion sowie einer Abnahme von Angst und Depression. Es dauerte fünf Jahre, bis die Eisenspeicher auf ein normales Niveau gelangten.

“Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Ärzte Frauen mit Anämie und starken Monatsblutungen screenen und ihnen eine frühzeitige Eisensubstitution als Teil der Behandlung empfehlen sollten”, meinte Dr. Peuranpää.

Pirkko Peuranpää, Satu Heliövaara-Peippo, Ian Fraser, Jorma Paavonen, Ritva Hurskainen
Effects of Anemia and Iron Deficiency on Quality of Life in Women With Heavy Menstrual Bleeding
Acta Obstetricia et Gynecologica Scandinavica Published online: June 9, 2014, DOI: 10.1111/aogs.12394

Quelle: Acta Obstetricia et Gynecologica Scandinavica