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Ebola: Inkubationszeit und Letalität in Sierra Leone

Die Inkubationszeit und Letalität bei an der Ebolavirus-Erkrankung betroffenen Patienten in Sierra Leone ähnelt denen in anderen Gebieten des Ausbruchs im Jahr 2014 und bei früheren Ausbrüchen.

Foto:  VHF Consortium

Für Patienten mit Ebolafieber (EVD) sind begrenzte klinische und Labordaten vorhanden. Im Kenema Regierungskrankenhaus in Sierra Leone, wo bereits eine bestehende Infrastruktur für die Forschung in Bezug auf virales hämorrhagisches Fieber bestand, werden Patienten mit EVD seit Beginn des Ausbruchs in Sierra Leone im Mai 2014 betreut.

Eine Forschergruppe um John Schieffelin von der Tulane University School of Medicine in New Orleans überprüfte verfügbare epidemiologischen, klinische und Labor-Aufzeichnungen von Patienten, bei denen zwischen 25. Mai und 18. Juni 2014 die Ebolavirus-Erkrankung diagnostiziert worden war. Die Forscher verwendeten quantitative Reverse-Transkriptase-Polymerase-Kettenreaktion-Assays, um die Menge des Ebola-Virus (EBOV, Zaire) in einer Subgruppe von Patienten zu bestimmen.

Von 106 Patienten, bei denen EVD diagnostiziert wurde, hatten 87 ein bekanntes Ergebnis, bei 44 standen detaillierte, klinische Informationen zur Verfügung. Die Inkubationszeit wurde auf 6 bis 12 Tage geschätzt, die Letalität betrug 74 %.

Bei der Präsentation der Patienten wurden folgende Befunde dokumentiert: Fieber (bei 89 % der Patienten), Kopfschmerzen (80 %), Schwäche (66 %), Schwindel (60 %), Durchfall (51 %), Bauchschmerzen (40 %) und Erbrechen (34 %). Die klinischen und Labor-Faktoren bei der Präsentation, die mit einem tödlichen Ausgang assoziiert wurden, schlossen Fieber, Schwäche, Schwindel, Durchfall und erhöhte Werte an Blutharnstoffstickstoff, Aspartat-Aminotransferase und Kreatinin ein.

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Probeanalysen ergaben, dass Patienten unter 21 Jahren eine geringere Letalität aufwiesen als jene, die älter als 45 Jahre waren (57 % vs. 94 %, p = 0,03). Erkrankte mit weniger als 100.000 EBOV-Kopien pro Milliliter hatten eine geringere Letalität als solche mit 100.000 EBOV-Kopien pro Milliliter oder mehr (33 % vs. 94 %, p = 0,003). Blutungen traten bei nur einem Patient auf.

Die Forscher folgern aus diesen Ergebnissen, dass die Inkubationszeit und Letalität bei Patienten mit EVD in Sierra Leone denen in anderen Gebieten des Ausbruchs im Jahr 2014 und bei früheren Ausbrüchen ähnelt, obwohl Blutungen einen seltenen Befund darstellten und Durchfall sowie andere astrointestinale Manifestationen an der Tagesordnung waren.

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J.S. Schieffelin, J.G. Shaffer, A. Goba, M. Gbakie, S.K. Gire, A. Colubri, R.S.G. Sealfon, L. Kanneh, A. Moigboi, M. Momoh, M. Fullah,* L.M. Moses,
B.L. Brown, K.G. Andersen, S. Winnicki, S.F. Schaffner, D.J. Park, N.L. Yozwiak, P.-P. Jiang, D. Kargbo, S. Jalloh, M. Fonnie, V. Sinnah, I. French, A. Kovoma, F.K. Kamara, V. Tucker, E. Konuwa, J. Sellu, I. Mustapha, M. Foday, M. Yillah, F. Kanneh, S. Saffa, J.L.B. Massally, M.L. Boisen, L.M. Branco, M.A. Vandi,
D.S. Grant, C. Happi, S.M. Gevao, T.E. Fletcher, R.A. Fowler, D.G. Bausch, P.C. Sabeti, S.H. Khan, R.F. Garry, for the KGH Lassa Fever Program, the Viral Hemorrhagic Fever Consortium, and the WHO Clinical Response Team
Clinical Illness and Outcomes in Patients with Ebola in Sierra Leone
NEJM, Published online: October 29, 2014, DOI: 10.1056/NEJMoa1411680