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EAU-Kongress 2014: PsA: Screenen oder nicht screenen, das ist die Frage

StockholmBringt PsA-Screening gesunden Männern Vorteile? Die Daten europäischer Studien sagen Ja. Dies wurde auch im Rahmen des diesjährigen Kongresses der Europäischen Urologengesellschaft in Stockholm durch eine Reihe von Präsentationen bestätigt.

Erwartungsgemäß ein heißes Thema im Rahmen des EAU-Kongresses 2014 waren die Vor- und Nachteile des PsA-Screenings sowie mögliche Alternativen. In den Urology Beyond Europe Sessions zeigten sich zu dieser Frage durchaus unterschiedliche Positionen. Besonders Urologen aus Ostasien können einem breiten PsA-Screening wenig abgewinnen. Nicht zuletzt auch aufgrund der doch deutlich geringeren Inzidenz von Prostatakrebs in Ostasien. Die Studienlage ist nach wie vor ambivalent. Auf der einen Seite zeigte die European Randomized Study of Screening for Prostate Cancer (ERSPC) eine signifikante Reduktion der prostataspezifischen Mortalität durch das Screening, auf der anderen Seite wurde eben dies im Prostate Lung Colorectal and Ovary Screening Trial (PLCO) nicht gefunden. Diese Ergebnisse wurden 2012 in den bislang jüngsten Auswertungen der Studien bestätigt.1,2

Screening-Studien

Vor diesem Hintergrund wurde im Rahmen des EAU-Kongresses eine Reihe von Arbeiten zum PsA-Screening und den möglichen Alternativen präsentiert. Ausgeprägte Verfechter des PsA-Screenings sind seit vielen Jahren die Schweden. Erwartungsgemäß zeigte auch das 18-Jahres- Update der Göteborg-Studie mit rund 20.000 Teilnehmern einen erheblichen Vorteil für die Männer im Screening- Arm, in dem 81 von 9.951 Probanden (0,81 Prozent) an Prostatakrebs verstarben. Im Kontrollarm waren es 122 von 9.949 (1,23 Prozent). Das bedeutet, dass 242 Männer zum Screening eingeladen und elf behandelt werden müssen, um einen Prostata-bedingten Todesfall zu verhindern.3
Eine weitere Arbeit auf Basis der Göteburg-Studie versuchte, die Unterschiede zwischen einem organisierten, regelmäßigen Screening auf Einladungsbasis und einem mehr oder weniger zufälligen „Gelegenheits-Screening“ zu berechnen. Die Ergebnisse dieses „Opportunistic screening“ wurden aus der Kontrollgruppe errechnet, deren Teilnehmer sich zwar nicht regelmäßig, aber eben doch gelegentlichen PsA-Bestimmungen unterzogen und bei solchen auch auffällig wurden. Die Studie zeigte, dass PsA-Screening außerhalb strukturierter Programme wenig Sinn hat. Bei einem organisierten Screening mussten 279 Männer eingeladen und 25 Prostatakarzinome diagnostiziert werden, um einen Todesfall zu verhindern, beim Gelegenheits- Screening waren 2857 Einladungen und 124 Diagnosen erforderlich.4
Eine Studie aus den Niederlanden legt nahe, dass zumindest holländische Männer begeisterte Screening-Kandidaten sind. Untersucht wurde die Frage, ob die Teilnehmer einer Screening-Kohorte bereit sind, lange Intervalle zwischen den Untersuchungen zu akzeptieren. Dabei ging man von der Annahme aus, dass sich bei Männern mit sehr niedrigem PsA mit nur drei PsA-Werten (in der fünften, sechsten und siebenten Lebensdekade) das Risiko eines aggressiven Prostatakarzinoms schon erheblich senken lässt. Die Arbeit zeigte jedoch, dass selbst ein Intervall von vier Jahren bei mehr als einem Drittel der Männer zu lang ist und 39,2 Prozent der Probanden innerhalb dieses Intervalls mindestens einmal außerhalb des Studienprotokolls ihr PsA bestimmen ließen. Die Autoren halten es angesichts dieser Daten für fraglich, ob ein Screening- Intervall von zehn Jahren in der Praxis machbar ist.5

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