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Diabetologie: Glukoseausscheidung via Nieren

ZuckerSGLT2-Inhibitoren senken die Nierenschwelle, fördern damit die Glukoseausscheidung mit dem Harn und stellen eine neue Therapieoption bei DM2 dar. Wie beim EASD 2013 präsentierte Daten zeigen, werden sie nun auch als adjunktive Therapie beim Typ-1-Diabetes (DM1) in Betracht gezogen.

Der Natrium/Glukose-Cotransporter 2 (Sodium-Glucose linked Transporter 2, SGLT-2) in der Niere ist zu einem wesentlichen Teil für die Rückresorption von Glukose aus dem Primärharn verantwortlich. Durch seine Inhibition wird die Rückresorption von Glukose reduziert, damit die Nierenschwelle gesenkt und letztlich mehr Glukose über die Niere ausgeschieden. Theoretische und mittlerweile auch in Studien nachgewiesene Vorzüge dieser Substanzgruppe sind verbesserte Blutzuckerkontrolle und Gewichtsreduktion. Blutdrucksenkung durch die diuretische Wirkung wurde beobachtet. Aufgrund der insulinunabhängigen Wirkung ist das Risiko von Hypoglykämien gering.

Neue Daten

Dapaglifozin und Canaglifozin sind bereits in Europa zugelassen, mehrere weitere Vertreter der Substanzgruppe befinden sich in klinischen Studien. Zahlreiche am EASD-Kongress 2013 präsentierte Studien liefern neue Daten zu den SGLT2-Inhibitoren. Eine dieser Arbeiten versuchte den Anteil der Gewichtsreduktion an der unter SGLT2-Hemmern erreichten Senkung des HbA1c zu quantifizieren.1 Dazu wurde ein statistisches Modell entwickelt, das die rechnerische Trennung von verbesserter Gewichtskontrolle und direkter Glukoseausscheidung ermöglicht. Hierfür wurden sieben Phase- III-Studien zu Dapaglifozin analysiert. Die Patienten nahmen über 24 Wochen im Schnitt 2kg ab, wobei es ausgeprägte Unterschiede zwischen den Studien gab. Die Berechnungen ergaben, dass eine Gewichtsreduktion um 5kg zu 13 Prozent zur Reduktion des HbA1c, jedoch zu 49 Prozent zur Senkung des Blutdrucks beitrug.
Für den SGLT2-Inhibitor Canaglifozin gibt es mittlerweile Langzeitdaten über 104 Wochen im Vergleich zu Glimeprid. 2 Sie zeigen, dass Canaglifozin in beiden untersuchten Dosierungen im Vergleich zu Glimepirid das HbA1c, den Nüchternzucker, das Körpergewicht und den systolischen Blutdruck senkt. Allerdings stiegen sowohl HDLals auch LDL-Cholesterin in den ersten 26 Wochen unter Canaglifozin um zehn bis 15 Prozent an und blieben dann stabil. Dieser Effekt wurde auch in anderen Studien mit SGLT2-Inhibitoren gesehen, seine klinische Relevanz ist nicht bekannt. Erwartungsgemäß traten bei rund zehn Prozent der Patienten in den Canaglifozin-Gruppen Infektionen des Urogenitaltraktes auf. Ebenso erwartungsgemäß waren Hypoglykämien unter dem Sulfonylharnstoff mit 40,9 Prozent im Vergleich zu den beiden Canaglifozin-Gruppen (6,8 bzw. 8,2 Prozent) deutlich häufiger. Unter Glimepirid wurde auch ein ausgeprägterer Rückgang der Nierenfunktion gesehen.

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