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Depressive Frauen als Opfer des Herztodes

Quelle: istockphoto/maduvaFrauen bis zu einem Alter von 55 Jahren erleiden doppelt so häufig einen Herzinfarkt, müssen ihre Arterien öffnen lassen oder sterben, wenn sie mäßig oder schwer depressiv sind, wie Männer oder ältere Frauen. Weibliche Angehörige dieser Altersgruppe leiden auch eher an Depressionen. Möglicherweise erklärt der “versteckte” Risikofaktor Depression, weshalb mehr Frauen nach einem Herzinfarkt versterben als Männer.

Im Rahmen einer Studie wurden bei 3.237 Personen mit bekannter oder vermuteter Herzkrankheit (34 Prozent Frauen, Durchschnittsalter 62,5 Jahre) Symptome einer Depression gefunden. Nach fast drei Jahren fanden die Forscher heraus, dass bei Frauen, die 55 oder jünger waren, die Symptome einer Depression mit einer eklatanten Zunahme von Herzerkrankungen einhergingen.

Bei Männern und älteren Frauen waren Symptome einer Depression keine Vorboten für Herzerkrankungen. Frauen, die 55 Jahre oder jünger waren, erlitten während der Follow-up-Periode 2,17 mal so häufig einen Herzinfarkt, starben an Herzkrankheiten oder mussten sich einem Arterien-Öffnungsverfahren unterziehen, wenn sie mittelschwere oder schwere Depressionen hatten. Diese Frauen starben auch 2,45 Mal so wahrscheinlich aus irgendeinem Grund während des Follow-up-Zeitraums, wenn sie depressiv waren.

Amit Shah, M.D., M.S.C.R., study author and assistant professor of Epidemiology at Emory University in Atlanta, Ga.

Studienautor Dr. Amit Shah von der Emory University in Atlanta, empfiehlt, dass alle Menschen, vor allem jüngere Frauen, eine Depression ernst nehmen sollen.
“Depression selbst ist ein Grund, Maßnahmen zu ergreifen. Aber zu wissen, dass sie mit einem erhöhten Risiko für Herzerkrankungen und Tod verbunden ist, sollten die Menschen motivieren, Hilfe zu suchen.”

 

A. J. Shah, N. Ghasemzadeh, E. Zaragoza-Macias, R. Patel, D. J. Eapen, I. J. Neeland, P. M. Pimple, A. M. Zafari, A. A. Quyyumi, V. Vaccarino
Sex and Age Differences in the Association of Depression With Obstructive Coronary Artery Disease and Adverse Cardiovascular Events
Journal of the American Heart Association, 2014; 3 (3): e000741 DOI: 10.1161/JAHA.113.000741

Quelle: American Heart Association