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Depression bei Älteren

© iStockphoto, Ratikova 5 Prozent der älteren Menschen, die zu Hause leben, sind von einer Depression betroffen, bei 16 Prozent dieser Personen werden depressive Symptome beobachtet. Nach Gesundheitskrisen im Rahmen der Multimorbidität steigt die Inzidenz gar auf 37 Prozent. Die Symptomatik ist häufig durch Begleiterkrankungen verändert. Vor allem Probleme mit der Polypharmazie und eine begleitende Demenz sind stellen für das Management eine besondere Herausforderung dar.

Diagnostik

Die Leitsymptome und Nebensymptome sind gemäß dem DSM-5 (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) für die Klassifizierung, die Schweregradbeurteilung der Erkrankung und die Differenzierung von anderen Nosologien entscheidend. Die Daten sind gegebenfalls mit Hilfe der Aussenanamnese, Krankenbeobachtung und serieller Untersuchungen zu erheben. Der Suizidalität sollte besonderere Aufmerksamkeit geschenkt werden und im Anlassfall empfiehlt sich die sofortige Veranlassung einer psychiatrischen Behandlung.

Therapie

In leichten oder mittelschweren Fällen sind nichtpharmakologische Therapien wie Lebenstilmodifikation, Psychoedukation, Psychotherapie, Bewegungstherapie und soziale Interaktionen manchmal ausreichend, bei mittelschwereren bis schweren Fällen wird eine Pharmakotherapie nötig.

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Die Auswahl des Antidepressivums ist wie bei allen Patienten auch bei älteren Patienten gemäß der Risiko-Nutzen-Abwägung zu treffen und unterscheidet sich zur Standardtherapie Erwachsener. Eine begleitende Psychotherapie erfordert eine intakte Kognition und ist erwiesenermaßen zusätzlich wirksam.

Nach Remission der depressiven Symptome sind eine Langzeittherapie und ein Monitoring zur Verhinderung von Rezidiven erforderlich. Bei schwerer Depression ist die elektrokonvulsive Therapiebesonders bei Suizidalität, therapierefraktären Fällen unter Medikation und Funktionalitätsbeeinträchtigung im Rahmen der Depression wirksam.

Warren D. Taylor
Clinical practice. Depression in the elderly
N Engl J Med 2014; 371:1228-1236, September 25, 2014, DOI: 10.1056/NEJMcp1402180

Foto: gespag

Prim. Dr. Peter Dovjak

Rezensent:
Prim. Dr. Peter Dovjak
Leiter der Akutgeriatrie, Salzkammergutklinikum Gmunden

 

 

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