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Bessere Hepatitis-Therapie: Gene weisen den Weg

Nicht alle Patienten, die eine Hepatitis-Infektion durchmachen, können mittels derzeit verfügbarer Medikamente dauerhaft geheilt werden. Eine internationale Studie zeigt nun, dass die Reaktion auf die Therapie von genetischen Faktoren abhängt.

© iStockphoto

Die reduzierte IFNλ4-Aktivität geht sowohl mit einerverbesserten
Clearance des Hepatitis C-Virus (HCV) als auch einer
verminderten Expression von Interferon-stimulierten Genen einher.

Neuere Forschungsarbeiten zeigten, wie sehr das Erbgut die Fähigkeit zur Bekämpfung von Virusinfektionen beeinflusst. Überraschenderweise stellte sich nun in einer internationalen Studie unter der Leitung der Universität Aarhus heraus, dass einige der Gene, die für das Immunsystem von Vorteil sind, gleichzeitig die medizinische Behandlung behindern können.

Eine Hepatitis C-Virus-Infektion, die üblicherweise mit antiviralen Medikamenten behandelt wird, wirkt nicht bei allen Patienten gleich: Manche reagieren auf die Therapie, andere wiederum nicht. Das Ergebnis der Behandlung ist zu einem sehr großen Teil durch das Genom bestimmt. Die internationale Arbeitsgruppe belegte nun, dass Variationen in den Genen für das Protein Interferon-lambda-4 (IFNL4) bestimmen, ob jemand auf die Therapie anspricht oder nicht.

“Unsere Unterwsuchung zeigt, dass genetische Veränderungen, welche die Aktivität des Interferon-lambda 4-Proteins reduzieren, den Patienten eine deutlich bessere Chance verleihen, von der Infektion zu genesen. Dies ist insofern paradox, als IFNL4 als wesentlicher Teil unserer Immunabwehr gegen virale Infektionen fungiert und daher eine positive Wirkung haben sollte”, erklärte Prof. Rune Hartmannvon der Universität Aarhus.

In den Studien der Forschungsgruppe wurde deutlich, dass IFNL4 im Labor eine starke antivirale Aktivität hat und sich in jeder Weise wie andere Interferone verhält. Doch obwohl IFNL4 im Labor antiviral wirkt, hat es bei den Patienten die entgegengesetzte Wirkung. Die Forscher vermuten, dass Interferon-lambda 4 andere Teile des Immunsystems verwirrtund die HCV ist in der Lage ist, dies zu nutzen.

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Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass es aufgrund ihrer Forschungsergebnisse möglich sein müsse, neue Behandlungsmethoden für Hepatitis zu entwickeln, die dem Genom der einzelnen Patienten entsprechen.

Ewa Terczyńska-Dyla, Stephanie Bibert, Francois H. T. Duong, Ilona Krol, Sanne Jørgensen et al.
Reduced IFNλ4 activity is associated with improved HCV clearance and reduced expression of interferon-stimulated genes
Nature Communications, 23 December 2014, doi:10.1038/ncomms6699

Quelle: Universität Aarhus

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