Home / Innere Medizin / Infektiologie / Darmflora leidet unter Antibiotika-Therapie

Darmflora leidet unter Antibiotika-Therapie

Cover illustration by Lior Friedman and Leslie Gaffney, Broad Institute. Häufige Antibiotika-Gaben in der Kindheit reduzieren laut einer finnischen Studie die Vielfalt und Stabilität der Darmflora.

Im Zuge des DIABIMMUNE-Projekts wurde die Entwicklung von 39 finnischen Kindern ab dem Zeitpunkt der Geburt bis zum Alter von drei Jahren verfolgt.

Während der Beobachtungsperide erhielt eine Hälfte der Kinder neun bis 15 Mal eine Antibiotika-Therapie, die zweite Hälfte war keinen Antibiotika ausgesetzt. Im Alter von zwei bis drei Jahren wurden monatlich Stuhlproben abgegeben.

Die Forscher der Aalto University, der University of Helsinki, des Helsinki University Hospital und des Broad Institute of MIT and Harvard entdeckten bei der Analyse der insgesamt 1.069 Stuhlproben, dass die Darmflora der mit Antibiotika behandelten Kinder weniger stabil und vielfältig war als jener, deren Mikrobiom keinen Antibiotika ausgesetzt war.

Therapien, die sich in der frühen Kindheit auf die mikrobielle Population auswirken, können Kinder für Krankheiten anfällig machen, die sich erst später manifestieren – beispielsweise Asthma, entzündliche Darmerkrankungen, Diabetes und Adipositas, erklärte der Leiter des DIABIMMUNE-Projekts, Mikael Knip, in einer Aussendung der Aalto University.

Art der Geburt beeinflusst Darmmikrobiota

Der Studie zufolge war das intestinale Mikrobiom von per Sectio geborenen Studienteilnehmern durchschnittlich weniger unterschiedlich als jenes von vaginal entbundenen Kindern.

Moran Yassour, Tommi Vatanen, Heli Siljander, Anu-Maaria Hämäläinen, Taina Härkönen, Samppa J. Ryhänen, Eric A. Franzosa, Hera Vlamakis, Curtis Huttenhower, Dirk Gevers, Eric S. Lander, Mikael Knip, on behalf of the DIABIMMUNE Study Group and Ramnik J. Xavier
Natural history of the infant gut microbiome and impact of antibiotic treatment on bacterial strain diversity and stability
Science Translational Medicine, 15 June 2016, DOI: 10.1126/scitranslmed.aad0917

Quelle: Aalto University

LOGIN