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Auch wenig Sport hält Senioren gesund

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Die Auswertung der Gesundheitsdaten von mehr als 123.000 Personen ab 60 Jahren ergab ein reduziertes, vorzeitiges Mortalitätsrisiko bei mäßiger Bewegung.

Geringe Levels körperlicher Aktivität – beispielsweise in Form täglicher Spaziergänge im Ausmaß von 15 Minuten – resultierten bei ab 60-jährigen Teilnehmern einer Kohortenstudie im Vergleich zu physisch inaktiven Personen in einer um 22 Prozent geringeren Mortalitätsrate. Die beim Meeting der European Society of Cardiology am 14. Juni präsentierte und bereits im Vorjahr im British Journal of Sports Medicine publizierte Studie ergab zudem, dass die Risikoreduktion höher war als die Steigerung des Aktivitätsniveaus.

Die Analyse schloss mehr als 123.000 Personen ab 60 Jahren aus zwei Kohorten ein, die mediane Follow-up-Dauer betrug 10 Jahre. Die französische Kohorte bestand aus 1.011 Personen, welche im Jahr 2011 65 Jahre alt waren und über einen Zeitraum von 12 Jahren beobachtet wurden. Die internationale Kohorte schloss 122.417 Personen mit einem Alter von 60 Jahren ein, wobei die Daten aus einem systematischen Review und einer Meta-Analyse stammten, hier betrug die mediane Nachbeobachtungszeit 10 Jahre.

Die körperliche Aktivität wurde mit dem Metabolischen Äquivalent (metabolic equivalent of task; MET) gemessen, das sich auf die pro Minute für Bewegung aufgewandte Menge an Energie bezieht, wobei eine MET-Minute pro Woche jener Energiemenge entspricht, die für Sitzen aufgewendet wird. Während des Beobachtungszeitraums kam es in der französischen Kohorte zu 88 (9 Prozent) und in der internationalen Kohorte zu 18.122 (15 Prozent) Todesfällen. Das Mortalitätsrisiko war umso geringer, je höher das Aktivitätsniveau war. Insgesamt zeigten jene, die sich mäßig bewegten, im Vergleich zu Teilnehmern, die körperlich nahezu völlig inaktiv waren, ein um 22 Prozent niedrigeres Mortalitätsrisiko. Teilnehmer mit einem mittleren Bewegungsniveau hatten ein um 28 Prozent und jene mit einem hohen Niveau ein um 35 Prozent geringeres Risiko zu versterben als völlig Inaktive.

Auch wenn die Studie nicht entworfen worden wurde, um ein Ursache-Wirkungs-Beziehung zu belegen, würden die Resultate den Autoren zufolge zeigen: Je mehr sich ältere Erwachsene bewegen, umso mehr profitiert deren Gesundheit. Der größte Vorteil wurde bei jenen mit einem niedrigen Aktivitätsniveau gesehen, was einem 15-minüten, täglichen Spaziergang entspricht.

„Alter ist keine Entschuldigung für Bewegungsvermeidung.“ David Hupin, Universitätsspital Saint-Etienne, Frankreich

Hupin D, Roche F, Gremeaux V, Chatard JC, Oriol M, Gaspoz JM, Barthélémy JC, Edouard P.
Even a low-dose of moderate-to-vigorous physical activity reduces mortality by 22% in adults aged ≥60 years: a systematic review and meta-analysis
Br J Sports Med. 2015;49:1262–1267

Quelle: European Society of Cardiology, news release, June 14, 2016, HealthDay News

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