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Der Heilige Abend ist in Gefahr

Illustration: Kim NovakSie trauen Ihren Augen kaum, als Sie am Vorabend zum 24. Dezember den Müll rausbringen. Auf der Bank in Ihrem Vorgarten sitzt das Christkind. „Oh, es tut mir leid, dass Sie mich jetzt sehen“, flüstert es völlig erschöpft und fügt entschuldigend hinzu: „Ich flieg gleich wieder weiter, aber ich musste eine Pause einlegen. Mir tut alles weh, und das Fliegen strengt mich heute so an. Ich hab vorhin kaum mehr Luft bekommen.“ Das Christkind ist tatsächlich kreidebleich bis auf die roten Wangen und sieht alles andere als fit aus. Gott sei Dank schlafen Ihre Kinder schon, sodass Sie es kurzerhand in die warme Stube bitten. Sie können nicht anders und holen Ihre Tasche. Die feuchten Rasselgeräusche sind schon fast ohne Stethoskop zu hören, und die Haut glüht geradezu. Als Sie vorsichtig nachfragen, erfahren Sie, dass das Christkind bereits seit einer Woche stark erkältet ist und der Husten immer schlimmer wird und inzwischen sogar mit gelblichem Auswurf. Aber so kurz vor Weihnachten ist an eine Pause nicht einmal zu denken. „Stellen Sie sich einmal die traurigen Kinderaugen vor, wenn keine Geschenke unterm Christbaum liegen!“ Können Sie dem Christkind schnelle Hilfe angedeihen lassen, damit es seine Pflicht noch rechtzeitig erfüllen kann?

„Eine prekäre Situation, die förmlich nach einer Wunderheilung schreit“

Foto: PrivatDr. Günther Cichocki
Arzt f. Allgemeinmedizin, „Pro Vita“-Haus, Wiener Neustadt
Das ist echt ein prekäre Situation, die förmlich nach einer Wunder­heilung schreit. Als ­Erstes liegt mir der beliebte ärztliche ­Vorwurf auf der Zunge: „Ja, liebes Christkind, warum kommst du denn erst heute, wenn’s dir schon seit einer Woche schlechtgeht!“ Aber aus Respekt vor dem Hauptdarsteller des bevorstehenden Festes beiße ich mir auf die Zunge und biete dem Christkind einmal ein großes Häferl Ingwertee an. Bei der folgenden Temperaturmessung zeigt sich erwartungsgemäß eine subfebrile Temperatur, sodass eine Antibiotikagabe unausweichlich scheint.

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