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Bisphosphonate und Antihormone bei Brustkrebs

Durch den Einsatz von Bisphosphonaten und Antihormonen können bei Frauen mit Brustkrebs im Anfangsstadium die Rezidiv- und Mortalitätsraten gesenkt werden.

Univ.-Prof. Dr. Michael Gnant
ABCSG-Präsident
Univ.-Prof. Dr. Michael Gnant

Im Fachmagazin Lancet wurden zwei Meta-Analysen mit insgesamt 50.00 Patientinnen publiziert, an denen österreichische Forscher maßgeblich beteiligt waren. Die Analysen ergaben, dass Bisphosphonate und Antihormone die Rezidiv- und Mortalitätsraten bei Brustkrebs im Anfangsstadium senken können.

Aromatase-Hemmer versus Tamoxifen im frühen Brustkrebs-Stadium

Die Meta-Analyse der internationalen Early Breast Cancer Trialist’s Colloborative Group (EBCTCG), an der die österreichischen Brustkrebs-Experten Michael Gnant und Peter Dubsky beteiligt waren, analysierte die Daten von neun groß angelegen, klinischen Studien mit insgesamt 31.920 Patientinnen mit frühem, hormonabhängigen Brustkrebs nach der Menopause. Dabei zeigte eine Aromatase-Hemmer-Therapie über einen Zeitraum von fünf Jahren nach der Operation eine eindeutig bessere Wirkung als eine Therapie mit Tamoxifen. So wurden durch die Gabe des Aromatase-Hemmer die Rezidivraten um ein Drittel und die Mortalität aufgrund von Brustkrebs binnen zehn Jahren um 15 Prozent reduziert. Im Vergleich zu keiner antihormonellen Therapie dürfte die Brustkrebs-Sterblichkeit um 40 Prozent zurückgehen, schreiben die Autoren.

Die Austrian Breast & Colorectal Cancer Study Group (ABCSG) konnte bereits im Jahr 2004 zeigen, dass ein Umstieg von Tamoxifen auf einen Aromatasehemmer im Rahmen der antihormonellen Therapie den Effekt erhöht.

Early Breast Cancer Trialists‘ Collaborative Group (EBCTCG)
Aromatase inhibitors versus tamoxifen in early breast cancer: patient-level meta-analysis of the randomised trials
The Lancet, Published Online: 23 July 2015, DOI: http://dx.doi.org/10.1016/S0140-6736(15)61074-1

Adjuvante Bisphosphonate im frühen Brustkrebs-Stadium

Eine weitere Meta-Analyse fasste die Daten von 18.766 Frauen mit frühem Brustkrebs vor oder nach der Menopause aus 26 klinischen Studien zusammen. Dabei wurden die gepoolten Informationen aus Untersuchungen analysiert, in denen die Patientinnen zwei bis fünf Jahre nach der Operation auch Bisphosphonate erhalten hatten.

Bei Mammakarzinom-Patienten vor der Menopause zeigte sich kein statistisch signifikanter Effekt durch die Gabe adjuvanter Bisphosphonate. Nach der Menopause konnte mit einer Bisphosphonat-Therapie jedoch die Häufigkeit des Auftretens von Knochenmetastasen um 28 Prozent und die Brustkrebsmortalität um 18 Prozent reduziert werden.

Auch in dieser Meta-Analyse ist Gnant neben weiteren österreichischen Forschern im Autorengremium vertreten. Im Rahmen der Auswertung von ABCSG-12 in den Jahren 2008 und 2009 hatte sich gezeigt, dass die zusätzliche Behandlung von Brustkrebspatientinnen zur Antihormon-Therapie mit einem Bisphosphonat zu einer Senkung der Rezidivrate um 35 und einer Steigerung der Überlebenswahrscheinlichkeit führte.

Early Breast Cancer Trialists‘ Collaborative Group (EBCTCG)
Adjuvant bisphosphonate treatment in early breast cancer: meta-analyses of individual patient data from randomised trials
The Lancet, Published Online: 23 July 2015, DOI: http://dx.doi.org/10.1016/S0140-6736(15)60908-4

Adam Brufsky, Aju Mathew
Bisphosphonates, bone, and breast cancer recurrence
The Lancet, Published Online: 23 July 2015, DOI: http://dx.doi.org/10.1016/S0140-6736(15)61163-1

Erica L Mayer, Harold J Burstein
Postmenopausal breast cancer: a best endocrine strategy?
The Lancet, Published Online: 23 July 2015, DOI: http://dx.doi.org/10.1016/S0140-6736(15)61206-5

Quelle: APA

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