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Kommunikation zwischen Ärzten und gehörlosen Patienten

Rund 10.000 Menschen sind in Österreich gehörlos. Die Ärztekammer arbeitet daran, die Kommunikation mit dieser Patientengruppe zu optimieren, um eine gute Versorgung in allen medizinischen Belangen zu gewährleisten.

© iStockphoto, humonia

Anlässlich der 6. Internationalen Woche der Gehörlosen wies der Obmann der Bundeskurie Niedergelassene Ärzte der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Johannes Steinhart, am Freitag in einer Aussendung auf die Bedeutung einer gut funktionierenden Kommunikation mit gehörlosen Patientinnen und Patienten in Krankenhäusern und Ordinationen hin.

Mangel an gebärdensprachkompetenten Ärztinnen und Ärzten

Wilhelm Streinzer, Obmann der ÖÄK-Bundesfachgruppe Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, erklärte, dass die Kammer mit Behinderten-Vertretern an einer weiteren Verbesserung der Kommunikation zwischen gehörlosen Patienten und Ärzten sowie Ordinationspersonal arbeite.

In Spitälern gibt es oft Behinderten-Vertrauenspersonen, die auch als Gebärdensprachdolmetscher fungieren, es wurden aber auch schon an vielen Standorten Gehörlosenambulanzen eingerichtet.

Im niedergelassenen Bereich stehen Verständigungsprobleme jedoch meist an der Tagesordnung, denn nur wenige Ärzte oder Ordinationsangestellte beherrschen die Österreichische Gebärdensprache (ÖGS). Eine der wenigen Ausnahmen ist der Gynäkologe Dr. Christian Zuchna aus Salzburg.

Steinhart zufolge sei allerdings innerhalb der Ärzteschaft ein steigendes Bewusstsein für die besonderen Bedürfnisse gehörloser patienten zu beobachten. Es werde derzeit an einem Konzept für spezielle Sprachkurse gearbeitet, damit Ärzte und Ordinationshilfen ohne allzu großen Aufwand genau jene Basiskompetenz in Gebärdensprache erwerben können, die in der Praxis für eine effektive Kommunikation notwendig ist.
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Mit einfachen Maßnahmen wie aktivem Blickkontakt und deutlichem, langsamem Sprechen erleichtern Ärzte ihren Patienten das Lippenlesen. Und auch die Technik lässt sich oftmals gut einsetzen: So können zum Beispiel Termine via E-Mail oder SMS vereinbart oder iSignIT, eine speziell für den Einsatz im Krankenhaus oder in der Arztpraxis entwickelte Anwendung für mobile Endgeräte, installiert werden.

Im Rahmen eines Pilotprojekts zum Thema „Videodolmetschen im Gesundheitswesen“ können Gebärdensprachdolmetscher des ServiceCenter ÖGS.barrierefrei Montag bis freitag von 9:00 bis 15:00 Uhr unkompliziert per Video zu jedem Arzt-Patientgespräch zugeschaltet werden.

>> Gebärdensprachkurse

Gebärdensprache lernen: Beim Arzt/Im Krankenhaus:
https://youtu.be/42sZLhP7UXY

Quelle: Österreichische Ärztekammer
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