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EbM: Ärztekammer kritisiert Reduktion auf externe Evidenz

Bei einer Diskussionsveranstaltung der Wiener Ärztekammer zum Thema „Evidenzbasierte Medizin“ am 15. September in Wien sprachen Kammervertreter von einer „Kochbuchmedizin nach Schema F“ und einer „möglichen Reduzierung der Behandlungsqualität“.

Dr. Johannes Steinhart, Credit: Ärztekammer für Wien/Gregor Zeitler
Dr. Johannes Steinhart: „EbM nach den Vorstellungen ihrer Pioniere ist ein dynamisches, individualisierbares System zum Nutzen der Patienten. Doch jetzt droht eine von Gesundheitsreformern verordnete rigide Kochbuchmedizin nach Schema F. Diesem Versuch, in das ärztliche Handeln einzugreifen, werden wir entschlossen begegnen. Der Trend, dass Gesundheitsökonomen, Bürokraten und Politiker anstelle von Ärztinnen und Ärzten, die als einzige dafür ausgebildet sind, Therapieentscheidungen vorgeben, ist für Patienten völlig negativ und muss gestoppt werden.

Die Zielsetzung der Evidence-based-Medicine (EbM), unter Einbeziehung der Patientenbedürfnisse die individuelle klinische Expertise mit der bestverfügbaren externen Evidenz aus systematischer Forschung zu vereinen, werde von der Ärztekammer grundsätzlich begrüßt. In letzter Zeit werde das ursprüngliche EbM-Konzept allerdings auf ausschließlich externe Evidenz reduziert, kritisierte Friedrich Hartl, Leiter des Referats für Qualitätssicherung der niedergelassenen Ärzte der Ärztekammer für Wien und Bundessprecher der Fachgruppe Physikalische Medizin und allgemeine Rehabilitation in der Österreichischen Ärztekammer. Der Unterschied zwischen Einzelsituationen und am Modell orientierter wissenschaftlicher Analyse werde zudem nicht ausreichend berücksichtigt.

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