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Wiener fanden Therapie für livedoide Vaskulopathie

Prim. Univ.-Prof. Dr. Klemens Rappersberger
Prim. Univ.-Prof. Dr. Klemens Rappersberger

Dermatologen der Krankenanstalt Rudolfstiftung beschreiben im Fachmagazin „Journal of the American Academy of Dermatology“ eine Erfolg versprechende Behandlung der livedoiden Vaskulopathie.

An der Abteilung für Dermatologie und Venerologie an der Krankenanstalt Rudolfstiftung wurde eine Therapie der livedoiden Vaskulopathie entwickelt. Der Vorstand der Abteilung, Prim. Univ.-Prof. Dr. Klemens Rappersberger erklärte, dass die Symptome dieser zu den „orphan diseases“ zählenden Erkrankung, von der in Österreich vermutlich 150 bis 200 Patienten betroffen sind, bei etlichen Probanden nach der Infusion von hoch dosiertem Immunglobulin G verschwinden.
Bislang gab es für die als unheilbar geltende, rezidivierende Erkrankung keine Behandlungmöglichkeit.

Rappersberger zufolge kommt es im Rahmen der Erkrankung zu Verschlüssen kleinerer Arterien und Arteriolen in der Haut, vor allem an den Füßen und Unterschenkeln, die zu „Hautinfarkten“ führen. Oft entwickeln sich danach tiefe und ausgesprochen schmerzhafte Geschwüre, die nur langsam abheilen. „Der Verlauf wird von enormen Schmerzen geprägt, die Patienten sind wochenlang krank, die Lebensqualität massiv reduziert“, schildert der Dermatologe das Erkrankungsbild.

Hoch dosierte IgG-Infusionen verbessern den Krankheitsverlauf signifikant

Nach ersten Fallberichten ab dem Jahr 2000 hatten die Wiener Dermatologen die Idee, der livedoiden Vaskulopathie mit hoch dosierten Infusionen von Immunglobulin G (IgG) zu Leibe zu rücken. Innerhalb von zwölf Jahren wurden im Rahmen einer Studie elf Betroffene mit IgG behandelt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Zahl der neuen Krankheitsschübe deutlich abnahm, sie blieben sogar zeitweise jahrelang aus. Eventuell entstehende Ulcera waren weniger schwer und heilten rascher ab. Insgesamt betrug die Erfolgsrate bis zu 90 Prozent.

„Die Patienten haben zum größten Teil wieder eine weitgehend normale Lebensqualität, abgesehen von den zwei- bis dreitägigen Krankenhausaufenthalten alle vier bis zwölf Wochen für die Infusionen. Diese kann man auch am Wochenende durchführen“, sagte Rappersberger. Damit sei eine an sich unheilbare Krankheit nunmehr medikamentös „hervorragend“ behandelbar, so Rappersberger.

Babak Monshi, Christian Posch, Igor Vujic, Alma Sesti, Silke Sobotka, Klemens Rappersberger
Efficacy of intravenous immunoglobulins in livedoid vasculopathy: Long-term follow-up of 11 patients
Journal of the American Academy of Dermatology, Published online: July 9, 2014, DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.jaad.2014.05.039

>> www.livedovaskulopathie.de, Universitätsklinikum Münster

Quelle: APA

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