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Covid-19

Virusmutationen erfordern neue Impfstrategien

Covid-19 Coronavirus Impfstofffläschchen in einer Reihe Makro Nahaufnahme

Vor Kurzem wurde VidPrevtyn® Beta, der proteinbasierte Covid-19-Booster-Impfstoff von Sanofi und GSK, von der EMA zugelassen. In einem Webcast von Sanofi zu diesem neuen Vakzin sprach der deutsche Pneumologe, Infektiologe und Corona-Experte Prof. Dr. Tom Schaberg über die aktuelle Covid-Situation, Virusvarianten und Impfprävention.

Prof. Dr. med. Tom Schaberg, Chefarzt am Zentrum für Pneumologie a.D., Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg GmbH, verwies auf das Dashboard der Johns Hopkins Universität, laut dem es bislang rund 640.000.000 gesicherte Fälle von SARS-CoV-2-Infektionen und 6,6 Millionen Todesfälle gibt. Pro Tag sind es derzeit rund 400.000 Todesfälle weltweit und 1.000 Todesfälle in Deutschland. Laut WHO-Berechnungen liegen die Infektionszahlen jedoch drei- bis fünfmal höher und die Zahl der Todesfälle dreimal höher. Die Fallzahlen weltweit zeigen immer noch eine steigende Tendenz.

Nach Berechnung von Mathematiker:innen steigt bei einer Zahl von mehr als 50.000 täglichen Fällen auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine Immunfluchtvariante entwickelt, über die Zeit sehr viel stärker an, als wenn es nur wenige Fälle gäbe. Bisher wurden rund 3.000 Varianten des SARS-CoV-2-Virus beschrieben, aber nur wenige dieser komplex mutierten Viren haben tatsächlich Verbreitungsvorteile, z.B. Delta, Omikron BA.1, BA.2, BA.5. Omikron ist genetisch weit entfernt von den anderen Varianten, es ist von seiner Biologie ein ganz anderes, neues Virus, deutlich infektiöser als Delta und verursacht mehr Durchbruchinfektionen. Bei der Untervariante BQ.1.1 wirken Antikörpertherapien infolge der weitgehenden Immunflucht gar nicht mehr, sie sind bei Covid-19-Erkrankten und als Prävention nicht mehr zu empfehlen, neue Antikörper sind daher nötig.

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