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Video-Ratgeber für die erste Zeit mit Babys

Ein Muttervater und ein Babykind auf einem weißen Bett.

Sich Zeit geben – das ist der wichtigste Tipp des neunteiligen Video-Ratgebers der Privatklinik Goldenes Kreuz. Die kostenlose „Baby-Bibliothek“, die Ärzt:innen (werdenden) Eltern ans Herz legen können, ist eine Step-by-Step-Anleitung fürs Stillen, Baden, Füttern oder auch sicheres Schlafen.

Der Alltag mit einem Baby ist mitunter herausfordernd und beim ersten Familienzuwachs auch völlig neu. Hebammen, Kinderärzt:innen und Kinderschwestern der Privatklinik Goldenes Kreuz – mit rund 1.600 Geburten jährlich die größte private Geburtenstation Österreichs – haben sich deshalb der brennendsten Themen angenommen und kürzlich einen Video-Ratgeber* präsentiert.

„Wir wollten kurze knappe Ratgeber für häufig gestellte Fragen anbieten“, erklärt Assoc.-Prof. Dr. Monika Resch, Leiterin der Neugeborenenstation der Privatklinik Goldenes Kreuz, auf medonline-Anfrage. Und die würden vor allem die folgenden neun Themen betreffen, die die Videos aufgreifen: Stillen, Baden, Nabelpflege, Wickeln, die ersten Tage mit dem Baby, Füttern, der erste Brei, sicheres Schlafen und Fremdeln.

Die wichtigsten Themen für ärztliche Beratung

Das sind laut der Kinderärztin mit Zusatzfach Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin auch die wesentlichen Themen und Herausforderungen, über die Ärzt:innen werdende Eltern beraten und optimal vorbereiten können. In dem „Eltern-Guide“ teilen die Baby-Expert:innen der Privatklinik Goldenes Kreuz ihren Erfahrungsschatz, indem sie anschaulich – sprich auch „hands-on“ mit Babys – Schritt für Schritt zeigen, wie es in der Praxis klappen könnte.

Was man den Eltern besonders ans Herz legen sollte: „Geben Sie sich Zeit“! Das ist für Resch der allerwichtigste Tipp. Im Video „Babys erste Tage zuhause“ erklärt sie auch, warum: „Wenn Sie als Familie nachhause gehen, werden Sie mit einer Fülle an Tipps überhäuft werden.“ Das sei eine ganz neue Situation und alle müssten sich erst darauf einstellen: „Ihr Baby muss sich auf Sie einstellen können, Sie müssen Ihr Baby kennenlernen.“

Rhythmus gefällt den Babys

Was die Kinderärztin auch noch mitgeben könne: „Was Kindern gefällt, ist Rhythmus. Das heißt, schauen Sie, dass Sie Ihren Tagesablauf nach einem Rhythmus gestalten, weil dieser Rhythmus wird dem Kind guttun und schlussendlich dann Ihnen guttun.“ In fünf der neun Videos spricht Resch selbst und fasst in rund ein- bis zweiminütigen Sequenzen kompakt die wesentlichsten Punkte zusammen. Nutzerfreundlich sind dabei auch die Untertitel.

In den Videos zum Stillen, Baden, Wickeln und zur Nabelpflege können die Eltern ganz konkret an Babys sehen, wie man am besten vorgeht. So wird beispielsweise beim Stillvideo die optimale Lage von Mutter und Baby gezeigt. Eine Stillexpertin erklärt die wichtigsten Punkte und auch, wie man die Still- bzw. Hungerzeichen erkennt: Das Baby steckt die Hand in den Mund oder beginnt zu „matschen“ oder zu „gurren“.

Stillen nach individuellem Bedarf

Aufgeräumt wird auch mit manchen früheren Glaubenssätzen, wie etwa nur alle vier Stunden das Baby anzulegen. Jede Mama sollte nach Bedarf des Babys stillen, die Frequenz könne von acht- bis neun- oder sogar zwölfmal in 24 Stunden reichen. Auch das erste Stillen nach der Geburt ist Thema. Die meisten Babys beginnen innerhalb der ersten ein, zwei Stunden die Brust zu suchen und das wertvolle „goldgelbe“ Kolostrum zu saugen. Und wieder der Tipp: „Geben Sie dem Baby die Zeit und die Ruhe, die es benötigt.“

Im Bade-Video kommt auch zur Sprache, dass Babys Begrenzungen lieben, so vermittelt nach dem Baden beispielsweise eine Stoffwindelrolle um den Kopf herum ein geborgenes Gefühl. Alle Körperteile sollten gut abgetrocknet werden, zeigt eine Kinderschwester vor, besonders die Hautfalten, „auch wenn sie das nicht so gerne mögen und vielleicht ein bisschen schreien“ – was das Video-Baby dann auch macht, sich aber schnell wieder beruhigt.

Sicheres Schlafen, „damit alle gut schlafen können“

Begrenzungen zählen auch zu den Tipps für sicheres Schlafen. Resch empfiehlt einen Schlafsack oder „gepuckt“ zu schlafen, damit keine Decke über das Gesicht rutschen kann. Es sollten auch keine Stofftiere um den Kopf herum platziert werden, die womöglich umfallen. Es könne aber eine Stoffwindel als Begrenzung um den Kopf herum gelegt werden.

„Wenn Ihr Baby im Familienbett schläft, was oft der Fall ist, dann wäre es auch gut, wenn es dort einen eigenen Bereich hätte“, unterstreicht Resch. Man könne z.B. ein Stillkissen um das Baby herum lagern, damit es dort möglichst sicher sei. Rückenlage, viel lüften, kühles Schlafzimmer sind weitere Tipps, „damit alle gut schlafen können“.

„Achtmonatsangst“ geht vorbei

Zu den ganz normalen Entwicklungsschritten zähle das „Fremdeln“, das schon im vierten Lebensmonat auftreten könne, meist aber im achten Lebensmonat. Deshalb werde das Fremdeln auch als „Achtmonatsangst“ bezeichnet. Das Baby unterscheide zwischen „vertraut“ und „fremd“. Vertraut könne in Extremfällen nur die Mutter sein, „das heißt, es kann sogar den Vater betreffen“. Aber auch hier beruhigt die Pädiaterin: „Keine Sorge, zuwarten, es vergeht!“

Resch ermutigt weiters, sich auf den „eigenen Instinkt“ zu verlassen. Dieser sei ein guter Ratgeber, erklärt sie in einer begleitenden Aussendung zur „Baby-Bibliothek“. Sich vor und nach der Geburt zu informieren, hält sie zwar für gut und sinnvoll. Doch ein Überangebot an Ratschlägen und Infos berge die Gefahr widersprüchlicher Auskünfte und könne oft mehr verunsichern als weiterhelfen.

Ein Netz aus Vertrauenspersonen schaffen

„Schaffen Sie sich ein Netz aus Vertrauenspersonen, die Sie zurate ziehen können“, empfiehlt sie abschließend, „und vertrauen Sie im Umgang mit dem Baby ruhig auf Ihr Bauchgefühl.“ Resch weiß nicht nur als Leiterin der neonatologischen Abteilung, wovon sie in den Videos spricht, sie kennt die Herausforderungen auch aus eigener Erfahrung: Das erste Kind war ziemlich „pflegeleicht“, das zweite hingegen schrie oft, hatte Trinkprobleme und u.a. häufig Bauchweh.

Geholfen habe ihr, einen eigenen Rhythmus mit dem Kind zu finden und den Tag nach den Bedürfnissen der Familie zu strukturieren. Ihre abschließenden Tipps: Aufgaben und Pflichten aufteilen, Hilfe von Familie und Freundeskreis annehmen, sich kleine Freiräume für Sport und eigene Interessen schaffen, gesunde Ernährung und – soweit möglich – genügend Schlaf.

*Video-Ratgeber auf Website (und YouTube-Kanal) der Klinik kostenlos abrufbar:
https://www.privatklinik-goldenes-kreuz.at/de/nach-der-geburt/neugeborenenmedizin

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