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ECTRIMS 2022

Frühe Schübe erhöhen das Risiko von Behinderungsprogression

Ein jugendliches Mädchen mit einer Behinderung sitzt im Rollstuhl und wird von einem einfühlsam auf sie zugehenden Arzt unterstützt.

Eine aktuelle Auswertung von Daten aus MSBase zeigt, dass auch milde Schübe in den ersten beiden Krankheitsjahren das Risiko dauerhafter Behinderung im weiteren Verlauf einer MS erhöhen. Diese Assoziation verschwindet allerdings, wenn PatientInnen betrachtet werden, die hochwirksame DMTs erhalten haben.

Die European Medicines Agency (EMA) beschränkt den Einsatz bestimmter krankheitsmodifizierender Therapien wie Natalizumab oder Fingolimod auf PatientInnen, die Schübe durchmachen, die zu Behinderung (disabling relapses) führen. Allerdings sei die prognostische Bedeutung von Schüben ohne Behinderung (non disabling relapses – NDR) unzureichend geklärt, so Dr. Cyrus Daruwalla von der Universität Cambridge. Daruwalla: „Wenn wir im klinischen Alltag Patienten mit Schüben sehen, die nicht zu Einschränkungen führen, dann wissen wir nicht, welche prognostische Signifikanz diese haben und wie sie unsere Therapieentscheidungen beeinflussen sollen.“

Diese Evidenzlücke sollte mit einer prospektiven Datensammlung aus dem internationalen MSBase Register geschlossen werden. Studienziel war es, den Einfluss von NDRs im frühen Verlauf einer schubförmigen MS auf die Behinderungsprogression im späteren Krankheitsverlauf zu ermitteln. Dabei wurden PatientInnen unter unterschiedlichen DMT-Therapien ausgewertet. Es wurde untersucht, ob frühe NDRs mit mehr Behinderungsprogression assoziiert sind als keine NDRs, bzw. ob NDRs mit weniger Behinderungsprogression assoziiert sind als Schübe, die Behinderungen zurücklassen.

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