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Den Todesengeln auf der Spur

Warum werden Pflegekräfte zu Mördern?

toter Mann im Leichenschauhaus

Sie vergiften ihre Opfer mit Digoxin, ersticken sie oder spritzen ihnen Insulin im Übermaß. Dass Pflegekräfte Patienten töten, scheint unvorstellbar, kann aber prinzipiell in jeder Einrichtung passieren, warnt ein Psychiater.

Was treibt Pflegekräfte dazu, Menschen zu töten? Und wie kommt es, dass die Täter über Monate und Jahre hinweg teils Dutzende Morde begehen, ohne dass jemand Verdacht schöpft und etwas unternimmt? Der Psychiater Prof. em. Dr. Karl Beine, bis 2019 an der Universität Witten/Herdecke, untersuchte alle bis Februar 2022 in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit einem rechtskräftigen Urteil abgeschlossenen Tötungsserien in Kliniken und Heimen. Anhand von Gerichtsunterlagen und eigenen Prozessbeobachtungen wertete Beine zwölf Serien mit insgesamt 205 Tötungen aus. Die umfangreichste Serie umfasste allein 87 Fälle. Das jüngste Opfer war 31 Jahre alt, das älteste 96. Die 17 Täterinnen und Täter waren alles Pflegekräfte, mit einem ausgeglichenen Verhältnis von Männern zu Frauen. Niemand von ihnen war nach eigener Aussage auf das Handeln angesprochen worden – die meisten gingen jedoch davon aus, dass das Team um ihr Tun gewusst und es stillschweigend gebilligt habe.

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