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ESMO 2022

Androgendeprivation beim Prostatakarzinom

3D-Illustration Konzept der Anatomie der Harnblase des menschlichen Harnsystems

Da für Patienten mit Prostatakarzinom nach Prostatektomie häufig die Androgendeprivation plus Radiatio eingesetzt wurde, untersuchte die RADICALS-HD-Studie den Effekt der Androgendeprivationstherapie (ADT) zusätzlich zur postoperativen Radiatio auf das metastasenfreie Überleben (MFS).

Verglichen wurden die kürzere (sechs Monate) gegenüber einer längeren ADT (24 Monate) sowie der Effekt der ADT bei Vorliegen von Komorbiditäten und unterschiedlichen PSA-Werten.

In drei Studienarmen erhielten die Patienten eine alleinige Bestrahlung (n=737) oder zusätzlich eine ADT über 6 (n=743) oder über 24 Monate (n=762). Im Vergleich zwischen der kürzeren und keiner ADT wurde kein Unterschied bezüglich dem MFS (HR 0,89; 95% CI 0,69–1,14) beobachtet, nach zehn Jahren waren 79 bzw. 80 Prozent der Patienten ohne Ereignis. Auch das OS war mit einer 10-Jahres-Rate von 86 versus 85 Prozent vergleichbar (HR 0,88; 95% CI 0,65–1,19). Patienten mit geringerem PSA-Wert und weniger Komorbiditäten profitierten im Trend besser von der kurzzeitigen ADT im Vergleich mit der alleinigen Radiatio. Die längere versus eine kürzere Dauer der ADT resultierte in einer signifikanten Verlängerung des MFS (HR 0,77; 95% CI 0,61–0,97), mit einer 10-Jahres-MFS-Rate von 78 versus 72 Prozent. Der OS-Unterschied erreichte die statistische Signifikanz bisher nicht (HR 0,88; 95% CI 0,66–1,17), nach zehn Jahren lebten 85 versus 82 Prozent der Patienten mit längerer versus kürzerer ADT. Die Subgruppenanalysen bestätigten einen Vorteil für die längere ADT unabhängig vom PSA-Wert und den Komorbiditäten der Patienten.

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