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Leicht steigende Spitalszahlen erwartet; häufige chronische Erschöpfung nach Covid

Coronavirus Warnung

+++ Prognose-Experten erwarten leicht steigende Spitalszahlen – Bisher 4.600 Spitalspatienten mit Long Covid registriert – Chronische Erschöpfung nach Covid mehr als doppelt so häufig 751.680 Dosen von an BA.4/BA.5 angepasstem Impfstoff in Österreich angekommen – Anwendungsempfehlungen für Impfungen aktualisiert – EMA empfiehlt dauerhafte Zulassung für mRNA-Impfstoffe – Studie: Corona-Impfstoffe bringen deutscher Pharmabranche Milliarden +++

Prognose-Experten erwarten leicht steigende Spitalszahlen

Der leichte Anstieg an gemeldeten Corona-Infektionen in Österreich in den vergangenen zwei Wochen hat bereits zu einem geringen Plus beim Spitalsbelag geführt. Dieser Trend in den Krankenhäusern dürfte sich laut der Covid-Prognose von Mittwoch, 21.9., fortsetzen. In zwei Wochen erwarten die Modellrechner wieder mehr als 1.000 Infizierte auf Normalstationen, nach 929 am (gestrigen) Dienstag (20.9.). Worauf der Anstieg bei den Neuinfektionen zurückzuführen ist, war jedoch noch nicht ganz klar.

„Die vorliegenden Parameter der gemeldeten Fallzahlen weisen in allen Altersgruppen steigende Raten auf“, betonten die Experten von TU Wien, MedUni Wien und Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) in ihrem wöchentlichen Update. Insbesondere in der Altersgruppe der Fünf- bis 14-Jährigen komme es zu Anstiegen. Während die Sieben-Tage Inzidenz innerhalb einer Woche von ca. 330 auf 410 Fälle gestiegen ist, gab es in der Altersgruppe der Pflichtschüler eine Erhöhung von ca. 300 auf 500 Fälle je 100.000 Einwohner.

Die verfügbaren Abwasserdaten bis inklusive 15. September bestätigen diesen Aufwärtstrend allerdings nicht, wurde erläutert. Inwiefern der Anstieg der Fallzahlen auf ein verändertes Testverhalten, das Ferienende oder epidemiologische Gründe zurückgeführt werden kann, sei noch unklar.

Die Spitalsbelagszahlen entwickeln sich laut der Prognose auf das Niveau von Ende August. Am 5. Oktober werden auf den Normalstationen österreichweit 737 bis 1.445 SARS-CoV-2-Infizierte erwartet, mit einem Mittelwert von 1.032 Betroffenen. Die Intensivbelegung könnte in etwa stabil bleiben. Nach 64 belegten Betten am Dienstag werden in zwei Wochen 51 bis 87 (Mittelwert 67) schwerst Covid-Kranke prognostiziert. (APA)

Bisher 4.600 Spitalspatienten mit Long Covid registriert

Bis Ende Juli 2022 sind 4.593 Patienten in Österreich mit Long-Covid-Symptomen im Krankenhaus behandelt worden. Davon starben 4,2 Prozent der Betroffenen im Rahmen ihres stationären Aufenthalts bzw. zwölf Prozent der 590 Intensivpatienten. Das geht aus einem Factsheet der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG; https://goeg.at/COVID-19_Hospitalisierungen) hervor. Die Aussagekraft der Daten ist noch limitiert, da die Diagnose „Post-Covid-19-Zustand, nicht näher bezeichnet“ erst im Mai eingeführt wurde.

Was sich aber aus den teilweise rückdatierten Zahlen ablesen lässt: Jene Long-Covid-Patienten mit Intensivaufenthalt bei ihrer ursprünglichen Covid-19-Erkrankung „hatten ein größeres Risiko, auch mit Post Covid hospitalisiert zu werden“, betonte Florian Trauner von der GÖG. Dieses Risiko betrug 6,7 Prozent im Vergleich zu 1,8 Prozent bei den Betroffenen ohne vorherigen Intensivaufenthalt. Das Geschlechterverhältnis aller Hospitalisierten mit Post Covid ist in Österreich ausgeglichen. Unter den Intensivpatienten waren jedoch 64 Prozent männlich, was sich wiederum mit den Covid-19-Hospitalisierungen deckt, erläuterte der Public-Health-Experte im Gespräch mit der APA.

Mehr Interpretationen der Zahlen seien „noch nicht“ möglich, sagte Trauner. Sämtliche Analysen müssen mit Vorsicht interpretiert werden, da die Diagnose erst vor kurzem eingeführt wurde. Ein vorliegender Post-Covid-19-Zustand (ICD-10-Code U09.9) soll seit Mai bei Spitalsaufenthalten als Nebendiagnose codiert werden, bei denen zumindest eine der erfassten Diagnosen (Haupt- oder Nebendiagnosen) im Zusammenhang mit einer bereits überstandenen Covid-19-Erkrankung steht. Der Code ist jedoch nicht anzuwenden, wenn Covid-19 aktuell noch vorliegt.

Entgegen den Empfehlungen des Gesundheitsministeriums, Post Covid nur als Nebendiagnose zu codieren, wurde dies in knapp 29 Prozent der Fälle als Hauptdiagnose vermerkt, notierte die GÖG. Die Diagnose kann rückwirkend vermerkt werden und wurde das teilweise auch bis Mitte 2020 zurück, berichtete Trauner. Hier ist laut Trauner eine Verzerrung vorstellbar, „dass eher schwere Fälle nachcodiert wurden“, und die Sterblichkeit im Rahmen der Analyse könnte möglicherweise überschätzt werden.

„Das sind Limitationen, die eine noch junge Diagnose mit sich bringt“, sagte der Experte. Die Erfassung der Post-Covid-Daten in Österreich bringe aber für die Zukunft, dass Long Covid besser verstanden werde, hofft Trauner. (APA)

Chronische Erschöpfung nach Covid mehr als doppelt so häufig

Eine Corona-Infektion hinterlässt bei vielen Menschen auch nach Monaten noch gesundheitliche Spuren. Sie leiden deutlich häufiger an einem chronischen Erschöpfungssyndrom als Menschen, die keinen Kontakt zu dem Virus hatten, wie eine am Mittwoch, 21.9., veröffentlichte Untersuchung der Berliner Charité und der Uniklinik Schleswig-Holstein (UKSH) zeigt.

„Langanhaltende chronische Erschöpfung nach einer SARS-CoV-2-Infektion ist durchaus ein häufiges und relevantes Problem. Die Erkrankung ist mit großem persönlichen Leidensdruck verbunden, führt zu Ausfällen am Arbeitsplatz und stellt eine erhebliche Belastung für das Gesundheitssystem dar“, sagte Carsten Finke von der Klinik für Neurologie der Charité.

Nach Angaben der Wissenschafter gab es bisher keine zuverlässigen Zahlen für die Häufigkeit von Spät- und Langzeitfolgen wie chronische Erschöpfung nach Covid-19. Das Forschungsteam um Finke und Walter Maetzler, stellvertretender Direktor der Klinik für Neurologie der UKSH, wertete für die Untersuchung Daten von rund 1.000 Patienten aus, deren Infektion mindestens sechs Monate zurücklag. Verglichen wurde dies mit einer Gruppe von rund 1.000 Menschen ohne vorangegangene Infektion, deren Daten für eine Bevölkerungsstudie der Universität Leipzig vor der Pandemie zusammengetragen worden waren.

Das Ergebnis: Fast ein Fünftel der zuvor Corona-Infizierten wies relevante Symptome für ein chronisches Erschöpfungssyndrom auf, im Gegensatz zu nur acht Prozent in der Vergleichsgruppe. Chronische Erschöpfung kommt demnach auch Monate nach einer Infektion mehr als doppelt so häufig vor wie in der gesunden Allgemeinbevölkerung, schlussfolgern die Experten. Besonders betroffen sind jüngere Frauen zwischen 18 und 24 Jahren. Geistige Beeinträchtigungen wurden eher bei Männern ab 55 Jahren beobachtet. Insgesamt zeigten sich diese bei 27 Prozent der Untersuchten. „Wir hatten im direkten Vergleich mit der Allgemeinbevölkerung keine so hohen Zahlen und keinen so deutlichen Unterschied erwartet“, sagte Finke.

Als Risikofaktoren für das spätere Auftreten von Fatigue machten die Wissenschafter neurologische Beschwerden während der akuten Covid-Erkrankung aus. Sie wollen nun der Frage nachgehen, ob die kognitiven Defizite dauerhaft bestehen bleiben oder ob sie sich zurückbilden. „Die aktuellen Daten geben erste Hinweise darauf, dass das chronische Erschöpfungssyndrom weniger stark ausgeprägt ist, je länger die Erkrankung zurückliegt“, sagt Maetzler. (APA/ag)

751.680 Dosen von an BA.4/BA.5 angepasstem Impfstoff in Österreich angekommen

Früher als erwartet sind am Dienstag, 20.9., die ersten 751.680 Dosen des an BA.4/BA.5 angepassten Impfstoff von BioNTech/Pfizer nach Österreich angeliefert worden. Ab Freitag, 23.9., wird an die Impfstellen in den Bundesländern ausgeliefert, hieß es seitens des Gesundheitsministeriums gegenüber der APA.

Dieser Corona-Impfstoff ist ab Samstag (24.9.) in den niederösterreichischen und ab kommenden Dienstag (27.9.) in den Wiener Landesimpfzentren verfügbar. Das teilten die beiden Bundesländer am Mittwoch, 21.9., mit. Das Pfizer/BioNTech-Vakzin ist entsprechend der EU-Zulassung als dritte Impfung oder als Auffrischung für Personen ab zwölf Jahren frei auswählbar.

Das gewünschte Vakzin müsse nicht bei der Terminanmeldung angeben worden, hieß es aus dem Büro von Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ). Für Kinder unter zwölf Jahren und für erste bzw. zweite Impfungen kommt der originale Impfstoff zur Anwendung. Neben dem BA.4/5-Vakzin ist ebenfalls von Pfizer auch der BA.1-Impfstoff weiter erhältlich und vom Hersteller Moderna ebenfalls eine auf BA.1 angepasste Variante.

„Wir rufen nur jeweils so viel Impfstoff ab, wie voraussichtlich gebraucht wird und nicht alles auf einmal“, wurde aus dem Hacker-Büro erläutert. In den vergangenen 30 Tagen ließen sich demnach in Wien jeden Tag durchschnittlich 29 Personen das erste Mal, 36 Personen das zweite, 250 Personen das dritte und 1.116 Personen das vierte Mal impfen. 7,5 Prozent der Wienerinnen und Wiener seien nach der dreiteiligen Grundimmunisierung bereits mit einem vierten Stich aufgefrischt.

In den Impfstellen Niederösterreichs ist der an die aktuell dominanten Omikron-Varianten BA.4 und BA.5 angepasste Impfstoff von Pfizer/BioNTech bereits ab Samstag, 24.9., verfügbar. „Es steht ausreichend Impfstoff für alle Impfwilligen zur Verfügung. Geimpft wird sowohl mit als auch ohne Termin in den neun Landesimpfzentren, den beiden Impfbussen sowie in Hunderten Ordinationen und einigen lokalen Impfstellen“, betonten LHStv. Stephan Pernkopf (ÖVP) und LR Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ).

Der Vorteil dieses neuartigen Impfstoffes sei, dass dieser laut Experten „nicht nur gegen schwere Erkrankungen und dadurch verursachte Spitalsaufenthalte schützt, sondern sogar das Infektionsrisiko für bis zu zwölf Wochen nach der Impfung nachweislich senkt“, erklärte NÖ Impfkoordinator Christof Constantin Chwojka. Mit dem neuen Vakzin ist sowohl die Vervollständigung der Grundimmunisierung (dritte Dosis) als auch die Auffrischung möglich. Vor allem Personen über 60 Jahren sowie Risikopersonen ab zwölf Jahren wird die Auffrischung ab vier Monate nach dem Abschluss der Grundimmunisierung empfohlen.

Die Erweiterung der Kapazitäten ist kurzfristig über zusätzliche Öffnungszeiten und weitere Impflinien in den Zentren möglich. Darüber hinaus ist der Einsatz zusätzlicher Impfbusse entsprechend dem Impfaufkommen sichergestellt, teilte das Land mit. Die NÖ Landesimpfzentren sind jeweils Mittwoch und Freitag von 14.00 bis 19.00 Uhr, am Samstag von 10.00 bis 15.00 Uhr geöffnet. Weitere Informationen gibt es auf www.impfung.at. (APA/red)

Anwendungsempfehlungen für Impfungen aktualisiert

Das Nationale Impfgremium (NIG) hat seine Anwendungsempfehlungen für Covid-19-Impfungen aktualisiert. Dreimal geimpfte Personen, die zusätzlich eine Omikron-Infektion (BA.1, BA.2 oder BA.4, BA.5) durchgemacht haben, zeigen eine gute Boosterantwort und Immunität gegen BA.4/BA.515; 16; 17; 18, heißt es. Vor allem die unter 60-Jährigen können unter solchen Voraussetzungen die Auffrischung vorerst aufschieben.

Bis zu sechs Monate nach der Infektion sei durch den „Booster“ für diese Gruppe keine Verbesserung des Immunschutzes zu erwarten „und damit kann die 4. Impfung entsprechend verschoben werden“, so die Experten. Respiratorische Infektionen hinterlassen aber keine dauerhafte systemische Immunität. „So benötigen Personen ab fünf Jahren jedenfalls für eine breite und gut ausgeprägte Immunitätslage in Hinblick auf SARS-CoV-2 eine Grundimmunisierung bestehend aus drei Impfungen (Schema 2+1), unabhängig von durchgemachten Infektionen“, wird weiterhin betont.

„Eine Impfung trotz durchgemachter Infektion schadet nicht, kann aber bei Unterschreiten des empfohlenen Intervalls in der Boosterantwort eingeschränkt sein und in Einzelfällen zu vermehrten Impfreaktionen führen“, wurde festgehalten. Unerkannte asymptomatische bzw. nicht abgeklärte/laborbestätigte leichte Infektionen könnten ignoriert und Impfungen nach dem vorgesehenen Schema durchgeführt werden. Personen mit PCR-bestätigter Infektion vor der 1. oder im Intervall zwischen 1. und 2. Impfung sollten laut diesen Empfehlungen ab ca. vier Wochen nach abgelaufener Infektion (negativer PCR-Test) bzw. Genesung geimpft werden.

Für Personen mit PCR-bestätigter Infektion nach zwei oder mehr Impfungen gelte: bei asymptomatischem Verlauf nach Schema impfen möglich, ein Aufschub bis zu sechs Monate aber auch, nach symptomatischer Infektion können vor allem die unter 60-Jährigen bis zu einem halben Jahr zuwarten. Bei Älteren und Risikopersonen – in diesem Fall altersunabhängig – kann die Impfung laut NIG nach Genesung auch vor Erreichen der sechs Monate erfolgen.

Generell sei bei Covid-19 im Impfschema eine gewisse zeitliche Variabilität in Ordnung, Abstände von deutlich weniger als vier Monaten für die 3. und besonders für weitere Impfungen sollten aber vermieden werden. Nach der Grundimmunisierung schwinde bei deutlichem Überziehen der empfohlenen Intervalle zwar der Impfschutz, die Boosterfähigkeit bleibt jedoch erhalten, so das NIG.

Mittlerweile sind drei bivalente – an die Omikron-Varianten angepasste – Impfstoffe für die Anwendung ab zwölf Jahren zugelassen und teilweise auch bereits in Österreich verfügbar. Grundsätzlich können die Auffrischungsimpfungen ab zwölf durchgeführt werden und sind weiterhin „jeder Person empfohlen, die sich schützen will“. Das NIG rät speziell ab 60, Risikopersonen inklusive Schwangeren und Personen mit erhöhter Exposition etwa im Beruf zum 4. Stich. Dabei könne der gleiche oder ein anderer Impfstoff wie bei der Grundimmunisierung verwendet werden. Der Vorzug wird den bivalenten mRNA-Impfstoffen gegeben, weil für sie eine Zulassung als 4. Impfung durch die europäischen Behörden vorliegt. Es können aber auch monovalente Impfstoffe eingesetzt werden, dies dann „off-label“. (APA)

EMA empfiehlt dauerhafte Zulassung für mRNA-Impfstoffe

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat angesichts der nachgewiesenen Wirksamkeit und Qualität der beiden mRNA-Impfstoffe gegen das Coronavirus empfohlen, deren bedingte Zulassung in eine Standardzulassung umzuwandeln. Für die Impfstoffe Comirnaty von Biontech/Pfizer und Spikevax von Moderna bedeute dies, dass die Zulassung nicht mehr jährlich überprüft und erneuert werden müsse, teilte die EMA am Freitag, 16.9., in Amsterdam mit.

Für das Ausstellen der dauerhaften Zulassung ist nun die EU-Kommission zuständig.

Für beide Impfstoffe wurde zum Zeitpunkt ihrer Zulassung eine bedingte Genehmigung für das Inverkehrbringen erteilt, wie die EMA mitteilte. Damit waren die Unternehmen verpflichtet, die Ergebnisse der laufenden klinischen Studien vorzulegen und zusätzliche Daten über die pharmazeutische Qualität des Impfstoffs im Hinblick auf die geplante Ausweitung der Produktion zu liefern.

Wie die EMA nun erklärte, hätten diese Versuche und zusätzliche Studien beruhigende Daten zu wichtigen Aspekten wie der Wirksamkeit der Impfstoffe bei der Verhinderung schwerer Corona-Erkrankungen geliefert. Darüber hinaus hätten die Unternehmen alle angeforderten zusätzlichen Daten zur pharmazeutischen Qualität der Impfstoffe vorgelegt. Deshalb sei nun der Weg frei für eine Standardzulassung. (APA/dpa)

Studie: Corona-Impfstoffe bringen deutscher Pharmabranche Milliarden

Die deutsche Pharmaindustrie wird laut einer Studie über Jahre hinweg kräftig von Corona-Impfstoffen profitieren. Bis 2030 ergebe sich daraus ein zusätzlicher Produktionswert von 16,1 Milliarden Euro, heißt es in einer Analyse des Verbandes forschender Arzneimittelhersteller (vfa). Im Zuge der Impfstoffherstellung entstehe ein Arbeitsvolumen, das rechnerisch 57.200 Beschäftigungsverhältnissen über ein Jahr entspreche. Die Effekte seien konservativ geschätzt, so die Autoren.

Dank des vom Mainzer Hersteller Biontech maßgeblich mitentwickelten Corona-Impfstoffs Comirnaty seien allein aus Lizenzeinnahmen Gelder im oberen zweistelligen Milliardenbereich in den hiesigen Standort geflossen. Im vergangenen Jahr schuf die deutsche Pharmaindustrie direkt und indirekt eine Bruttowertschöpfung von rund 33,6 Milliarden Euro, gab direkt fast 55.000 Menschen Arbeit und sorgte für 11,7 Milliarden Euro an Steuereinnahmen, hieß es in der Studie. Zuvor hatte der „Spiegel“ darüber berichtet.

„Die deutsche Pharmaindustrie festigt ihre Rolle als Zukunftsbranche und Schlüsselindustrie, von der andere Wirtschaftszweige in zunehmendem Maße profitieren“, sagte vfa-Präsident Han Steutel der Nachrichtenagentur dpa. Mit der erfolgreichen Anwendung der mRNA-Technologie bei der Impfstoffentwicklung sei eine „vielversprechende Basis für künftige Forschungsdurchbrüche“ gelegt. Die mRNA-Technologie, auf der der Biontech-Impfstoff basiert, gilt als erfolgversprechende Methode zur Behandlung etwa von Krebserkrankungen. Dabei ergäben sich „enorme volkswirtschaftliche Wachstumspotentiale“ für die Pharmabranche, schreiben die Autoren. (APA/dpa)

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