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Multiple Sklerose: Daten sprechen für den frühen Einsatz hochwirksamer Therapien

Multiple Sklerose-Myelin-Erkrankung

Aktuelle, im Rahmen des EAN-Kongresses 2022 vorgestellte Daten stützen die These, dass ein früher Einsatz hochwirksamer MS-Therapien langfristig die Prognose verbessern kann. So zeigen neue Daten aus den Phase-III-Studien ASCLEPIOS I/II und der offenen ALITHIOS-Erweiterung, dass eine kontinuierliche Behandlung mit dem Anti-CD20-Antikörper Ofatumumab über bis zu vier Jahre im Vergleich zu einer späteren Umstellung von Teriflunomid auf Ofatumumab die Wahrscheinlichkeit erhöht, über längere Zeit frei von Anzeichen von Krankheitsaktivität (NEDA-3) zu bleiben. Weiters profitieren die Patienten auch in kognitiver Hinsicht von der frühen, aggressiven Therapie.

Die im Rahmen des diesjährigen EAN-Kongresses vorgestellte gemeinsame Leitlinie zur Behandlung der Multiplen Sklerose (MS) bei Erwachsenen weist den sogenannten hochwirksamen krankheitsmodifizierenden Medikamenten (DMDs) hohen Stellenwert zu. Diese können bei Vorliegen eines ungünstigen Risikoprofils bereits in der First Line indiziert sein, sollen aber jedenfalls zum Einsatz kommen, wenn unter Behandlung mit weniger wirksamen Substanzen Krankheitsaktivität persistiert. Zu den hochwirksamen DMDs gehören auch die monoklonalen Anti-CD20-Antikörper wie Ofatumumab, das einmal monatlich durch eine subkutane Injektion vom Patienten selbst verabreicht wird.1 Anti-CD20-Antikörper führen zu Lyse und Depletion bestimmter Populationen von B-Zellen.

Im Verlauf des EAN-Kongresses wurden auch neue Daten aus verschiedenen Studien zu Ofatumumab vorgestellt, darunter weitere Auswertungen der Phase-III-Studien ASCLEPIOS I/II und der offenen ALITHIOS-Erweiterung. In den beiden ASCLEPIOS-Studien wurde Ofatumumab in einem Kollektiv von Patienten mit schubförmiger MS (RRMS) mit Teriflunomid, einem oralen Inhibitor der Pyrimidin-Synthese, verglichen. Ofatumumab führte im Vergleich zu Teriflunomid zu einer signifikanten Reduktion der annualisierten Schubrate in der Größenordnung von 50 Prozent. Auch hinsichtlich der Behinderungsprogression und anderer sekundärer Endpunkte war Ofatumumab überlegen.2 Die Studien werden in der offenen Extensionsstudie ALITHIOS weitergeführt. In diese Verlängerungsstudie wurden auch Patienten aus der Teriflunomid-Gruppe eingeschlossen und auf Ofatumumab umgestellt (Switch-Gruppe).

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