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EAN 2022

Wie Darmbakterien das Progressionsrisiko bei MS beeinflussen

Eine belgische Studie konnte über mehr als vier Jahre eine signifikante Assoziation zwischen einem bestimmten Enterotyp und fortschreitender Behinderung bei Patienten mit schubförmig verlaufender Multipler Sklerose zeigen.

Das Darmmikrobiom steht über die „Gut-Brain-Axis“ mit dem Gehirn in Verbindung und wird auch mit dem individuellen Risiko, eine Autoimmunerkrankung zu entwickeln, in Verbindung gebracht. Bei verschiedenen neurologischen Erkrankungen wie Morbus Parkinson, Multipler Sklerose (MS) oder Morbus Alzheimer konnten Alterationen des Darmmikrobioms im Sinne einer Dysbiose nachgewiesen werden, wobei Dysbiose ebenso eine eingeschränkte Diversität des Darmmikrobioms wie auch das Vorhandensein pathologischer Bakterien bedeuten kann.

Dr. Ayla Pauwels von der Freien Universität Brüssel unterstreicht jedoch, dass die Befunde, die auf eine Beeinflussung dieser Zustandsbilder durch Beeinflussung des Mikrobioms sprechen, bislang in erster Linie aus Tiermodellen stammen. So ist es beispielsweise gelungen, im Mausmodell der MS (experimentelle Autoimmun-Enzephalomyelitis) durch Stuhltransplantation die Erkrankung von einem Tier auf ein anderes zu übertragen.1

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