Home / Medizin / Innere Medizin / Kardiologie / Werden Wearables das Holter-EKG ablösen?
Jahrestagung der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft (ÖKG)

Werden Wearables das Holter-EKG ablösen?

Frau, die nach dem Sporttraining die Herzfrequenz überprüft

Immer mehr Menschen tragen im Alltag Smartwatches oder smarte Armbänder, die auch als kardiologisches Diagnosetool genutzt werden können. Wird das Holter-EKG bald überflüssig?

Als dem amerikanischen Biophysiker Norman J. Holter vor 75 Jahren die erste drahtlose Übertragung eines EKGs gelang, war dafür noch ein 45kg schwerer, auf dem Rücken getragener Apparat erforderlich. Mit deutlich kleineren Geräten hielt das Langzeit-EKG ab 1965 auch in Europas Kliniken Einzug und ist bis heute aus der kardiologischen Diagnostik nicht wegzudenken. „Das Holter-EKG ist noch immer der Goldstandard, um Arrhythmien während der normalen Tagesaktivität zu detektieren, zu dokumentieren und zu analysieren“, betont OÄ Dr. Dagmar Burkart-Küttner, 2. Medizinische Abteilung, Hanusch-Krankenhaus, Wien.

Indikationen für das Holter-EKG:

  • Symptome, die mit einer Arrhythmie korreliert werden können (z.B. Synkopen, Schwindel, Brustschmerzen, Palpitationen oder Kurzatmigkeit)
  • Therapieüberprüfung (Beginn, Fortsetzung oder Beendigung einer antiarrhythmischen Behandlung)
  • Risikostratifizierung bei bestimmten Herzerkrankungen (etwa bei asymptomatischem WPW-Pattern, Chanellopathien, koronarer Herzerkrankung, hypertropher Kardiomyopathie oder bei pädiatrischen Patienten)
LOGIN