Home / Medizin / Innere Medizin / Hämatologie und internistische Onkologie / Decitabin: verträgliche Induktion bei AML

EHA 2022

Decitabin: verträgliche Induktion bei AML

Arzt und älterer Patient mit unheilbarer Krankheit im Krankenhaus

In einer Phase-III-Studie zeigt Decitabin bei älteren Patienten mit akuter myeloischer Leukämie im Vergleich zu einer Standard-Induktionstherapie deutlich bessere Verträglichkeit bei weitgehend vergleichbarer Wirksamkeit.

Die akute myeloische Leukämie (AML) betrifft mehrheitlich Menschen über 65 Jahre, die im Vergleich zu Jüngeren konventionelle Induktions-Chemotherapien schlechter vertragen. Ohne hämatopoetische Stammzelltransplantation ist ihr Überleben schlecht. Weniger toxische Induktionsregime werden daher dringend benötigt. Seit einigen Jahren werden DNA-hypomethylierende Substanzen wie Decitabin als verträglichere Alternativen für Patienten untersucht, die die Standard-Induktionstherapien nicht vertragen.

Decitabin ist ein synthetisches Nukleosid und ein chemisches Analogon des Nukleosids Desoxycytidin. Es wird in die DNA eingebaut, wo es selektiv die DNA-Methyltransferase hemmt und dadurch hypomethylierend bzw. demethylierend wirkt. Eine auf zehn Tage verlängerte Behandlung mit Decitabin hat in Studien mit älteren Patienten Potenzial gezeigt und könnte in dieser Population eine Alternative zur Standard-Induktionstherapie vor Stammzelltransplantation sein.

LOGIN