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Digitalisierung des Gesundheitssystems

E-Rezept in ganz Österreich eingeführt

Arzt im Krankenhaus beim Schreiben digitaler Tablets

Das E-Rezept soll für mehr Transparenz, weniger Aufwand und eine höhere Sicherheit sorgen, betonte Peter Lehner, Vorsitzender der Konferenz der Sozialversicherungsträger, anlässlich der österreichweiten Einführung dieses Tools. Bereits zu Jahresbeginn wurde mit dem Rollout begonnen, der nun abgeschlossen ist. Für Lehner ist dieses Projekt damit noch nicht abgeschlossen, er hat in Sachen E-Rezept noch einiges vor.

Am 1. Juni fiel der Startschuss für das E-Rezept in Österreich. „Mit der Einführung des E-Rezepts wird das Papierrezept ersetzt und der gesamte Rezeptprozess, von der Ausstellung über das Einlösen bis zur Abrechnung, digitalisiert“, erklärte Peter Lehner, Vorsitzender der Konferenz der Sozialversicherungsträger, bei einem Pressetermin und betonte: „Das E-Rezept ist der nächste Meilenstein in der Digitalisierung des Gesundheitssystems.“

Rollout findet seit Jahresbeginn statt

Das E-Rezept wurde in einem Pilotprojekt in Kärnten im Sommer 2021 getestet und danach sukzessive in Österreich ausgerollt. „Im ersten Halbjahr wurden bereits 7,7 Millionen E-Rezepte ausgestellt, 82 Prozent der Ordinationen und 93 Prozent der Apotheken nutzen es bereits“, so Lehner. Er bezifferte die Kosten für die Einführung mit 2,4 Millionen Euro Entwicklungskosten in der Sozialversicherung und vier Millionen Euro für Implementierung und Support für die Systempartner.

Aufwand wird reduziert

Dank seiner leichten Überprüfbarkeit biete das E-Rezept laut Lehner mehr Transparenz, der Verwaltungsaufwand würde deutlich reduziert und es sei eine hohe Fälschungssicherheit sowie Schutz vor Betrug gegeben, da jedes Rezept nur einmal eingelöst werden könne. Er unterstrich, dass sich mit dem E-Rezept für Ärzte der Verwaltungsaufwand reduziert. „Die Arztunterschrift auf dem Rezept wird durch eine elektronische Signatur ersetzt und es besteht die Möglichkeit der kontaktlosen Verschreibung“, so Lehner. Darüber hinaus würden besonders Apotheken davon profitieren: „Für Apotheken bedeutet das E-Rezept eine Erleichterung bei der Abrechnung, den Wegfall der Archivierung der Papierrezepte und einen geringeren Beratungsaufwand zur Rezeptgebührenbefreiung.“ Mit der nun erfolgten bundesweiten Einführung des E-Rezeptes ist das Projekt aber noch nicht beendet. In der Sozialversicherung wird laut Lehner bereits an der Weiterentwicklung des Projektes gearbeitet: „Wir möchten als Service für unsere Versicherten Privatrezepte in das E-Rezept-System einbinden und künftig grenzüberschreitende Rezepte innerhalb der EU ermöglichen.“

So funktioniert das E-Rezept

Das Kassenrezept wird nicht mehr auf Papier ausgestellt, sondern die Ärztin oder der Arzt erstellt das E-Rezept und speichert dieses im E-Card-System. Die Information liegt elektronisch vor. In der Apotheke kann ein bestimmtes E-Rezept mit einem QR-Code via App auf dem Smartphone oder mittels 12-stelliger alphanumerischer E-Rezept-ID (REZ-ID) eingelöst werden. Der Scan eines Ausdrucks ist ebenso möglich. Mit dem Stecken der E-Card können in der Apotheke alle offenen E-Rezepte des Versicherten abgerufen werden. Die Abholung von Medikamenten durch Dritte ist nun ebenso möglich: Der QR-Code bzw. die E-Rezept-ID kann via Smartphone oder als Ausdruck weitergegeben werden. Das Abrufen des E-Rezepts auf dem Smartphone funktioniert per App (BVA, ÖGK, SVSGo oder Meine SV). Der Login erfolgt mit Handy-Signatur oder ID-Austria. Über den Menüpunkt „E-Rezept“ ist das Rezept abrufbar. Hier werden alle E-Rezepte der versicherten Person und aller Mitversicherten unter 14 Jahren angezeigt. Nach der Abholung erfolgt elektronisch die Erfassung der Abgabe und die Abrechnung zwischen der Apotheke und dem Sozialversicherungsträger. Für nicht digital affine Personen besteht nach wie vor die Möglichkeit, dass der Arzt das Rezept ausdruckt.

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