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Frühjahrstagung der Österreichischen Diabetes Gesellschaft (ÖDG)

Eine interdisziplinäre Herausforderung

Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2 sind häufig multimorbide und weisen erhöhte Risiken für zahlreiche Folgeerkrankungen und Komplikationen auf. Erfreulicherweise konnten für die zunächst als orale Antidiabetika zugelassenen SGLT2-Inhibitoren günstige Effekte sowohl auf kardiale als auch renale Endpunkte nachgewiesen werden.

Häufig betreffen Endorganschäden im Verlauf eines Typ-2-Diabetes das Herz. Und das nicht nur infolge vermehrt auftretender koronarer Herzkrankheit. In vielen Fällen steht auch die Entwicklung einer Herzinsuffizienz in direkter Verbindung mit dem Diabetes, wie Prim. Prof. Priv.-Doz. Dr. Thomas Gremmel, Leiter der 1. Medizinischen Abteilung, Landeskrankenhaus Mistelbach ausführt. Generell sind in der Altersgruppe jenseits der 70 rund 10 Prozent der Bevölkerung von herzinsuffizient. Bei fast der Hälfte der Patienten mit Herzinsuffizienz liegt ein Typ-2-Diabetes vor, so Gremmel. Daher ist ein Screening von Diabetes-Patienten auf Herzinsuffizienz sinnvoll. Dieses ist sowohl mit dem Herzultraschall als auch über eine Bestimmung des NTproBNP relativ einfach durchzuführen.
Die Prognose der Herzinsuffizienz ist generell nicht gut, bei schlechter Kontrolle der Erkrankung sogar sehr schlecht. Studiendaten zeigen, dass bei Patienten mit einer linksventrikulären Auswurffraktion unter 35 Prozent und mehrfachen Hospitalisierungen die Mortalität über drei Jahre in der Größenordnung von 50 Prozent liegt. Im Gegensatz dazu lebten von Patienten, die nicht hospitalisiert werden mussten, nach drei Jahren noch rund 80 Prozent.1 Die Hospitalisierung ist bei Herzinsuffizienz also ein relevanter Endpunkt mit erheblicher Bedeutung für die Prognose.

SGLT2-Inhibitoren wirken auch unabhängig vom Diabetes

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