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Covid-19 Update 27.04.2022

Netzhautschäden infolge von Corona-Infektion; NIG empfiehlt Booster ab 5 Jahren

Coronavirus Warnung

+++ Corona-Infektion kann Netzhautschäden verursachen – Nationales Impfgremium empfiehlt Booster-Impfung ab fünf Jahren – Biotech beantragt US-Zulassung von Drittimpfung für Kinder – Schutz gegen Omikron sinkt einige Monate nach Biontech/Pfizer-Booster – Atemtest auf SARS-CoV-2 in den USA zugelassen – Covid-19/Grippe-Impfstoff: Erste Novavax-Daten zeigen Machbarkeit – EMA will mehr Daten vor Zulassung von Valneva-Vakzin – 2020 ging Lebenserwartung in der EU zurück – WHO besorgt über fallende Corona-Testzahlen +++

Corona-Infektion kann Netzhautschäden verursachen

Rund jede zehnte Person, die wegen einer Coronavirus-Infektion ins Spital eingeliefert werden musste, zeigte einer Studie zufolge weiße Flecken auf der Netzhaut. Diese krankhaften Veränderungen seien nach drei Monaten allerdings wieder abgeklungen, wie ein Schweizer Forscherteam aus Genf in der Fachzeitschrift „Journal of Clinical Medicine“ berichtete (https://doi.org/10.3390/jcm11071828).
Die Forscher untersuchten die Augen von 172 hospitalisierten Patienten, die als Folge einer SARS-CoV-2-Infektion an Atemnot litten. Demnach wiesen elf Prozent von ihnen Netzhautschäden auf, die sich in weißen Flecken manifestierten. Zurückzuführen seien diese auf einen Verschluss der kleinen Arterien, ausgelöst durch eine Embolie oder Entzündungen, ließ sich Hauptautorin Gordana Sunaric Mégevand in einer Mitteilung des Universitätsspitals Genf (HUG) am Dienstag, 26.4., zitieren.
Solche weißen Flecken kennt man vor allem von Menschen mit Diabetes oder Bluthochdruck. Die vorliegende Studie zeigte jedoch, dass die beobachtete Netzhautschädigung hauptsächlich der Virusinfektion geschuldet war. Bei einer Nachuntersuchung drei Monate später waren die weißen Flecken bei allen Patienten verschwunden, nachhaltige Sehstörungen beobachteten die Wissenschafter keine.
Ihnen zufolge sind die Mechanismen, wie SARS-CoV-2 Netzhautschäden verursacht, noch nicht genau verstanden. Mögliche Ursachen könnten demnach Sauerstoffmangel oder eine direkte Gewebeschädigung durch das Virus sein. (APA/sda)

Nationales Impfgremium empfiehlt Booster-Impfung ab fünf Jahren

Die Experten des Nationalen Impfgremiums (NIG) haben sich für eine Booster-Impfung gegen Covid-19 ab fünf Jahren ausgesprochen. „Bei Kindern von fünf bis elf Jahren soll diese dritte Impfung spätestens zu Schulbeginn vor den voraussichtlich nächsten Infektionswellen im Spätsommer/Herbst 2022 erfolgen“, heißt es in der neuen Anwendungsempfehlung (http://go.apa.at/xOjE7m58). Empfohlen wird eine dritte Impfung ab sechs Monaten nach der Zweitimpfung, betonte das Gesundheitsministerium am Montagnachmittag (25.4.).

Außerdem wird von den Medizinern festgehalten, dass man für einen bestmöglichen und längerfristigen Schutz insgesamt drei Impfungen benötigt, auch wenn man bereits eine Infektion mit SARS-CoV-2 durchgemacht hat. Wissenschaftliche Daten zeigen, dass immunkompetente Personen für einen bestmöglichen und langfristigen Impfschutz insgesamt drei Impfungen benötigen, wurde erläutert. Diese drei Impfungen sind aus immunologischer Sicht als Grundimmunisierung anzusehen, also nicht nur als Auffrischung.

Durchgemachte Infektionen mit SARS-CoV-2 führen lediglich zu einer zeitlichen Verschiebung dieser Impfungen und zu einer verbesserten Immunitätslage, ersetzen aber keineswegs einzelne Impfungen. Eine Infektion hat daher lediglich Auswirkungen auf den empfohlenen Zeitpunkt für die nächste Impfung, wurde betont. Das NIG begründet das damit, dass respiratorische Infektionen keine dauerhafte systemische Immunität hinterlassen. „Genesenen ab einem Alter von fünf Jahren werden also insgesamt drei Impfungen für die Grundimmunisierung empfohlen“, heißt es in der aktualisierten Anwendungsempfehlung.

„Die Corona-Schutzimpfung hat unzähligen Menschen das Leben gerettet und tut das auch weiterhin“, betonte Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) in der Aussendung. „Sie minimiert nachweislich das Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken oder sogar zu sterben. Kommt es trotz einer Impfung zu einer Covid-19-Erkrankung, so verläuft diese im Normalfall deutlich milder.“ Die laufende Anpassung der Empfehlungen des NIG gewährleiste, „dass neue wissenschaftliche Erkenntnisse ständig eingearbeitet werden“. (APA)

Biontech beantragt US-Zulassung von Drittimpfung für Kinder

Der deutsche Impfstoffentwickler Biontech und sein US-Partner Pfizer haben in den USA eine Zulassung einer Corona-Auffrischungsimpfung für Fünf- bis Elfjährige beantragt. Die entsprechenden Dokumente wurden bei der US-Arzneimittelbehörde FDA eingereicht, wie beide Unternehmen am Dienstag, 26.4., mitteilten.

Bei einer klinischen Studie habe eine dritte Dosis des Biontech-Pfizer-Vakzins etwa sechs Monate nach der zweiten Dosis bei Kindern zwischen fünf und einschließlich elf Jahren zu einer „starken Immunantwort“ geführt, hieß es in einer Pressemitteilung. Es habe keine Sicherheitsprobleme gegeben. Biontech und Pfizer kündigten zudem an, sie wollten entsprechende Anträge in den kommenden Wochen auch bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) und bei anderen Aufsichtsbehörden einreichen.

Der Biontech-Pfizer-Impfstoff ist in den USA für Kinder ab einem Alter von fünf Jahren zugelassen. Ein sogenannter Booster ist ab einem Alter von zwölf Jahren möglich. Im März wurde eine vierte Impfdosis für Menschen ab 50 Jahren genehmigt. (APA/AFP)

Schutz gegen Omikron sinkt einige Monate nach Biontech/Pfizer-Booster

Der nach einer Auffrischimpfung mit dem Biontech/Pfizer-Vakzin zunächst hohe Schutz gegen Spitalsbehandlungen bei Omikron verringert sich nach neuen Studiendaten bereits nach einigen Monaten. Das geht aus einer im Fachblatt „The Lancet Respiratory Medicine“ veröffentlichten Untersuchung aus Südkalifornien hervor (http://go.apa.at/HvSRWsml).

„Covid-19-Auffrischimpfungen mit Pfizer/Biontech verbessern den Schutz gegen Omikron signifikant, obwohl dieser Schutz nach drei Monaten gegen Besuche in der Notaufnahme und sogar gegen Krankenhausaufenthalte nachzulassen scheint“, resümierte die Hauptautorin der Studie, die Epidemiologin Sara Y. Tartof vom Gesundheitskonsortium Kaiser Permanente, laut Mitteilung. Eine gewisse Wirksamkeit blieb jedoch auch dann noch erhalten.

Für die Studie analysierten die Forscher 11.123 Krankenhauseinweisungen sowie Besuche in der Notaufnahme, die nicht zu einer Krankenhauseinweisung wegen einer akuten Atemwegsinfektion führten. Im Untersuchungszeitraum Dezember 2021 bis Februar 2022 waren sowohl die Delta- als auch die Omikron-Variante im Umlauf.

Das Ergebnis der von Pfizer finanzierten Studie: Nach drei Dosen betrug die Wirksamkeit des Impfstoffs von Biontech/Pfizer gegen Krankenhauseinweisungen wegen Omikron 85 Prozent innerhalb der ersten drei Monate. Sie fiel aber auf 55 Prozent nach drei Monaten oder länger. In Bezug auf das Aufsuchen einer Notaufnahme lag die Wirksamkeit von drei Dosen bei weniger als drei Monaten gegen Omikron bei 77 Prozent, fiel aber nach drei Monaten oder länger auf 53 Prozent.

Bei der Delta-Variante waren die Trends in Bezug auf die Abnahme der Wirksamkeit gegen SARS-CoV-2 im Allgemeinen ähnlich, jedoch wurde die Wirksamkeit zu jedem Zeitpunkt höher eingeschätzt als bei der Omikron-Variante. Die Wirkung des Vakzins von Biontech/Pfizer gegen Omikron war im Schnitt nach drei Dosen wesentlich höher als nach zwei Dosen.

In Österreich empfiehlt das Nationale Impfgremium (NIG) eine vierte Impfung nur für Risikogruppen. Dies gilt für Über-80-Jährige allgemein sowie für Über-65-jährige mit Vorerkrankungen. Sie sollen frühestens vier Monate, idealerweise ein halbes Jahr nach dem dritten Stich noch einmal immunisiert werden. Allen anderen sollte eine Impfung jedoch auch nicht verwehrt werden. Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hatte Anfang April erklärt, eine vierte Dosis für alle Bürger sei derzeit nicht notwendig. Sie könne aber für Menschen ab 80 Jahren sinnvoll sein angesichts des höheren Risikos einer schweren Covid-Erkrankung. (APA/dpa)

Atemtest auf SARS-CoV-2 in den USA zugelassen

Die Covid-19-Pandemie treibt die Forschung in vielen Bereichen voran. Bei den SARS-CoV-2-Tests könnte die nächste Innovation anstehen: Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat Mitte April den ersten Atemtest auf Covid-19-Infektionen vorläufig zugelassen. In der Atemluft im Falle einer Ansteckung vorhandene Proteine werden dabei als Marker verwendet. Die Genauigkeit ist hoch, schrieb die US-Behörde.

„Die heutige Zulassung ist nur ein zusätzliches Beispiel für die schnellen Innovationen bei den diagnostischen Tests auf Covid-19. Die FDA wird weiterhin die Entwicklung von neuen Covid-19-Tests unterstützen. Das Ziel sind technologische Fortschritte, mit denen man der gegenwärtigen Pandemie besser begegnen und die USA für den nächsten Notfall in der Öffentlichen Gesundheit in eine bessere Position bringen kann“, wurde Jeff Shuren, Direktor der Abteilung der US-Zulassungsbehörde für Medizintechnik und Radiologie, in einer Aussendung zitiert (http://go.apa.at/evGzSA0f).

Bei der Zulassung handelt es sich um eine „Notzulassung“ (Emergency Use Authorization, EUA), wie sie unter dem US-Arzneimittel-/Medizintechnikrecht möglich ist. Dies ist eine vorläufige Maßnahme, um einen schnelleren Zugang zu Innovationen zu ermöglichen. Im Lauf der Pandemie wurde dies in den USA zunächst auch für die Covid-19-Impfstoffe genützt.

Das Testverfahren stammt vom texanischen Medizintechnikunternehmen InspectIR-Systems. Es hat Atemluftanalysegeräte auch für Anwendungen im Drogenbereich entwickelt. Der „Covid-19 Breathalyzer“ weist nicht direkt SARS-CoV-2 nach, sondern kombiniert in einem koffergroßen Gerät einen Gaschromatographen und ein Gerät zur Massenspektrometrie. Aus der Atemluft – die Probanden blasen direkt durch einen Einweg-Schlauch in das Gerät – werden fünf flüchtige organische Verbindungen aufgetrennt (Gaschromatographie) und dann per Massenspektrometrie identifiziert. Das Ergebnis liegt bereits binnen drei Minuten vor. Bei einem positiven Testergebnis sollte dann eine PCR-Untersuchung folgen.

Die Testergebnisse waren offenbar gut. „Die Leistungen des InspectIR Covid-19 Breathalyzer wurden in einer großen Studie mit 2.409 Probanden mit und ohne Symptome validiert. In dieser Studie zeigte das Testverfahren eine Sensitivität von 91,2 Prozent (Prozentanteil von korrekt identifizierten positiven Befunden) und eine Spezifität von 99,3 Prozent (Prozentanteil der korrekten Bestimmung negativer Proben)“, schrieb die FDA. Die Spezifität solcher Tests ist auch abhängig von der Häufigkeit positiver Befunde in einer Personengruppe. Ging man von einem Anteil von 4,2 Prozent SARS-CoV-2-positiver Befunde (Infektionsrate) in einer Personengruppe aus, stieg die Spezifität (Aussagekraft über den Ausschluss einer Infektion) sogar auf 99,6 Prozent.

Das Verfahren könnte ein erster Anstoß für diese Technologie auf dem Gebiet von Covid-19 sein. Das texanische Medizintechnikunternehmen besitzt derzeit erst beschränkte Produktionskapazitäten von rund hundert solcher Geräte pro Woche. Eingesetzt werden könnten sie beispielsweise auf Flughäfen bzw. in Situationen, in denen sehr schnell ein Verdachtsfall abgeklärt werden soll. (APA)

Covid-19/Grippe-Impfstoff: Erste Novavax-Daten zeigen Machbarkeit

Das US-Biotechnologieunternehmen Novavax hat am Freitag, 22.4., erste Ergebnisse einer klinischen Phase 1/2-Studie seines Covid-Grippe-Kombinationsimpfstoffs (CIC) veröffentlicht: Die Formulierung der kombinierten Vakzine sei machbar, gut verträglich und immunogen. „Diese Daten sind vielversprechend“, sagte Gregory M. Glenn, Präsident für Forschung und Entwicklung.

Es sei von einem Bedarf für wiederkehrende Auffrischungsimpfungen sowohl gegen Covid-19 als auch gegen die saisonale Grippe auszugehen, so Glenn. Die neuen Daten würden zeigen, „dass zukünftig ein Kombinationsimpfstoff aus Covid-19 und Grippe gleichzeitig mit den Einzelimpfstoffen gegen Grippe und Covid-19 Bestand haben könnte“.

Das Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil des Kombinationsimpfstoffs entsprach in der Studie den Referenzformulierungen des Einzelimpfstoffs NVX-CoV2373 und des vierwertigen Grippeimpfstoffs mit Nanopartikeln. Der Kombinationsimpfstoff habe sich „im Allgemeinen als gut verträglich“ erwiesen. Schwerwiegende Nebenwirkungen waren demnach „selten und konnten nicht mit dem Impfstoff in Verbindung gebracht werden“, berichtete der auf die Entwicklung und Vermarktung von Vakzinen gegen schwere Infektionskrankheiten spezialisierte Konzern.

Die vorläufigen Studienergebnisse ergaben, dass verschiedene CIC-Impfstoffformulierungen Immunreaktionen bei Teilnehmern auslösten, die mit den Referenzimpfstoffformulierungen für Grippe (Influenza) und Covid-19 – für die Antigene H1N1, H3N2, B-Victoria HA und SARS-CoV-2 rS – vergleichbar waren. Die Modellierungsergebnisse zeigten demnach auch, dass eine kombinierte Formulierung das Potenzial habe, die Gesamt-Antigenmenge um bis zu 50 Prozent zu reduzieren und so die Produktion und Verabreichung zu optimieren.

Eine Phase-2-Bestätigungsstudie soll Ende 2022 beginnen. Die aktuellen Studienergebnissen wurden auf dem World Vaccine Congress (WVC) in Washington, DC, vorgestellt. (APA)

EMA will mehr Daten vor Zulassung von Valneva-Vakzin

Eine etwaige EU-Zulassung des Covid-Totimpfstoffs vom austro-französischen Unternehmen Valneva lässt weiter auf sich warten. Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der EU-Arzneimittelagentur EMA habe in der Vorwoche eine weitere Liste von Fragen vorgelegt. Darin werden zusätzliche Daten und Begründungen für eine bedingte Marktzulassung gefordert, teilte Valneva am Montag in einer Aussendung mit. Der Impfstoffhersteller reagierte „enttäuscht“ auf das Vorgehen der EMA.

Valneva werde in den kommenden Tagen auf die Fragen antworten. Wenn das CHMP die Antworten akzeptiert, rechnet das Unternehmen mit einer bedingten Marktzulassung noch in diesem Quartal. Valneva sei weiterhin davon überzeugt, dass sein inaktivierter Impfstoff die Bedingungen für eine bedingte Marktzulassung erfülle und ein positives Nutzen-Risiko-Profil habe.

„Wir sind enttäuscht, dass die EMA unsere Anträge bisher nicht als ausreichend angesehen hat“, wurde Valneva-Chef Thomas Lingelbach in der Aussendung zitiert. „Wir sind nach wie vor fest entschlossen, gemeinsam mit den Aufsichtsbehörden auf eine Produktzulassung hinzuarbeiten. VLA2001 ist der einzige inaktivierte Covid-19-Impfstoffkandidat in Europa, und wir erhalten weiterhin jeden Tag Nachrichten von Menschen, die sich einen traditionelleren Impfstoffansatz wünschen.“
In der Phase-III-Studie habe Valneva nachgewiesen, dass zwei Dosen von VLA2001 im Vergleich zum Covid-Vakzin von AstraZeneca höhere neutralisierende Antikörperspiegel induzieren und ein deutlich besseres Verträglichkeitsprofil zeigen, hieß es. In Großbritannien hatte die Gesundheitsbehörde MHRA vor zwei Wochen eine bedingte Marktzulassung für das VLA2001 genannte Vakzin zur Grundimmunisierung von Erwachsenen im Alter von 18 bis 50 Jahren erteilt. Im März war bereits eine Notfallgenehmigung in Bahrain ausgesprochen worden.
Bei VLA2001 handelt es sich um den einzigen Ganzvirus-Impfstoffkandidaten, der in Europa in Entwicklung ist. Valneva verfolgt eine Herangehensweise, die seit vielen Jahrzehnten erprobt ist. Dabei wird dem Körper das gesamte abgetötete Virus präsentiert. Somit muss sich das Immunsystem mit allen Erregerteilen auseinandersetzen. Produziert wird in Schottland und Schweden, die Entwicklungsarbeit läuft aber nach Angaben des Unternehmens großteils über Wien.
Nach dem Bericht über den Rückschlag im Zulassungsverfahren brachen die Aktien von Valneva am Montag, 25.4., an der Börse in Paris um mehr als zwölf Prozent ein. Sie steuerten laut Nachrichtenagentur Reuters auf den größten Tagesverlust seit Anfang Jänner zu. (APA)

2020 ging Lebenserwartung in der EU zurück

Erstmals seit den 1960er-Jahren ist die Lebenserwartung in der Europäischen Union im Jahr 2020 Corona-bedingt wieder gesunken. Die meisten EU-Staaten verzeichneten einen Rückgang der durchschnittlichen Lebenserwartung, in Österreich sank diese im Vergleich zu 2019 um 0,7 Jahre (von 82,0 auf 81,3 Jahre), wie das EU-Statistikamt Eurostat am Mittwoch, 27.4., mitteilte. Damit bestätigte die EU-Behörde erste Schätzungen vom April 2021.

Den stärksten Rückgang verzeichnete nach den aktuellen Zahlen Spanien (-1,5 Jahre), gefolgt von Belgien und Bulgarien (beide -1,3 Jahre). Keine Veränderungen gab es in Zypern, Estland und Finnland. Nur in Dänemark stieg die Lebenserwartung um bescheidene 0,1 Jahre. Der EU-Durchschnitt lag 2020 bei 80,4 Jahren (2019: 81,3 Jahre). Die Lebenserwartung war für Frauen (83,2 Jahre) um 5,7 Jahre höher als für Männer (77,5 Jahre).

Männer waren auch in den meisten EU-Staaten vom Rückgang der Lebenserwartung 2020 etwas stärker betroffen als Frauen. Bei Männern sank das Alter um 1,0 Jahre im Vergleich zu 2019, bei Frauen 0,8 Jahre. Für Österreich weist die Statistik eine Verkürzung der durchschnittlichen Lebensdauer bei Männern von 79,7 Jahren im Jahr 2019 auf 78,9 Jahren aus, bei Frauen ging sie 2020 um 0,6 Jahre auf 83,6 Jahre zurück.

Besonders viele Tote forderte das Coronavirus in der zweiten Pandemiewelle im Herbst 2020. Während Österreich noch vergleichsweise glimpflich durch die erste Welle im Frühjahr gekommen war, schnellten nach dem Sommer zuerst die Infektionen und dann auch die Sterbefälle hoch. Zu Jahresende verzeichnete die Statistik Austria so viele Sterbefälle wie seit 1983 nicht mehr. Von 90.517 Toten waren 2020 sieben Prozent auf das Coronavirus zurückzuführen. Die statistische Lebenserwartung sank um mehr als ein halbes Jahr – so viel wie nie zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen 1951. (APA)

WHO besorgt über fallende Corona-Testzahlen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist besorgt über den starken Rückgang der Corona-Tests. Die Datenbanken der WHO erhielten immer weniger Informationen über Infektionen und Gen-Sequenzierungen von entdeckten Viren, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Dienstag, 26.4., in Genf.

„Das macht uns immer blinder und wir können die Muster der Übertragung und Evolution weniger sehen“, sagte Tedros. „Das Virus wird nicht verschwinden, weil die Länder nicht mehr danach suchen. Es verbreitet sich weiter, es verändert sich weiter, und es tötet weiter“, sagte Tedros. Die Gefahr, dass sich eine gefährliche neue Virusvariante entwickelt, sei weiter real. In der vergangenen Woche seien der WHO etwas mehr als 15.000 Todesfälle nach einer Corona-Infektion gemeldet worden. Das war die niedrigste Zahl seit März 2020, sagte Tedros. Der Trend sei höchst willkommen. (APA/dpa)

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