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Endspurt am 8. April

Ärztekammerwahl Salzburg: Neue Liste tritt an, die zwei stärksten Fraktionen fusionieren

Panoramablick auf Salzburg am sonnigen Tag, Österreich

Sie fingen mit Spannung in Tirol am 22. Februar an und werden in Salzburg am 8. April auch spannend enden – die Ärztekammerwahlen. Sechs Listen treten in Salzburg an, wovon drei Listen inhaltlich für zwei ehemalige stehen und eine Wahlgemeinschaft bilden: Die VAS (Vereinte Ärzte Salzburg) und die WGS (Wahlgemeinschaft Spitalsärzte) tun sich zusammen. Die große Unbekannte ist die neue Liste „Zukunft Medizin“.   

2017 wurde nach einem ruhigen Salzburger Wahlkampf die Koalition fortgesetzt. Die „VAS Vereinte Ärzte Salzburg“ konnte ihre 11 (von 31 Mandaten) halten, davon 7 in der Niedergelassenen-Kurie und 4 in der Angestellten-Kurie. Die „WGS – Wahlgemeinschaft Spitalsärzte – Liste Forstner“ gewann ein Mandat dazu und erreichte 9 Mandate. Eine gemeinsame Oppositionsliste kam auf 10 Mandate und die Liste „Leistung und Verantwortung, überparteiliche Liste leitender Krankenhausärzte“ blieb bei einem Mandat.

„Konstruktives Klima“, aber mit klaren Grenzen

Fünf Jahre später verschmelzen die VAS und die WGS bereits vor der Wahl: Sie kandidieren mit ihren Teams als Liste 1 (für die Niedergelassenen-Kurie), Liste 3 (für die selbstständig berufsberechtigten Spitalsärzte) und Liste 6 (für die Turnusärzte). Die VAS versuche, mit allen Gesprächspartnern ein „konstruktives Klima“ zu wahren, setze aber auch „wenn nötig“ klare Grenzen, betont Dr. Christoph Fürthauer, Vizepräsident der Ärztekammer Salzburg. Diesen Weg wolle man weiter beschreiten. Österreichweit möchte die VAS „wieder in maßgeblicher Position“ mitarbeiten, wünscht sich Fürthauer.

Auch Präsident Dr. Karl Forstner, Spitzenkandidat der Liste 3, verweist auf „viel Erfahrung und klare Konzepte“, die die Funktionäre der VAS & WGS hätten. „Wir kennen die Probleme an den Abteilungen, Kliniken, Instituten, an den Krankenhäusern“ sowie die Strukturprobleme im Gesundheitswesen in Salzburg. Und man könne dafür auch Lösungswege aufzeigen, betont der Präsident. Dr. Reinhard Bittner, Spitzenkandidat für die Turnusärzte, ist besonders die Qualität der Ausbildung wichtig, weshalb er sich den Antworten des Präsidenten vollinhaltlich anschließt (siehe unten).

Abseits der VAS & WGS drei Optionen

Abseits der VAS & WGS kandidieren wieder „Die Unabhängigen – Freie Ärzte und Wahlärzte“ (im Gegensatz zu 2017 wieder als eigene Liste), deren wichtigstes standespolitisches Ziel laut Dr. Norbert Stöckl die Implementierung einer Fachgruppe Allgemeinmedizin ist. Auch die „Überparteiliche Liste leitender Krankenhausärzte“ mit Spitzenkandidat Prim. Univ.-Prof. Dr. Gerd Rasp tritt wieder an, da sich „Führung, Kompetenz und die Übernahme von Verantwortungen gerade in letzter Zeit als zentral“ herausgestellt habe.

Bleibt noch die neue Liste „Zukunft Medizin“ als große Unbekannte – ein Zusammenschluss aus 23 Mandataren „aus allen Kurien und Bedürfnissen“, so Dr. Walter Wührer, Spitzenkandidat der Sektion Allgemeinmedizin, Niedergelassenen-Kurie. Was alle verbinde, sei die „Berufung zur menschlichen Medizin“. Die Ärztekammer wird ziemlich kritisiert: Sie solle nicht „als verlängerter Arm“ der Politik fungieren. Die Liste tritt für alle Sektionen an.

Wie geht es weiter? 

Gefragt nach den österreichweiten Wahlzielen, lässt Salzburgs Präsident Forstner durchblicken: Die Konstituierung der Österreichischen Ärztekammer werde sich nach den Wahlergebnissen in den Bundesländern richten und die Salzburger Ärztekammer werde sich „jedenfalls konstruktiv in diese Neugestaltung“ einbringen. 

Wenn diese letzte Wahl geschlagen ist und die konstituierenden Sitzungen der Vollversammlungen mit der Wahl der Präsidien in den einzelnen Bundesländern stattgefunden haben, wird aus dem Kreis der neun Landespräsidenten am Ärztekammertag am 24. Juni 2022 der ÖÄK-Präsident oder die ÖÄK-Präsidentin gewählt.

Die vollständigen Antworten der wahlwerbenden Fraktionen in Salzburg lesen Sie hier:

Ärztekammerwahl in Salzburg am 8. April 2022

Es gibt 6 Wahlvorschläge, wobei die „VAS Vereinte Ärzte Salzburg“ (Liste 1) in Form der Liste 3 und 6 eine Wahlgemeinschaft bilden: Die VAS-Liste 1 kandidiert für die Niedergelassenen-Kurie, die „VAS & WGS“-Liste 3 und 6 für die Angestellten-Kurie. Erstmals kandidiert die Liste 5, „Zukunft Medizin“.

2 Fragen an die wahlwerbenden Listen in Salzburg:

  1. Warum sollen die Salzburger Ärzte Ihnen bzw. Ihrer Liste ihre Stimme geben?
  2. Was sind Ihre wichtigsten Ziele bei den Kammerwahlen in Salzburg, aber auch österreichweit im Hinblick auf den Ärztekammertag am 24. Juni 2022?
Antwort 1

Erfahrung, Kompetenz und Innovationskraft, das sind zentrale Merkmale unseres Teams. Seit Jahren setzen wir uns in führender Position in der Ärztekammer Salzburg für optimale Ergebnisse für die einzelne Ärztin, den einzelnen Arzt ein, ohne dabei den Blick auf die übergeordneten Standesinteressen der gesamten Ärzteschaft zu verlieren. Wir versuchen mit allen Gesprächspartnern ein konstruktives Klima zu wahren, setzen aber auch wenn nötig klare Grenzen. Das hat für die Salzburger Ärztinnen und Ärzte Respekt und Erfolge erwirkt und diesen Weg wollen wir weiter beschreiten. In diesem Sinn hat unser Team auch die Wahlgemeinschaft mit der WGS „VAS & WGS – Die Spitalsärzte“ für die Kurie der Angestellten Ärztinnen und Ärzte gefunden. Details auf www.vereinte.org

Dr. Christoph Fürthauer

Dr. Christoph Fürthauer

Antwort 2

Wir wollen die Führung in den zentralen Gremien der Ärztekammer Salzburg erhalten und damit die wirtschaftlich und beruflich unabhängige, freie Ärzteschaft sichern, den weiteren Ausbau attraktiver Kooperationsformen vorantreiben und möglichst hohe Zufriedenheit und Erfolg in einem der schönsten Berufe in den Vordergrund stellen. Auch auf österreichischer Ebene wollen wir wieder in maßgeblicher Position mitarbeiten und die Salzburger Interessen wahren. Persönlich will ich mich insbesondere in meiner Berufung als Allgemeinmediziner auf Bundesebene weiter intensiv engagieren.

Antwort 1 und 2

Wir stehen für mehr Transparenz, Dialog und Demokratie in der Kammerpolitik.

Mein wichtigstes standespolitisches Ziel ist die Implementierung einer Fachgruppe Allgemeinmedizin.

Mehr auf: https://www.dieunabhaengigen.at/

Dr. Norbert Stöckl

Dr. Norbert Stöckl

Antwort 1

Das Österreichische Gesundheitssystem hat viele „Baustellen“. Eine der größten Herausforderungen ist zweifelsfrei die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung. Qualitätsvolle Ausbildung, wertschätzende Arbeitsbedingungen und marktfähige Einkommen sind hier die zentralen Themen des Handlungsbedarfs. Und dies sind auch die Themen, in denen die Funktionäre der VAS & WGS viel Erfahrung und klare Konzepte für die Zukunft haben. Wir kennen die Probleme an den Abteilungen, Kliniken, Instituten, an den Krankenhäusern und wir kennen die Strukturprobleme des Gesundheitswesens in unserem Bundesland und können dafür auch Lösungswege aufzeigen.

Dr. Karl Forstner

Dr. Karl Forstner

Ganz klar steht die VAS & WGS für eine wissenschaftsbasierte Medizin.

Homepage: http://www.spitalsarzt.info/

Anmerkung: Dr. Bittner als Spitzenkandidat der Liste 6 schließt sich der Antwort von Präsident Forstner an, denn „unser Schwerpunkt als junges Ärzteteam ist die qualitätsvolle Ausbildung“.

Antwort 2

Für die Kammerwahlen in Salzburg sind die Ziele in den Sektionen der angestellten Kurie: ganz klar deutliche Mehrheit für VAS & WGS.

Die Konstituierung der Österreichischen Ärztekammer wird sich nach den Wahlergebnissen in den Bundesländern richten. Die Salzburger Ärztekammer wird sich jedenfalls konstruktiv in diese Neugestaltung der Österreichischen Ärztekammer einbringen.

Dr. Reinhard Bittner

Dr. Reinhard Bittner

Antwort 1

Führung, Kompetenz und die Übernahme von Verantwortungen haben sich gerade in letzter Zeit als zentral herausgestellt. Mit der Liste „Leistung und Verantwortung“ sind dieser Aspekt und diese Bereitschaft im Salzburger Ärzteteam in der Kammer repräsentiert.

Antwort 2

Die zukunftssichere Entwicklung der Ärzteschaft mit einem attraktiven Berufsbild für neue und erfahrene Kollegen und die notwendigen Reformen zur Versorgung der Patienten im Regelfall wie auch in Ausnahmefällen.

Dr. Gerd Rasp

Dr. Gerd Rasp

Antwort 1 und 2

Wir sind ein Zusammenschluss aus 23 MandatarInnen aus allen Kurien und Bedürfnissen. Wir bilden breit verschiedenste Meinungen ab, wobei uns die Berufung zur menschlichen Medizin alle verbindet. Wir sind überparteilich, unabhängig und fühlen uns den ethischen Grundlagen ärztlichen Handelns verpflichtet. Wir bekennen uns absolut zur wissenschaftlichen Medizin, jedoch im Rahmen der Definition der Evidence Based Medizin. Wissenschaftliche Studien sind immer nur ein Teil einer komplexen Vorgehensweise, um die beste individuelle Behandlung zu ermöglichen. Ein wesentliches Anliegen bleibt somit die Entscheidungsfreiheit von Arzt und Patient im Rahmen der Vorgaben, weiters setzen wir uns für die Erhaltung der Integrativmedizin in ärztlicher Hand ein.

Dr. Walter Wührer

Dr. Walter Wührer

Wir suchen das Verbindende und wollen keine Spaltung. Eine Ärztekammer soll in erster Linie die Interessen ihrer Ärzte vertreten und nicht als verlängerter Arm der Politik fungieren. Wir wünschen uns mehr Transparenz und ein Agieren auf Augenhöhe. Wir sind österreichweit und international mit anderen Ärztegruppen kollegial und interdisziplinär vernetzt. Spaltung und Diffamierung gehört der Vergangenheit an – wir sind die Zukunft Medizin.

Mehr zum Team und Programm:

https://www.zukunft-medizin.at/

https://www.zukunft-medizin.at/uber-uns

https://www.zukunft-medizin.at/wahlprogramm

Bisher erschienen:

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