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Steirer wählen am 7. April

Ärztekammerwahl Steiermark: Präsident Lindner will Frau an der Spitze der Angestellten

Blick auf den berühmten Uhrturm auf dem Schlossberg ca. August 2019 in Graz, Österreich.

Es geht in den Endspurt – als Vorletzte wählen die Steirer Ärzte am 7. April aus sieben Listen, davon eine neue. 43 Mandate (um 2 mehr als 2017) sind zu vergeben. Bemerkenswert: Präsident Dr. Herwig Lindner kandidiert auf seiner Spitalsärzteliste „IGAÄ“ als Zweiter. Es sei Zeit für eine Obfrau der Angestellten-Kurie, stellt er Spitzenkandidatin Dr. Doris Kriegl vor. Der jetzige Kurienobmann, Vizepräsident Dr. Eiko Meister, will mit seiner Liste „afa“ ebenfalls einen Wechsel – an der Kammerspitze. Aber auch die „Vereinigung“ gibt sich selbstbewusst, an ihr führe kein Weg vorbei. Außerdem: Die Niedergelassenen-Liste „IGNÄ“ votiert für den Wiener Dr. Johannes Steinhart als ÖÄK-Präsident.

Am 7. April können 6.646 Ärztinnen und Ärzte ihre Standesvertretung in der Steiermark bestimmen, tags darauf folgt noch Salzburg (wir berichten hier). Sieben Listen treten an, um eine mehr als 2017: Erstmals kandidiert in der Steiermark die „Liste Integrative Medizin (LIM)“, die auch schon in Niederösterreich und Wien ihr Glück versuchte – und jeweils ein Mandat erreichte (siehe Ergebnisse hier und unten). In der Steiermark dürfte sie auch auf ein Mandat hoffen, aber nur eines, tritt doch mit Dr. Peter Sedaghat nur ein einziger Kandidat an. Er wirbt mit der Komplementärmedizin als „wichtige, wertvolle und nicht wegzudenkende Ergänzung in der medizinischen Behandlung“.

Schon mehr als 52 Prozent Wahlärzte

Als Liste 6 kandieren die „Wahlärzte Steiermark“, die 2017 in etwas anderer Konstellation ein Mandat erhielten. Dr. Clemens Michael Stanek begründet die Bitte um die Stimme der Wähler mit der Versorgungsrelevanz der wahlärztlichen Sektors: Schon mehr als 52 Prozent der niedergelassenen Ärzte gehören dazu und die nachfolgende Ärzte-Generation sei „mit dem starren und antiquierten Korsett des Krankenkassensystems“ nicht zu motivieren. Eines der wichtigsten Ziele: E-Honorarnote mit Kostenrückersatz innerhalb weniger Tage.

Die „Liste der Sozialversicherungsärzte-LSVÄ“, Liste Nummer 5, ortet mit Spitzenkandidat Dr. Anton Schlögl eine „parteipolitische Nähe von Kammerfunktionären“, die in vielen Bereichen „Erfüllungsgehilfen“ der Gesundheitspolitik wären. Die LSVÄ, die vor fünf Jahren zwei Mandate holte, will sich neben einer „parteipolitisch unabhängigen Ärztekammer“ u.a. auch für eine „größtmögliche Transparenz der Kammerbeiträge“ einsetzen.

IGNÄ unterstützt Steinhart als ÖÄK-Präsident

Als vierte Liste kandidiert die „Interessensgemeinschaft Niedergelassene Ärzte – IGNÄ“. Sie sei „die einzige Kraft“, die sich ausschließlich für niedergelassene Kassen- und Wahlärzte einsetze, wirbt Dr. Alexander Moussa um die Wähler. Die IGNÄ, die vor fünf Jahren drei Mandate bekam, nennt als Wahlziel ein „möglichst stimmenstarkes Abschneiden sowie die bestimmende Kraft im niedergelassenen Bereich in der Steiermark“. Österreichweit unterstützt die IGNÄ explizit die Kandidatur von Dr. Johannes Steinhart von der „Vereinigung“ als Präsident der ÖÄK. Der Wiener Wahlgewinner konnte zuletzt seine Koalition in Wien auf 56 von 90 Mandaten erweitern (siehe hier).

afa-Liste Meister für #GamechangeJetzt!

Die Liste 3 „afa – aktion freier arzt – Liste Meister“, die neben der Liste 1 für alle vier Sektionen kandidiert, präsentiert sich mit Vizepräsident Dr. Eiko Meister als eine „völlig parteiunabhängige Fraktion“. Sie fordert einen „#GamechangeJetzt!“ und zwar in allen Ebenen des Berufes. Auch in der Standesvertretung selbst – die afa wolle Vertreter für die Ärzte sein „und nicht als Berufsfunktionäre am Trog der Kammer hängen“. In der Steiermark strebt die Liste, die 2017 neun Mandate erreichte, die „Führung in der Ärztekammer“ an. Österreichweit würde Meister gerne im Bildungs- und Ausbildungsbereich weiter arbeiten.

Lindner: „Es ist Zeit für eine Frau an der Spitze“

Die „Interessensgemeinschaft Angestellte Ärzte – IGAÄ“, die Liste des steirischen Präsidenten Dr. Herwig Lindner, hat die Reihung geändert: Lindner ist nicht mehr Spitzenkandidat für die Angestellten-Kurie, die in den letzten fünf Jahren in der Hand von Eiko Meister war. Die IGAÄ möchte jetzt aber wieder die Führung zurückgewinnen, und zwar mit Spitzenkandidatin Dr. Doris Kriegl, die „große Kompetenz“ als langjähriges Mitglied im Präsidium habe (Kriegl ist Finanzreferentin, Anm. d. Red.). Die Kurienverantwortung sei die „Grundvoraussetzung, um erfolgreich Dienstrechts- und Gehaltsverhandlungen führen zu können“, argumentiert der Präsident, die Kollektivvertragsfähigkeit liege bei der Kurie. Und weiter: „Es ist Zeit für eine Frau an der Spitze.“

Liste 1, Vereinigung: „Neuaufstellung auch österreichweit geboten“

Die IGAÄ hatte 2017 übrigens mit 13 Mandaten gleich viele Mandate wie die Liste 1, die „Vereinigung Steirischer Ärztinnen und Ärzte“, die wie erwähnt auch heuer wieder für alle Sektionen kandidiert. Dr. Attila Pataki ist Listenerster für die Sektion Fachärzte der Niedergelassenen-Kurie, für die es heuer – so wie für die Sektion selbstständig Berufsberechtigte – ein zusätzliches Mandat gibt (siehe Kasten).

Es führe „kein Weg an der VEREINIGUNG vorbei“, so Pataki, wenn die steirischen Ärzte eine „moderne und zeitgemäße Vertretung“ wollen. Dazu zählen neben den Jungen im Team auch schon lange „mit Erfolg“ in der Kammer tätige „Vereinigungsurgesteine“. Nicht zuletzt sei auch österreichweit eine „Neuaufstellung der Kammer“ geboten. Die Chancen dafür scheinen sich Pataki zufolge nach den bisherigen Ergebnissen der Landeskammerwahlen (siehe „Bisher erschienen“, ganz unten) zu erhöhen.

Nach der Wahl in der Steiermark ist noch ein Bundesland ausständig: Am 8. April wählen die Salzburger Ärzte. Aus dem Kreis der neun Landespräsidenten wird dann am Ärztekammertag am 24. Juni 2022 der ÖÄK-Präsident oder die ÖÄK-Präsidentin gewählt.

Die vollständigen Antworten der wahlwerbenden Fraktionen in der Steiermark lesen Sie hier:

Ärztekammerwahl in der Steiermark am 7. April 2022

Es gibt 7 Wahlvorschläge mit 234 Kandidaten. 43 Mandate sind zu vergeben, um 2 mehr als 2017. Davon entfallen 29 auf die Kurie der angestellten Ärzte (+1 Mandat für selbstständig Berufsberechtigte) und 14 in der Kurie der niedergelassenen Ärzte (+1 Mandat für Sektion Fachärzte). Die „Liste Integrative Medizin (LIM)“ (Liste 7) kandidiert erstmals. Mehr auf: https://www.aekstmk.or.at/666

2 Fragen an die wahlwerbenden Listen in der Steiermark:

  1. Warum sollen die steirischen Ärzte Ihrer Liste ihre Stimme geben?
  2. Was sind Ihre wichtigsten Ziele bei den Kammerwahlen in der Steiermark, aber auch österreichweit im Hinblick auf den Ärztekammertag am 24. Juni 2022?
Antwort 1 und 2

Wenn die steirischen Ärztinnen und Ärzte eine moderne und zeitgemäße Vertretung wollen, führt an der VEREINIGUNG kein Weg vorbei. Ein großes, junges, engagiertes, kompetentes und motiviertes Team wird ergänzt von erfahrenen, schon lange mit Erfolg in der Kammer tätigen Vereinigungsurgesteinen.

Wir sind gut aufgestellt und vorbereitet, um auf die Herausforderungen im Gesundheitswesen bzw. der Standesvertretung agieren und gestalten zu können (siehe auch www.vereinigung.st). Aufgaben gibt es reichlich.

Um diese Ziele umsetzen zu können, ist es notwendig, dass wir ausreichend Vertrauen und somit Stimmen und Mandate bei der diesjährigen Kammerwahl erhalten. Als untere Latte sehen wir das Halten unserer Mandate an, erhoffen uns aber auch die eine oder andere Verbesserung.

Denn ein Wechsel zur VEREINIGUNG bedeutet Verbesserung und Mehrwert für alle steirischen Ärztinnen und Ärzte.

Nicht zuletzt ist auch eine Neuaufstellung der Kammer österreichweit geboten. Die bisherigen Ergebnisse der Landeskammerwahlen scheinen die Chancen dafür zu erhöhen. Bei entsprechendem Vertrauen und Auftrag für die VEREINIGUNG werden wir uns auch dabei konstruktiv einbringen und für eine verbesserte Standesvertretung sorgen.

Antwort 1

Die Einkommens- und Arbeitsbedingungen haben sich in der Steiermark in den letzten Jahren im Vergleich zu anderen Bundesländern deutlich verschlechtert. Die Belastungen der Spitalsärztinnen und -ärzte hingegen haben massiv zugenommen. Die Interessensgemeinschaft ist die einzige reine Spitalsärztevertretung in der Steiermark, die aufgrund ihrer großer Erfahrung sowie Verhandlungserfahrung und -kompetenz in der Lage ist, für eine nachhaltige Besserstellung der Spitalsärztinnen und -ärzte zu sorgen. Wir fordern sofortige Dienstrechts- und Gehaltsverhandlungen von Land und KAGes ein.

Dr. Herwig Lindner

Dr. Herwig Lindner

Antwort 2

Ziel ist, ein schlagkräftiges Team für die Kammer- und Kurienführung zu formen, das mit Erfahrung und Kompetenz in der Lage ist, die Interessen der Ärztinnen und Ärzte erstklassig zu vertreten. Die Kurienführung der Angestellten Ärzte wiederzuerlangen – die IGAÄ war in den letzten fünf Jahren nicht in der Kurienverantwortung – ist die Grundvoraussetzung, um erfolgreich Dienstrechts- und Gehaltsverhandlungen führen zu können. Die IGAÄ hat eine Frau als Spitzenkandidatin, Frau Dr. Doris Kriegl, die große Kompetenz hat als langjähriges Mitglied im Präsidium der Ärztekammer Steiermark. Es ist Zeit für eine Frau an der Spitze.

Programm:

  • Verbesserung der Ärztegehälter
  • Dienstrechtsverhandlungen
  • Bekämpfung der Arbeitsverdichtung
  • Abschaffung des Nebenbeschäftigungsverbotes
  • familienfreundliche Dienstmodelle
  • mehr Frauen in Führungspositionen in Spitälern & Standesvertretung
  • massiver Bürokratieabbau
  • Ausbildungsoffensive mit Mentoringprogrammen, um junge Ärzte im Land zu halten
  • längere Lehrpraxisausbildung, um junge Ärztinnen und Ärzte im Land zu halten
  • Einführung des Facharztes für Allgemeinmedizin
  • Kompensation der finanziellen Mehrbelastung durch Pendeln - Einführung einer Zonenzulage

Webpräsenz und Facebook-Seite der Interessensgemeinschaft Angestellte Ärzte: http://www.igspital.at https://www.igspital.at/ und http://www.facebook.com/IGAAe

Antwort 1

Die afa ist eine völlig parteiunabhängige Fraktion, die faktisch in allen Ebenen dringliche Systemänderungen fordert. Wir fassen das unter dem Begriff #GamechangeJetzt! zusammen.

Die Themen reichen von neuen Arbeitszeits- und Karrieremodellen im Spital bis hin zur Attraktivierung der Kassen- und Wahlarztmedizin in der Niederlassung. Aber auch in der Standesvertretung selbst müssen sich grundlegende Dinge ändern. Wir wollen Vertreter*innen für die Ärzt*innen sein und nicht als Berufsfunktionäre am Trog der Kammer hängen.

Dr. Eiko Meister

Dr. Eiko Meister

Antwort 2

In der Steiermark wollen wir mit der Unterstützung der Kolleg*innen die Führung in der Ärztekammer übernehmen. Langzeitspitzenfunktionäre verlieren auch in der Kammer den Kontakt zur Basis.

Deswegen ist hier ein Wechsel nötig. Wir wollen aber auch die bestimmende Rolle in den Kurien spielen. Und das bei einer gesunden Distanz zu allen politischen Parteien.

Zur ÖÄK: Hier ist das vordergründige Thema, dass die fehlende Wertschätzung und Wahrnehmung der einzigen Vertretung des freien Berufes Arzt wieder in entsprechender Weise stattfindet. Welche Funktionen und Aufgaben sich auf Bundesebene ergeben werden, ist erst nach Abschluss der Wahlen in den Bundesländern und den zugehörigen Konstituierungen möglich.

Persönlich würde ich gerne im Bildungs- und Ausbildungsbereich weiter arbeiten, sofern das Wahlergebnis dies auch zulässt.

Alle Details zu unserem Wahlauftritt finden Sie unter https://www.aktionfreierarzt.at/Wahl_2022

Antwort 1

Die IGNÄ ist die einzige Kraft, die sich ausschließlich für niedergelassene Kassen- und WahlärztInnen einsetzt und durch die enorme Breite an Erfahrung und dynamischen Gestaltungswillen sicherstellt, dass die Interessen der niedergelassenen AM- und FA-KollegInnen bestmöglich vertreten werden! Wir werden wichtige Veränderungen proaktiv anstoßen und als ernst zu nehmender Konterpart gegenüber den Systempartnern auf Landes- und Bundesebene auftreten.

Dr. Alexander Moussa

Dr. Alexander Moussa

Wir sind digital präsent unter: www.igpraxis.at bzw. https://www.facebook.com/IGPRAXIS 

Antwort 2

Das Ziel der IGNÄ ist ein möglichst stimmenstarkes Abschneiden sowie die bestimmende Kraft im niedergelassenen Bereich in der Steiermark zu sein. Wir erwarten uns am Ärztekammertag ein klares Signal für eine kraftvolle Vertretung der Interessen der niedergelassenen ÄrztInnen und unterstützen die Kandidatur von Dr. Johannes Steinhart als Präsident der Österreichischen Ärztekammer.

Antwort 1 und 2

Kurz zusammengefasst unser Programm für die ÄK-Wahl 2022:

  1. Wir bekennen uns zu einer parteipolitisch unabhängigen Ärztekammer!
    Leider hat sich die ÄK sowohl auf Landes- als auch Bundesebene durch die parteipolitische Nähe von Kammerfunktionären, zunehmend im letzten Jahrzehnt, in vielen Bereichen zu Erfüllungsgehilfen der Gesundheitspolitik entwickelt, anstatt diese aktiv und federführend mitzugestalten. Gerade das Einbringen ärztlicher Expertise ist unerlässlich, um die hohe, sozial ausgewogene Versorgungsicherheit sowohl im extra- und intramuralen Bereich weiter zu entwickeln und zu erhalten und dem zunehmenden Spardruck der Politik entgegenzuwirken.
  2. Größtmögliche Transparenz der Kammerbeiträge ist einzufordern!
    In diesem Sinn keine Verwendung von Kammerbeiträgen für Medienprojekte. Eine Kammer, die gute Arbeit für ihre Mitglieder macht, braucht keine Werbung zu machen!
  3. Förderung der Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitsberufen.
  4. Ebenso Transparenz der Zahlung in den Wohlfahrtsfonds im Sinne eines jährlichen Reportings der vom Verwaltungsausschuss getätigten Transaktionen und übersichtliche Darstellung der möglichen Leistungen im Falle des Leistungseintrittes!
  5. Wir werden uns um eine Verbesserung des Angebotes der Unterstützung der angestellten ÄrztInnen durch die Ärztekammer bemühen, insbesondere bei Fragen des Dienst- bzw. Arbeitsrechts, der Arbeitsbedingungen (z.B. Nachtdienste, Mobbing am Arbeitsplatz oder Teilzeit-Arbeitsmodellen, …) mit mehr aktiver Hilfestellung bei konkreten Problemen und somit Verbesserung der Servicequalität durch die Ärztekammer.
Dr. Anton Schlögl

Dr. Anton Schlögl

Antwort 1 und 2

Zur Frage, warum wir um die Stimme unserer Wähler bitten: Um die Versorgungsrelevanz des wahlärztliches Sektors (mehr als 52 Prozent der steirischen niedergelassenen Ärzt*innen) in der Ärztekammer und auch der Landes- und Bundespolitik abzubilden. Viele strukturelle Entscheidungen werden an uns Wahlärzt*innen vorbei getroffen, obwohl es mittlerweile evident ist, dass die nachfolgende Ärzt*innen-Generation mit dem starren und antiquierten Korsett des Krankenkassensystems nicht für den Sprung in die (Land-)Arzt-Praxis zu motivieren ist.

Dr. Clemens Stanek

Dr. Clemens Stanek

Deshalb ist vor allem die volle freiwillige elektronische Einbindung von Wahlärzt*innen in alle ELGA- und e-card-Applikationen und vor allem die sofortige Umsetzung der E-Honorarnote für alle Kassen mit Kostenrückersatz innerhalb weniger Tage eines unserer wichtigsten Ziele. Die soziale Barriere durch eine wochenlange Vorfinanzierung der Arztkosten im Sinne einer freien Arztwahl in Österreich muss fallen.

Mehr unter https://wahlaerzte-steiermark.at/

Wahlärztliche Ziele bis 2025: https://wahlaerzte-steiermark.at/ueber_uns/ziele/

Antwort 1

Viele steirische Ärzte und Ärztinnen haben bislang durch Erarbeitung komplementärmedizinischer Fortbildungsdiplome bewiesen, dass ihnen und ihren Patient*Innen ärztliche Ausbildung über einen ausschließlich naturwissenschaftlichen Horizont hinaus sehr wichtig ist. Wir wollen ihnen in der Ärztekammer eine deutliche Stimme verleihen.

Deshalb kandidiert heuer erstmalig die Liste Integrative Medizin (LIM) nicht nur in Wien und NÖ, sondern auch in der Steiermark.

Dr. Peter Sedaghat

Dr. Peter Sedaghat

Österreichische Referate für Traditionelle und Integrative Medizin in allen Ärztekammern sollten zusätzlich unterstützt und Diplominhaber*Innen aller komplementärmedizinischen Methoden (z.B. Akupunktur, Homöopathie, Psy-Diplome, TCM, F. X. Mayr und andere) in der Kammer repräsentativ vertreten sein.

Antwort 2

Die Integration komplementärmedizinischer Therapien in die konventionelle Medizin soll nicht nur im niedergelassenen Bereich, sondern auch im stationären Bereich vorangetrieben werden (z.B. in die Post-Covid-Betreuung, onkologische Begleittherapie, Schmerztherapie, ...). Gerade in Krisenzeiten mit Therapienotstand und Bettenmangel müssen alle unsere therapeutischen Möglichkeiten viel besser als bisher gebündelt werden. Die Komplementärmedizin hat gerade in den letzten zwei Jahren erneut gezeigt, dass sie eine wichtige, wertvolle und nicht wegzudenkende Ergänzung in der medizinischen Behandlung darstellt, und sollte zu einem Umdenken in Richtung Integration von Methoden auch innerhalb der Ärzt*Innenschaft bewegen.

Verantwortungslose Ausgrenzung und unqualifizierte Abwertung einzelner komplementärmedizinischer Methoden lehne ich ab. Integration statt Ausgrenzung –wenigstens unter Ärzt*Innen!

Weitere Ziele der Liste Integrative Medizin siehe www.listeintegrativemedizin.at

Der Ärztekammertag im Juni steht derzeit nicht im Fokus unserer Aufmerksamkeit.

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