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Wahltermine am 2. und 6. April

Ärztekammerwahlen: Rekord-Listenzahl in NÖ, neue Opposition in OÖ

Luftaufnahme von Sankt Pölten, Österreich

Gleich neun Listen – so viele wie noch nie – rittern in Niederösterreich am 2. April um Stimmen für den Einzug in die Ärztekammer. Fix ist jedenfalls ein neuer Präsident: Der amtierende, Dr. Christoph Reisner, will fortan mehr Zeit den Enkerln, der Musik und seiner Ordination widmen. In Oberösterreich fordern am 6. April zwei Listen den amtierenden Präsidenten Dr. Peter Niedermoser heraus und sind fest entschlossen, seine absolute Mehrheit zu brechen. Brisant: Ein Mitstreiter Niedermosers 2017 tritt nun wieder selber an und wird von der impfkritischen Partei „MFG“ unterstützt. Wir fragten wieder alle Fraktionen um ihre Argumente – viele Antworten zeugen von Unmut, auch bundesweit.

Vor fünf Jahren hatte Reisner bei den Ärztekammerwahlen mit elf Mandaten einen großen Abstand zur stimmenstärksten Fraktion: Der Ärzteverband NÖ holte mit Listenführer Dr. Andreas Stippler 19 Mandate (von 53). Dennoch musste der in Krems niedergelassene Orthopäde in Opposition: Reisner bildete nämliche eine „große“ Koalition mit allen anderen Fraktionen – fünf an der Zahl – und diese kürte ihn zum Präsidenten.

Nach der Wahl am 2. April 2022 will Stippler keinesfalls mehr in die Opposition, wie er versichert, sondern „so stark werden, dass uns keine Koalition verhindern kann“. Dass aber bei neun Wahlwerbern wieder zusammengearbeitet werden muss, liegt auf der Hand. Reisner wird jedoch nicht mehr dabei sein. Es seien „private Gründe“, weswegen er sich aus der Ärztekammer zurückzieht, bestätigt er auf medonline-Anfrage.

„Ich möchte die Zeit vermehrt für meine Enkelkinder, für Musik und für die Ordination nutzen“, verrät Reisner seine Zukunftspläne. 1999 habe er erstmals für die Kammerwahlen kandidiert und sei vier Jahre lang „einfacher“ Kammerrat gewesen. „2003 wurde ich zum ersten Vizepräsidenten gewählt“, seit 2007 ist er Präsident der NÖ Ärztekammer.

Dr. Christoph Reisner

Dr. Christoph Reisner

Unzufriedenheit mit der Vergangenheit

Dr. Martina Hasenhündl, die vor fünf Jahren im Reisner-Team „Die Engagierten“ war, tritt heuer als Spitzenkandidatin der Liste 2 an – mit dem vielsagenden Namen „#RELOAD“. In ihren Antworten ist von „breiter Unzufriedenheit“ mit der „Altherrenpartie“ zu lesen, sie möchte außerdem die Kammer weiblicher machen und „Sessel rücken statt Silberrücken!“

Doch auch die Antworten der anderen sieben Listen haben es in sich (siehe Kasten), selbst Vizepräsident Dr. Gerrit Loibl (Liste 5) hat sich mit „Die UNABHÄNGIGEN“ einen neuen Namen verpasst (vormals „Spitalsärzte NOE et al.) und will frei von „jeglichem Nahverhältnis zu politischen Parteien“ sein.

Erneut kandidiert Dr. Max Wudy als Spitzenkandidat der Liste 4, „Die Niedergelassenen/IGMed/ARGUS/Hausarzt:konkret“ (2017 als Liste 3 angetreten, sieben Mandate). Auch OA Dr. Josef Sattler tritt wieder an, als Spitzenkandidat für die Liste 3, „ARGUS – Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Spitalsärzte“. Sattler hatte mit seinem Team elf Mandate geholt (2017 als Liste 4 angetreten), gleich viele wie das „Engagierten“-Team um Dr. Reisner, Hasenhündl & Co. Österreichweit tritt Sattler für einen „Angestellten als Präsidenten“ ein – wegen der Mitgliederzahl. Wudy setzt sich für die Niedergelassenen für eine „einige starke Bundeskurie“ ein, es gebe viel zu tun, etwa einen vorteilhaften Honorarkatalog zu verhandeln.

Insgesamt kandidieren gleich vier neue Listen mit folgenden Spitzenkandidaten: „Plattform Freiwilligkeit“ mit Dr. Oliver Rückert (Liste 6), „Liste Integrative Medizin (LIM)“ mit Dr. Jörg Hildebrandt (Liste 7), „Gemeinsam Zukunft gestalten – Team Martina Dinhobl“ mit Dr. Martina Dinhobl (Liste 8) sowie „MFG – Liste Horst Schuller“ mit Dr. Horst Schuller.

Kann Niedermoser Absolute halten?

Letztere treten zwar in Oberösterreich, wo die impfkritische Partei „Menschen Freiheit Grundrechte“ entstanden ist, nicht als eigene Fraktion an. Sie unterstützen jedoch die neue Liste 3, „Ärzte für Ärzte – O.Ö. Ärzteverband – Liste Hutgrabner“, mit den Spitzenkandidaten Dr. Silvester Hutgrabner und DDr. Michael Stelzl. Besonders pikant: Hutgrabner ist stv. Obmann der Niedergelassenen-Kurie und trat 2017 gemeinsam mit seinem Präsidenten Dr. Peter Niedermoser an (der O.Ö. Ärzteverband schloss sich auf Wunsch Niedermosers wegen der Kassenfusion mit „Pro Medico“ zu einer gemeinsamen Liste zusammen, Anm. der Red. am 31.03.2022). Nun kritisiert er ihn ziemlich, u.a. da er „einer der Konstrukteure“ der Koalition von ÖÄK-Präsident Thomas Szekeres gewesen sei.

Auch die Liste 2, „Spitalsärzte Oberösterreich“, mit Spitzenkandidat Dr. Peter Adelsgruber, lässt keinen Zweifel daran, mehr mitgestalten zu wollen. Schon über viele Jahre sei die Liste die Stimme der Spitalsärzte und ausschließlich den Wählern in den Spitälern verpflichtet – „bis jetzt als einzige Oppositionskraft“ in der Kammer.

Niedermoser selbst bittet die Kollegen wieder um die „entsprechende Mehrheit“ für sein Team und argumentiert mit der „Vielfältigkeit“, die es für „gute Lösungen“ brauche. Er möchte aber auch „gemeinsam die Pandemie aufarbeiten“ – ohne Vorwürfe.

Nach der Wahl in Oberösterreich sind noch zwei Bundesländer ausständig: Am 7. April wählen die Steirer Ärzte und zuletzt am 8. April die Salzburger Ärzte. Aus dem Kreis der neun Landespräsidenten wird dann am Ärztekammertag am 24. Juni 2022 der ÖÄK-Präsident oder die ÖÄK-Präsidentin gewählt.

Ärztekammerwahl im Niederösterreich am 2. April 2022

Es gibt neun Wahlvorschläge, so viele wie noch nie. 2017 waren es sieben Listen, wovon fünf z.T. mit neuem Namen oder neuem Spitzenkandidaten wieder antreten. Die Listen 6 bis 9 kandidieren erstmals. In allen 4 Sektionen treten an: Listen 1, 2, 3, 7, 8, 9; nur Sektionen in der Niedergelassen-Kurie: 4 und 6; Sektionen Angestellten-Kurie und Sektion niedergelassene Allgemeinmediziner: 5. Mehr auf www.arztnoe.at/wahl2022.

2 Fragen an die wahlwerbenden Listen in Niederösterreich

  1. Warum sollen die niederösterreichischen Ärzte Ihnen bzw. Ihrer Liste ihre Stimme geben? 
  2. Was sind Ihre wichtigsten Ziele bei den Kammerwahlen in Niederösterreich, aber auch österreichweit im Hinblick auf den Ärztekammertag am 24. Juni 2022?
Antwort 1

Der Ärzteverband ist für alle da, die wieder mehr Einsatz und Aktivität für uns Ärztinnen und Ärzte wollen. Wir stehen für diese Veränderung!

Hierfür haben wir das mit Abstand größte Kandidaten-Team nominiert. Wir treten in allen Sektionen an – sowohl mit erfahrenen Kräften als auch mit vielen engagierten Jungärztinnen und Jungärzten.

Dr. Andreas Stippler

Dr. Andreas Stippler

Denn selten waren die Herausforderungen im Gesundheitswesen für uns so groß – selten die Unterstützung durch die Kammer so gering.

Mein Team und ich wollen darum eine echte Interessenvertretung für die NÖ-Ärzteschaft sein. Wir haben das Wissen, was unsere Kammer braucht. Und wir haben ein motiviertes Team für eine neue und konstruktive Standespolitik.

Antwort 2

Wir treten mit zwei klaren Zielen an. Wir wollen so stark werden, dass uns keine Koalition verhindern kann. Und wir wollen für unsere Ärztinnen und Ärzte mehr erreichen – nur so können wir aus dieser Kammer endlich eine Ärztekammer machen!

Deshalb wollen wir eine Vertretung sein, die nur die Themen aufgreift, die für uns Ärztinnen und Ärzte entscheidend sind. Herausforderungen und Aufgaben nach Abklingen der Pandemie gibt es ja genug.

Detailinformationen siehe www.aerzteverband.at

Die Ärztekammerorganisation ist zwar föderalistisch organisiert, eine gesteigerte und zielführende Zusammenarbeit der Landesärztekammern mit der Österreichischen Ärztekammer ist aber für das gesamte österreichische Gesundheitssystem unabdingbar bzw. notwendig.

Antwort 1

#RELOAD ist die Konsequenz einer breiten Unzufriedenheit mit der aktuellen Kammerführung. Wir haben genug von einer Altherrenpartie, die sich durch Intransparenz, Basisferne, Frauenfeindlichkeit und das Schönreden vermeintlicher Erfolge „auszeichnet“. #RELOAD tritt mit einem starken und kompetenten Team in ALLEN Kurien und Sektionen mit einem Ziel an: Kammer besser machen! Das #RELOAD-Programm und unsere Kandidat*innen finden Sie unter www.reload-aek.at.

Dr. Martina Hasenhündl

Dr. Martina Hasenhündl

Die ÄK NÖ braucht einen demokratischen Neustart im Zeichen von Basisnähe und breiter Mitbestimmung. #RELOAD steht für „Kammer transparenter, weiblicher, jünger, bunter, diverser – und in den Verhandlungen mit Kassen, LGA (Landesgesundheitsagentur) und Politik – erfolgreicher machen.“ Sie muss sich wieder an der Lebens- und Arbeitsrealität der Ärzt*innen orientieren.

Beispiel 1: Von 8.174 ordentlichen Mitgliedern der ÄK NÖ ist die Hälfte weiblich. In der Kammer spiegelt sich das nicht wider. Kein Wunder, dass bei Themen wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Work-Life-Balance, Betriebskindergärten und -horte etc. so gut wie nichts weitergeht. Deshalb: „Sessel rücken statt Silberrücken!“ und „Kammer weiblicher machen!“

Niederösterreichs Ärzteschaft blickt neidvoll nach Wien. Dort ist es gelungen, die Gehälter bzw. Honorare an den gestiegenen Arbeitsdruck und an die Mehrleistungen während der Covid-Pandemie anzupassen. #RELOAD wird energisch für eine faire Leistungsabgeltung auch in NÖ eintreten. Gleiche Leistungen müssen auch gleich bezahlt werden.

Antwort 2

Die im Folgenden genannten Ziele werden wir in der ÄK NÖ mit Verve verfechten. Sofern sie bundesweit ebenfalls relevant sind, auch im Ärztekammertag. Die ÄK NÖ soll dort endlich als gestaltende Kraft, nicht als Mitläufer wahrgenommen werden:

Angestellte Ärzt*innen: ÄK NÖ muss sich ihrer Stärke besinnen. Vereinbarungen mit LGA nur auf Basis einer Urabstimmung! Gegen den aktuellen Arbeitsdruck und gegen die Bürokratisierung des Arztberufs zulasten der Zeit am Krankenbett muss eine Interessenvertretung lautstark mobil machen – notfalls mit Kampfmaßnahmen! Anhebung der Gehälter auf Wiener Niveau! Schluss mit dem Abzug der Feiertagsdienste von der Sollarbeitszeit!

Niedergelassene Ärzt*innen: Tragfähige Honorarabschlüsse auf Basis der tatsächlichen Kosten! Honorierung der Gesprächsmedizin! Dispensierrecht für ALLE Fachgruppen, Hausapotheken für ALLE Allgemeinmediziner*innen! Direktverrechnung mit kleinen Kassen und Möglichkeit zur ELGA-Teilnahme für Wahlärzte! Gruppenpraxen und Kooperation: ja, bitte! Aktuelles PVE-Modell samt Ungleichbehandlung bei den Subventionen: nein, danke!

Ärzt*innen in Ausbildung: finanzielle Unterstützung der Fortbildung, Mentoring durch Oberärzt*innen, die dafür bezahlt werden! (Nieder-)Österreich muss seinen Jungärzt*innen den roten Teppich auslegen, denn jede Abwanderung verschärft den akuten Mangel an Mediziner*innen.

Wohlfahrtsfonds: unerlässlich für die Absicherung der Ärzt*innen und ihrer Angehörigen. Veranlagungsstrategie und Wahl der investierten Assets müssen aber transparent sein. Jede*r Einzahlende muss in einer einfachen Online-Nachschau ermitteln können, mit welchen Beträgen aus dem WFF man nach Ende der beruflichen Karriere rechnen kann.

Antwort 1

Weil wir den Wohlfahrtsfonds stabilisiert haben.

Weil wir realpolitisches Gewicht am Tisch der Sozialpartner haben.

Weil wir parteiunabhängig das Ohr an der Basis haben und dementsprechend glaubwürdig die Schwerarbeiterregelung, einen akutmedizinischen Zuschlag, eine abschlagsfreie Überstundenabgeltung und eine Family-Work-Life-Balance fordern können.

Mehr auf unserer Homepage: https://argusnoe.at/

Dr. Josef Sattler

Dr. Josef Sattler

Antwort 2

In NÖ: Klare Mehrheitsverhältnisse, um möglichst große Handlungs- und Gestaltungsfähigkeit zu haben.

Österreichweit: Nahtstelle zwischen den Kurien und aufgrund der Mitgliederzahl einen Angestellten als Präsidenten.

Antwort 1

Der Platz reicht hier nicht aus, daher der Hinweis auf unsere Homepage https://www.hausarzt-konkret.at/. Kurz zusammengefasst: Wir wollen mit Erfahrung, Unaufgeregtheit und dem Elan der Jüngeren die Kurie stärken und die Zusammenarbeit mit der Schwesternkurie intensivieren. Die Sichtbarkeit der Kurie muss besser werden! Die vergangenen zwei Jahre haben die Schwächen unseres Gesundheitssystems aufgezeigt, es hat sich als Krankheitsverwaltungssystem erwiesen. Das wollen wir ändern!

Dr. Max Wudy

Dr. Max Wudy

Antwort 2

Wichtigstes Ziel: Eine starke Position erreichen, die es uns ermöglicht, unsere Pläne in NÖ umzusetzen. Auch österreichweit gibt es viel zu tun: etwa einen vorteilhaften Honorarkatalog zu verhandeln. Eine zukünftige Pandemiebekämpfung muss neu organisiert werden, unter voller Einbindung des niedergelassenen Bereichs. Dazu bedarf es einer einigen starken Bundeskurie. Eine Einmischung in die NÖ-Wahl durch Wahlempfehlungen aus anderen Bundesländern ist abzulehnen. Die Ärzteschaft in NÖ ist mündig genug und braucht keine Einflüsterer von außen!

Antwort 1

Genau wie in vielen anderen Bereichen versuchen politische Parteien auch Einfluss auf die Kammerpolitik zu nehmen, um eigene Interessen im Gesundheitsbereich besser umsetzen zu können. „Die Unabhängigen“ sind – nomen est omen – frei von jeglichem Naheverhältnis zu politischen Parteien und können daher Kammerpolitik ohne Einflüsterungen von außen ausschließlich im Interesse der Ärztinnen und Ärzte in unserem Bundesland gestalten.

Dr. Gerrit Loibl

Dr. Gerrit Loibl

Antwort 2

Die Etablierung der ärztlichen Standesvertretung als gleichwertiger Partner in der Gesundheitspolitik ist zwingend notwendig, um mittels der umfassenden ärztlichen Expertise und Erfahrung in allen medizinischen Bereichen die aktuelle Krise im Gesundheitssystem, die weit über die Auswirkungen der Pandemie hinausgeht, zu bewältigen. Ein gemeinsames Vorgehen beider Kurien ohne interne Reibungsverluste ist erforderlich, um die nötigen intra- und extramuralen Reformschritte bezüglich Ausbildung, Arbeitsbedingungen und leistungsgerechter Honorierung umsetzen zu können. Sinnvoll dafür ist die Zusammenarbeit aller konstruktiven Kräfte im Sinne einer breiten Koalition.

Antwort 1

Die Arbeit der Kurienführung der niedergelassenen Ärzte in Niederösterreich lief in den vergangenen Jahren komplett in die falsche Richtung. Was die Kurienführung indirekt bestätigt, denn deren Wahlprogramm unterscheidet sich fundamental von deren Arbeit. Wenn wir so weitermachen, enden wir in der Sackgasse. Wer eine Kehrtwendung hin zur Stärkung der niedergelassenen Hausärzteschaft und damit auch zur Entlastung der Spitalsärzte möchte, findet bei uns ein gutes Angebot.

https://plattform-freiwilligkeit.at/standespolitische-ziele-plattform-freiwilligkeit/

Dr. Oliver Rückert

Dr. Oliver Rückert

Antwort 2

Vorrang hat die Stärkung der Primärversorgung, was mit einer Änderung der Modalitäten des Betriebs der sogenannten „Primärversorgungseinheiten“ zwingend einhergeht. Die derzeitigen Modelle in Niederösterreich sind nicht geeignet, den Ärztemangel zu stoppen. Die Bevorzugung ist kontraproduktiv, da die umliegenden echten Primärversorger in ihrer Existenz gefährdet werden. Das Pauschalhonorar schafft Anreiz für „leichte“ Patientinnen und Patienten. Kurz gesagt: Dieses Modell ist völlig ungeeignet zur Behebung der akuten Probleme. Wir verlangen im Gegensatz zu anderen Fraktionen identische Bedingungen für alle Anbieter mit gleicher Bezahlung/Honorierung für gleiche Leistung sowie faire Wettbewerbsbedingungen. Die Primärversorgung als Ganzes muss aufgewertet werden, um die Fachärzte und, wie bereits betont, vor allem die Spitäler zu entlasten. Gleiches gilt für die Kassenverträge der Zukunft. Es muss für die jungen Kolleginnen und Kollegen wieder attraktiv werden, in der Kassenpraxis arbeiten zu wollen. Das geht nur mit einer Kammer als Vertrauens- und Servicekammer für ihre Zwangsmitglieder und nicht als Erfüllungsgehilfe politischer Wunschträume.

Antwort 1

Die NÖ Sektion der Liste Integrative Medizin (LIM) (https://listeintegrativemedizin.at/) ist

  • Wertschätzend! Für ein wertschätzendes und transparentes Diskussionsniveau und Miteinander.
  • Überparteilich!
  • Überwiegend jung!
  • Mit vorwiegendem Frauenanteil!
  • Ganzheitlich orientiert, das heißt:
  • Eine Kammer als Vertretung aller Ärztinnen und Ärzte unabhängig von Sektionen, da viele Kolleg:innen bereits „Hybridärzte“ mit Anstellung und Ordination sind.
  • Wir vertreten mit Ihnen eine Medizin für alle Patientinnen und Patienten, auch die, die von den Einschlusskriterien unserer großen Studien nicht miterfasst sind; auch die, die nicht in unsere Diagnose- und Therapiekriterien hineinpassen. Auch die, die nicht im „bio“-, sondern im „psycho-sozialen“ Bereich erkrankt sind.
Dr. Jörg Hildebrandt

Dr. Jörg Hildebrandt

Antwort 2

1. Wir wollen Ärzteabwanderung verhindern mittels einer Attraktivitätssteigerung des Arbeitsplatzes NÖ / Ö durch:

  • Lohn- /Tarifanpassungen an das Gesetz von Angebot und Nachfrage statt Gerangel um einen planwirtschaftlich festgesetzten Maximaltopf.
  • Klare Karriereschienen für Student:innen / Absolvent:innen statt jahrelanger Ungewissheit in der wichtigsten Planungsphase des Lebens.
  • Flexiblere Kombinationslösungen für „Hybridärzte“: Angestellt –Freiberuflich – (unbesetzbare) Kassenplanstellen

2. Wir wollen eine deutliche Aufwertung des Biopsychosozialen Anamnese- und Therapiemodells entsprechend der WHO-Definition für Gesundheit durch:

  • Abgeltung eines längeren Erst- / Zweitgespräches statt einer Fülle an „forensischer Ausschlussuntersuchungen“
  • Integration evidenzbasierter Komplementärmedizin (Homöopathie, Akupunktur/TCM, Osteopathie,…) und Psychosomatik als Grundlagen in die Ausbildung (als Forderung) und in Form von Ambulanzen für „Problempatienten“ in Spitäler.
  • Klares Auftreten gegen mediale Fehlinformationen ideologischer Prägung durch eigenen, sponsorunabhängigen Ärztekammer YouTube Kanal, in dem fachlich sachliche Diskussionen unter unterschiedlichen Positionen wertschätzend publiziert werden. – Nach außen aber immer im Konsens auf den gemeinsamen Nenner geschlossen präsentierend.

3. Die Ärztekammer muss wieder demokratisiert werden!

  • Disziplinarverfahren gegen standeswidriges Verhalten und nicht zum Machterhalt.
  • Transparenz von Entscheidungen und Abwägen und Kommunizieren von Kollateralschäden.
  • Umfragetools nutzen für Ideen und Wünsche aus der Kollegenschaft
  • Wertschätzender Umgang untereinander – und nach außen.
  • Den Ärztestand als integren Beruf der Vertrauenswürdigkeit wieder mehr etablieren.
Antwort 1

Weil wir frischen Wind in die Ärztekammer bringen und zeigen wollen, dass es gemeinsam möglich ist, wertschätzend und konstruktiv die Gesundheitspolitik positiv zu gestalten.

Antwort 2

Die Ärztekammer muss ein kompetenter Ansprechpartner in allen ärztlichen, rechtlichen und wirtschaftlichen Angelegenheiten sein.

Die Primärversorgung erfolgt hauptsächlich über die hausärztliche und fachärztliche Versorgung. Über den europäischen Wiederaufbaufonds stehen zusätzliche finanzielle Mittel in Höhe von 100 Mio. Euro für den Ausbau der Primärversorgung in Österreich zur Verfügung.

Diese Mittel sollten besonders für die Stärkung der Hausärzte und Fachärzte Verwendung finden.

Dr. Martina Dinhobl

Dr. Martina Dinhobl

Die niederschwellige und wohnortnahe Gesundenversorgung stellt bei den niedergelassenen ÄrztInnen sowohl eine volkswirtschaftlich kostengünstige Versorgung dar als auch eine wesentliche Entlastung des intramuralen Bereichs sicher. Eine Attraktivierung der Kassenmedizin durch angemessene Honorierung, beispielsweise die Anhebung der Honorare für die MKP-Untersuchungen, Modernisierung des Leistungskataloges, Aufhebung der Deckelungen und Aufwertung der Gesprächsmedizin, ist nötig.

Weitere Informationen unter https://teammartinadinhobl.at/

Antwort 1

Weil es bisher eine enorme Gleichschaltung der Fraktionen innerhalb der Ärztekammer gab – und entsprechend auch kaum Kontrollfunktionen wahrgenommen wurden. Die MFG wird frischen Wind in die etwas angestaubte Kammer bringen! 

Dr. Horst Schuller

Dr. Horst Schuller

Antwort 2

Wir wollen eine Ärztekammer, die wieder die Interessen ALLER Mitglieder vertritt, ohne Hineinreden der Regierungspolitik. Eine Ärztekammer, welche die freie individuelle Impfentscheidung respektiert und die Ausgrenzung und Spaltung innerhalb der Ärzteschaft und in der Bevölkerung verhindert und die nur evidence based-Gesundheitsmaßnahmen empfiehlt. Daneben sind wir für einen freiwilligen Wohlfahrtsfonds unter Wahrung der erworbenen Rechte. Weiters stehen wir für Ausbildung ohne Bürokratie. Das erwarten wir auch von einem künftigen Kammerpräsidenten.

Mehr auf: https://aerzte-nicht-kammer.at/aerztekammerwahl-noe/ 

Ärztekammerwahl in Oberösterreich am 6. April 2022

Es gibt 3 Wahlvorschläge, wobei die Liste „Ärzte für Ärzte – O.Ö. Ärzteverband – Liste Hutgrabner“ 2017 nicht als eigene Liste angetreten ist, sondern gemeinsam mit "Pro Medico". 2017 gab es zwar ebenfalls 3 Wahlwerber, wovon die Liste 2, „Spitalsärzte Oberösterreich“, wieder kandidiert, die Liste 3 „AAA – Aktionsgemeinschaft Angestellter Ärzte“ jedoch nicht mehr. Die Liste des amtierenden Präsidenten Dr. Peter Niedermoser konnte 2017 ihre absolute Mehrheit auf 32 von 45 Mandaten (2012: 26) ausbauen.

2 Fragen an die wahlwerbenden Listen in Oberösterreich:

  1. Warum sollen die oberösterreichischen Ärzte Ihnen bzw. Ihrer Liste ihre Stimme geben?
  2. Was sind Ihre wichtigsten Ziele bei den Kammerwahlen in Oberösterreich, aber auch österreichweit im Hinblick auf den Ärztekammertag am 24. Juni 2022?
Antwort 1

Wegen der Vielfältigkeit des Teams. Wir haben aus fast allen Spitälern, aus vielen Bezirken und aus vielen Fachgruppen Kolleginnen und Kollegen, die sich engagieren. Gerade die Standespolitik braucht diese Vielfältigkeit an Personen und Ideen, um zu wirklich guten Lösungen zu kommen – und diese Vielfältigkeit haben wir.

Was wir in Zukunft fordern und uns wünschen, sind drei Punkte:

  1. Dass wir gemeinsam die Pandemie aufarbeiten, alle Player im Gesundheitswesen müssen sich ohne Vorwürfe überlegen: Was hat gut funktioniert, was hat schlecht funktioniert, wo kann man etwas kurz- und mittelfristig ändern?
  2. Wir brauchen bedarfsgerechte Kooperationsformen in jeglicher Art und Weise, weil die jungen Kolleginnen und Kollegen sich das wünschen – da werden wir sehr intensiv auf sie eingehen.
  3. Wir brauchen ein familienverträgliches Arbeitsumfeld.
Dr. Peter Niedermoser

Dr. Peter Niedermoser

Team und Programm auf www.pro-medico.at

Antwort 2

Für Oberösterreich ist es mein Ziel, dass ich weiterhin die Chance bekomme, mit der entsprechenden Mehrheit die Kolleginnen und Kollegen in Oberösterreich zu vertreten. Aus meiner Sicht ist das sehr wichtig. Wie man in anderen Bundesländern sieht, ist die Ärzteschaft in viele Listen aufgesplittert. Mir geht es einfach wirklich darum, dass wir in Oberösterreich schauen, gut arbeiten zu können und dazu bitte ich die Kolleginnen und Kollegen, dass mein Team und ich die entsprechende Mehrheit bekommen.

Österreichweit warte ich einmal die Wahl in Oberösterreich ab. Nachdem die Wahl geschlagen ist, werden wir schauen, wie sich Oberösterreich einbringen kann.

Antwort 1

Wir Spitalsärzte Oberösterreich sind schon über viele Jahre die Stimme der Spitalsärztinnen und Spitalsärzte in der Ärztekammer.

Ob Karrieremodelle, Ausbildung oder Gehaltsschema – wir sind und waren mit unserem Programm sehr nahe an der Arbeitsrealität der oberösterreichischen Ärzte – ohne parteipolitische Nähe.

Wir sind ausschließlich unseren WählerInnen in den Spitälern verpflichtet – bis jetzt als einzige Oppositionskraft in der Kammer.

Mit ausreichender Stärke wollen wir zukünftig auch politisch mehr mitgestalten und Themen wie zum Beispiel die Honorierung der arbeitsintensiven Samstage oder Rufbereitschaften positiv erledigen.

Dafür treten wir vom  peripheren Spital bis zur Universitätsklinik an. Mehr auf unserer Homepage.

Dr. Peter Adelsgruber

Dr. Peter Adelsgruber

Antwort 2

Unser Wahlziel ist die Stärkung unserer Fraktion, um unsere standespolitischen Ziele umzusetzen.

Wir sind bereit, die Kammer in Oberösterreich zu erneuern, auch jünger zu machen.

Es braucht nach innen und auch nach außen etwas frischeren Wind hier in OÖ – vor allem geht‘s auch um unsere Beiträge und Pensionen, wo wir für Transparenz und Generationengerechtigkeit stehen.

Bzgl. Kammertag werden wir uns hier in OÖ sehr genau ansehen, wer unsere VertreterInnen dort sein werden.

Antwort 1
  • Wer eine Standesvertretung will und keine Erfüllungsgehilfen der Politik, wählt ÄRZTE FÜR ÄRZTE!
  • Wer für Behandlungsfreiheit von Ärzten und Patienten ist, wählt ÄRZTE FÜR ÄRZTE!
  • Wer für vernünftige Gehälter in Spitäler ist und nicht wegen Sonderklassegebühren jammern will, wählt ÄRZTE FÜR ÄRZTE!

Wie unser Listenname „Ärzte für Ärzte“ impliziert, sehen wir es als erste Aufgabe der Ärztekammer, Standespolitik für Kolleginnen und Kollegen zu machen. Wir sind nicht der verlängerte Arm eines Gesundheitsministers oder sonstiger Politiker, wir sind Ärzte mit Verantwortung für die Patientinnen und Patienten sowie für die Gesellschaft an sich. Wir treten vehement für die Bedeutung des Arzt-Patienten-Verhältnisses und die Behandlungsfreiheit ein. Welche Behandlung ein Patient benötigt, kann nur die behandelnde Ärztin, der behandelnde Arzt entscheiden und nicht der Gesundheitsminister mittels Verordnung.

Dr. Silvester Hutgrabner

Dr. Silvester Hutgrabner

Wir drängen auf Verhandlung eines neuen Leistungskatalogs mit zeitgemäßer Honorierung für alle ärztlichen Leistungen und auf eine Reform des Dispensierrechtes. Hausapotheken sind notwendig und wichtig. Ärzte machen Hausbesuche, Apotheker nicht. Wir besuchen die alleinerziehende Mutter in der Nacht, wenn das Kind krank ist, um zu helfen und um ein Rezept auszustellen, dann muss diese Mutter aber vielleicht 50 Kilometer zur nächsten Nachtapotheke fahren! Solche Unzumutbarkeiten werden wir unbeirrbar aufzeigen und abstellen!  

Antwort 2
  • In Oberösterreich muss die Liste „Ärzte für Ärzte“ so stark werden, dass zukünftige Entscheidungen in der Ärztekammer ohne uns nicht möglich sind, das bedeutet, dass Peter Niedermoser die absolute Mehrheit verlieren muss.
  • Kein „Gold-Plating“ in Corona-Maßnahmen! Mehr Eigenverantwortung anstelle fragwürdiger politischer Verordnungen!
  • Mediziner müssen künftig in der Gesundheitspolitik die Richtung vorgeben, nicht umgekehrt!

Gerade der OÖ-Präsident Peter Niedermoser war einer der Konstrukteure der Koalition von ÖÄK-Präsident Thomas Szekeres und das war keine gute Zeit für uns Ärzte. Wir stärken die Ärzteschaft auf allen Ebenen. Wir bringen Behandlungsfreiheit, Meinungsfreiheit zurück in den Alltag. Wir tolerieren keine überschießenden Corona-Maßnahmen oder „Gold Plating“ innerhalb der Kollegenschaft. Allgemeine Covid-Regelungen für den Arbeitsplatz haben auch für Ärzte zu gelten.

Wir arbeiten für mehr Unabhängigkeit von Sonderklasseabrechnung in den Spitälern durch höhere Grundeinkommen besonders für junge Ärztinnen und Ärzte. Wir garantieren ein Ende der Macht-Ära Szekeres und seiner Unterstützer in den Bundesländern (Antwort vor Bekanntgabe der Siebener-Koalition von Vizepräsident Dr. Johannes Steinhart, die ihn am 3. Mai zum Wiener Ärztekammer-Präsidenten wählen soll, Anm. d. Red.). Wir bringen die Kollegenschaft zurück zu Normalität und Standesbewusstsein. Wir beenden das Buckeln vor der Bundesregierung.

Mehr auf https://aevbooe.at/aerzteverband-oberoesterreich/

Bisher erschienen:

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