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Schmerzwochen der ÖSG

Österreichische Schmerzgesellschaft fordert Rechtsanspruch auf ärztliche Zweitmeinung

Schnappschuss von zwei Ärzten, die sich gemeinsam ein Röntgenbild ansehen

Mehr Patientensicherheit, weniger medizinische Fehleinschätzungen oder unnötige Eingriffe: Im Zweifelsfall wäre eine zweite ärztliche Meinung oft ein Gewinn und kann Geld und Ressourcen sparen. Doch noch gibt es keinen gesetzlichen Anspruch auf eine Zweitmeinung in Österreich. Die Österreichische Schmerzgesellschaft (ÖSG) möchte dies gerne ändern.

Besteht Unklarheit in Bezug auf eine Diagnose oder soll die Einschätzung des behandelnden Arztes zur Sicherheit noch einmal bestätigt werden, können Patienten bei der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) einen Antrag auf Zweitmeinung stellen und argumentieren, warum sie diese für notwendig erachten. Anders als etwa in Deutschland, haben sie aber keinen Rechtsanspruch darauf. Wird der Antrag abgelehnt, müssen die Patienten die ärztliche Leistung aus eigener Tasche bezahlen. „Die Österreichische Schmerzgesellschaft möchte das ändern – wie viele andere medizinische Fachgesellschaften auch. Wenn sich Patienten hinsichtlich Diagnose oder Therapieempfehlung nicht sicher sind, sollten sie das Recht auf eine Zweitmeinung haben“, sagt OÄ Dr. Waltraud Stromer, Präsidentin der Österreichischen Schmerzgesellschaft (ÖSG), anlässlich der 21. Österreichischen Schmerzwochen der ÖSG. „Vier Augen sehen aber mehr als zwei. Bei Unklarheiten eine zweite Meinung einzuholen, ist durchaus auch im Interesse der behandelnden Ärzte und kein Zeichen von Inkompetenz oder Unsicherheit. In bestimmten Fällen empfehlen gute Ärzte von sich aus eine Zweitmeinung“, sagt Stromer. Die ÖSG-Präsidentin ist überzeugt, dass eine zweite Meinung von den Patienten geschätzt wird, weil sie das Sicherheitsgefühl erhöht, die bestmögliche Behandlung zu bekommen.

Zweitmeinung hat Einsparpotenzial

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