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ÖSG-Kongress

Wie die neurochirurgische minimal-invasive Dekompression die Trigeminusneuralgie & Gesichtslähmung kuriert

Abgeschnittene Aufnahme eines älteren Mannes, der an Migräne leidet

Die Patienten trauen sich oft nicht mehr kauen, schlucken oder lachen – wie ein Blitz sticht der Schmerz ins Gesicht oder der Mundwinkel zuckt unkontrolliert. Die Rede ist von der Trigeminusneuralgie und dem Hemispasmus facialis. Steckt ein Gefäß-Nerv-Konflikt dahinter, kann die minimal-invasive neurochirurgische Dekompression Abhilfe schaffen, berichtet Neurochirurgin Dr. Bita Pakrah-Bodingbauer vom Wiener Gesundheitsverbund – Klinik Landstraße auf dem diesjährigen Kongress der Österreichischen Schmerzgesellschaft (ÖSG) in Villach. Als Isolierschicht wird Teflon oder Goretex verwendet. Es handle sich um eine sichere und effiziente Methode bei genauer Indikationsstellung, wie zwei Kasuistiken zeigen.

Durch den pathologischen Nahebezug der Arteria inferior cerebelli anterior (AICA) zu den Nerven und durch die Pulsation der Arterie komme es zu einer Schädigung der Isolierschicht der Nerven, leitet Dr. Bita Pakrah-Bodingbauer, Neurochirurgische Abteilung, Klinik Landstraße, Wien, ihren Highlight-Vortrag zur Trigeminusneuralgie (TGN) und des Hemispasmus facialis (HSF) ein: „Diese besondere Schicht liegt genau an der Eintrittszone vom N. trigeminus und N. facialis in den Pons.“ Die Myelinscheide der Schwannschen Zellen verschwinde und die zentrale Myelinschicht mit den Oligodendro-Gliazellen übernimmt, „genau dort ist die Schwachstelle“.

„Durch die Gefäßpulsation kommt es zu einer mechanischen Alteration und segmentalen Demyelinisierung, die Transportmembran ist gestört, die Natriumkonzentration im Axon ist sehr hoch und das führt zu Schmerzen“, umreißt Pakrah-Bodingbauer die Pathophysiologie mit Verweis auf weiterführende Literatur zu TGN1,2 und zu HSF3,4.

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