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Atopische Dermatitis II

Guter Erfolg mit Verhaltenstherapie bei atopischer Dermatitis

Vektorillustration in der flachen einfachen Art – psychologischer Online-Hilfe- und Unterstützungsdienst – Psychologin und ihr Patient mit Videoanruf mit moderner Technologie-App

Die Behandlung einer atopischen Dermatitis fokussiert sich in der Regel auf die Linderung der körperlichen Beschwerden. Die Krankheit ist aber auch Kopfsache. Eine ergänzende psychologische Therapie kann wesentliche Erfolge erzielen – sogar, wenn sie ausschließlich online durchgeführt wird, so die Ergebnisse einer Studie schwedischer Wissenschaftler vom Karolinska Institut in Stockholm.

Voraussetzung für die Aufnahme in den randomisierten klinischen Versuch waren Symptome von mindestens mittlerer Stärke sowie ein Alter zwischen 18 und 60 Jahren. Die Hälfte der 102 Patienten nahm für zwölf Wochen über ein Onlineportal an einer kognitiven Verhaltenstherapie in Modulform teil. Jedes der zehn Module endete mit Arbeitsanweisungen, ähnlich einer Hausaufgabe (z.B. Kratztagebuch führen oder Achtsamkeitstraining). Zusätzlich wurde Informationsmaterial mit Pflegehinweisen zum Selbststudium zur Verfügung gestellt, das bei der Weiterführung der Basistherapie unterstützen sollte.

Der Arzt-Patienten-Kontakt mit den Psychologen erfolgte ausschließlich über Textnachrichten. Die andere Hälfte der Teilnehmer erhielt als Kontrollgruppe lediglich das schriftliche Informationsmaterial. Ausgewertet wurden die Umfrageergebnisse über den Patient-Oriented-Eczema-Measure-Score.

Ergebnisse

Durch die Therapie verbesserten sich die Symptome der Patienten deutlich, mit einem mittleren bis großen Unterschied zur Kontrollgruppe. Die Intensität von Juckreiz und Stress sowie Schlafprobleme und Depressionen gingen signifikant zurück. Der Therapieerfolg war auch bei der Nachkontrolle ein Jahr später noch messbar, die Zufriedenheit der Teilnehmer hoch. Im Schnitt verbrachte ein Arzt rund 40 Minuten mit einem Patienten. Es wurde eine wesentliche Verringerung der Symptome bei gleichzeitig minimalem Ressourcenbedarf erreicht, so das Fazit der Wissenschaftler. Dies könnte viel mehr Patienten den Zugang zu effektiver psychologischer Behandlung ermöglichen.

Hedman-Lagerlöf E et al., JAMA Dermatology 2021; doi:10.1001/jamadermatol.2021.1450

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