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Recht in der Praxis

Höchstes Schmerzengeld: 320.000 Euro

In einer aktuellen Entscheidung hat der OGH für einen 60-jährigen Mann das bislang höchste in Österreich zugesprochene Schmerzengeld in Höhe von 320.000 Euro festgesetzt.

Der Betroffene erlitt unfallbedingt eine Querschnittsschädigung im Bereich der Halswirbelsäule, die zu einer völligen Unterbrechung der Leitfähigkeit des Rückenmarks mit totaler Funktionslosigkeit unterhalb des Querschnitts und Bewegungsunfähigkeit aller vier Extremitäten, einer Blasen- und Mastdarmfunktionsstörung mit Katheterisierung und einer weit­gehenden Lähmung der Atemmuskulatur mit deutlich erschwerter Atmung (ohne dauernde Notwendigkeit einer assistierten Beatmung) führte. Aufgrund der massiv beeinträchtigten Thermoregulation besteht eine extreme Thromboembolie-Gefährdung sowie die Gefahr der Überhitzung bei warmen Außentemperaturen mit Fieber bis zu 40 Grad Celsius. Das Unfallopfer leidet zudem immer wieder an Schmerzen im Nackenbereich und an Spasmen. Er war vor dem Unfall sehr sportlich und aktiv, mindestens dreimal die Woche mit dem Mountainbike unterwegs, ging im Winter Skitouren, fuhr Ski und spielte einmal pro Woche Fußball und Tischtennis. Alle sportlichen Aktivitäten sind aufgrund der Querschnittslähmung ausgeschlossen. Der Betroffene kann sich bis ans Ende seines Lebens nur mit dem Rollstuhl – und das nur eingeschränkt – fortbewegen.

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