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Jahrestagung der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft (ÖKG)

Jeder Schritt ist ein guter Schritt

Kaukasische junge Frau, die barfuß im Sand geht, Nahaufnahme.

Während der COVID-19-Pandemie ist vielfach auch die körperliche Aktivität zu kurz gekommen. Nun wird es Zeit, nicht nur die Kinosäle wieder zu öffnen, sondern auch daran zu erinnern, wie wichtig Bewegung für unsere Gesundheit ist.

Fitness zahlt sich aus: Die aerobe Kapazität ist ein unabhängiger Prognosefaktor für Menschen mit und ohne kardiovaskuläre Erkrankungen und sagt Mortalität besser vorher als alle anderen bekannten Risikofaktoren. In zahlreichen Studien konnte gezeigt werden, dass eine bessere Leistungsfähigkeit mit einem Überlebensvorteil assoziiert ist, der pro MET zwischen acht und 35 Prozent liegt. Das metabolische Äquivalent MET ist das Verhältnis des Arbeitsumsatzes zum Ruheumsatz, vergleicht also den Energieverbrauch eines Menschen bei verschiedenen Aktivitäten. Welche Gesundheitseffekte durch körperliche Aktivität erzielt werden können, hängt auch davon ab, wie fit wir sind. „Ob Fitness in diesem Zusammenhang eher als Mediator fungiert oder die gesundheitlichen Auswirkungen von körperlicher Betätigung modifiziert, ist derzeit noch Gegenstand der Forschung“, erklärt Assoc. Prof. Dr. Andrea Podolsky, Leiterin des Instituts für Präventiv- und angewandte Sportmedizin, Universitätsklinikum Krems an der Donau.

24 Minuten Bewegung am Tag

Wie sich körperliche Aktivität auf die Gesamtsterblichkeit auswirkt, zeigen eindrucksvoll gepoolte Daten aus sechs Studien mit mehr als 600.000 Teilnehmern: Mit steigender Aktivität fällt die Kurve erst steil ab, um dann allmählich abzuflachen. Am steilsten ist der Abfall zwischen keiner körperlichen Aktivität und der Untergrenze der derzeitigen Bewegungsempfehlungen. „Es gibt also keine Untergrenze für den Benefit körperlicher Aktivität“, betont die Sportmedizinerin. „Jeder Schritt ist ein guter Schritt!“ Personen mit dem höchsten Aktivitätslevel lebten im Schnitt um 4,5 Jahre länger. Wie sehr bei der Umsetzung der Bewegungsempfehlungen noch Luft nach oben ist, zeigen österreichische Daten: Hierzulande bewegen sich nur 17 Prozent der Kinder, 47 Prozent der Erwachsenen zwischen 18 und 64 Jahren und 24 Prozent der älteren Menschen so viel, wie empfohlen wird (mindestens 150 Minuten pro Woche).

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