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ASCO Annual Meeting

EGFR+ NSCLC mit Osimertinib-Resistenz: Wirksamkeit und Ansprechen von Amivantamab + Lazertinib

Amivantamab, ein EGFR-MET bispezifischer Antikörper, und Lazertinib, ein Tyrosinkinase-Inhibitor der 3. Generation, haben kombiniert sowohl bei therapienaiven als auch bei Osimertinib-rezidivierten Patienten mit EGFR+ nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) Wirksamkeit gezeigt (1). Auf dem ASCO wurden aktuelle Ergebnisse der Kombination bei Osimetinib-rezidivierten Patienten sowie mögliche Biomarker für das Ansprechen präsentiert (2). NSCLC-Patienten mit EGFR-Exon 19-Deletion oder L858R-Mutation, die unter Osimetinib ohne intervenirende Chemotherapie fortgeschritten waren, wurden in die Kombinationskohorte der laufenden CHRYSALIS-Studie (NCT02609776) aufgenommen. Mit prospektiv gesammelten Tumorbiopsien und ctDNA vor der Behandlung erhielten die Patienten die Kombinationsdosis von 1.050/1.400 mg Amivantamab + 240 mg Lazertinib, um die Sicherheit und Wirksamkeit in der Osimetinib-rezidivierten Population zu beurteilen. Das Ansprechen wurde vom Prüfarzt nach RECIST v1.1 beurteilt. Osimertinib-Resistenzmutationen oder Amplifikationen in EGFR/MET, die durch Next-Generation-Sequencing (NGS) entweder in der ctDNA oder in der Tumorbiopsie identifiziert wurden (Biomarker-positiv), wurden zur Anreicherung des Ansprechens bewertet. Die immunhistochemische (IHC) Färbung für EGFR- und MET-Expression wurde ebenfalls als potenzieller Biomarker für das Ansprechen untersucht.

Von den 45 Osimertinib-Rezidiv-Patienten hatten 36 Prozent (95%-KI: 22-51) ein bestätigtes Ansprechen (ein komplettes Ansprechen und 15 partielle Ansprechen, PR). Bei einer medianen Nachbeobachtungszeit von 8,2 Monaten blieben 20/45 Patienten (44%) in Behandlung. Bei 11/16 Patienten (69%), die weiterhin ansprechen (2,6–9,6+ Monate), wurde die mediane Dauer des Ansprechens nicht erreicht (NR). Das mediane progressionsfreie Überleben (mPFS) betrug 4,9 Monate (95% KI:3,7–8,3). Insgesamt waren 44/45 Patienten mittels ctDNA und 29/45 durch Tumor-NGS auswertbar. Die genetische Untersuchung identifizierte 17 Biomarker-positive-Patienten, von denen 8 (47%) ansprachen. Von den restlichen 28 Patienten sprachen acht (29%) an. Von diesen 28 Patienten hatten 18 unbekannte Mechanismen der Osimertinib-Resistenz (8 PR) und bei zehn wurden Nicht-EGFR/MET-Resistenzmechanismen identifiziert (keiner sprach an). Das mPFS für die Biomarker-positiven und die übrigen Patienten betrug 6,7 Monate (3,4–NR) bzw. 4,1 Monate (1,4–9,5). Für 20 Patienten stand ausreichend Gewebe zur Verfügung, um IHC-Tests auf EGFR und MET durchzuführen – 9/10 (90%) Patienten mit hohem IHC-Wert (kombinierter EGFR+MET H-Score >400) sprachen auf die Behandlung an, während 1/10 Patienten mit niedrigem IHC-Wert auf die Behandlung ansprachen.

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