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Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom

Highlights von der ASCO-Jahresversammlung 2021

Lungenkrebs. Lungenerkrankung. 3D-Darstellung

Die Immuntherapie und die zielgerichtete Therapie sind zwei Strategien, die in den letzten Jahren die meisten Erfolge bei vielen Tumorentitäten feiern konnten. Dies bewahrheitete sich beim diesjährigen ASCO auch für das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom (NSCLC). Für die adjuvante Situation konnten erste Daten für einen Erhaltungstherapie mit Atezolizumab präsentiert werden und im metastasierten Setting profitierten Patienten mit KRASG12C-Punktmutationen von Sotorasib.

Die zusätzliche adjuvante Gabe von Atezolizumab nach kompletter Resektion und adjuvanter Chemotherapie führte in der IMpower010-Studie zu einem signifikant verlängerten krankheitsfreien Überleben bei Patienten mit PD-L1-Expression ≥1% im Vergleich zur besten supportiven Behandlung (BSC).1 1.280 Patienten erhielten nach kompletter Resektion Cisplatin plus Pemetrexed, Gemcitabin, Docetaxel oder Vinorelbin über eine Dauer von 1-4 Zyklen. 1.005 Patienten wurden anschließend zur Therapie mit Atezolizumab (1.200 mg, q21d) über 16 Zyklen oder BSC randomisiert. Als primärer Endpunkt wurde das krankheitsfreie Überleben (DFS) in hierarchischer Reihenfolge innerhalb der PD-L1 ≥1% Stadium II-IIIA-Population (n=476), der gesamten Stadium II-IIIA-Population (n=882) und der ITT-Population (n=1.005), also die Stadien IB-IIIA, untersucht.

Bezüglich des primären Endpunkts in der PD-L1-positiven Population wurde eine signifikante Überlegenheit der Atezolizumab-Therapie festgestellt. Das mediane DFS betrug 35,3 Monate unter BSC und war mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 32,8 Monaten im Atezolizumab-Arm noch nicht erreicht (HR=0,66; 95% CI 0,50-0,88; p=0,004). Nach 24 Monaten waren 74,6 versus 61,0%, nach 36 Monaten 60,0 versus 48,2% der Patienten krankheitsfrei. Die daraufhin durchgeführte Analyse der Stadium II-IIIA-Population zeigte ebenfalls einen statistisch signifikanten Unterschied zwischen den Studienarmen (HR=0,79; 95% CI 0,64-0,96; p=0,02), mit einem medianen DFS von 42,3 versus 35,3 Monaten. In einer Subgruppenanalyse wurde bei dieser Studienpopulation ein deutlicher Vorteil der Atezolizumab-Therapie bei Patienten mit hoher PD-L1-Expression (≥50%) (HR=0,43; 95% CI 0,27-0,68) und kein Vorteil bei Patienten mit einer PD-L1-Expression <1% (HR=0,97; 95% CI 0,72-1,31) identifiziert. Innerhalb der ITT-Population wurde bei dieser Zwischenanalyse die Signifikanzgrenze noch nicht erreicht (HR=0,81; 95% CI 0,67-0,99; p=0,04).

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