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Nicht einfach wegbrutzeln

Laser- und Radiofrequenzablation von Hämorrhoiden

Querschnitt durch innere Hämorrhoiden. Entzündete Gefäßstruktur. 3D-Darstellung

Es gibt verschiedene Verfahren, ein Hämorrhoidalleiden zu behandeln. Seit einiger Zeit werden auch Laser- und Radiofrequenzmethoden eingesetzt. Die Evidenz dafür ist allerdings noch immer dürftig.

In der Behandlung von Hämorrhoiden kann der Laser auf vielfältige Weise eingesetzt werden:

  • zur oberflächlichen Koagulation
  • zur Hämorrhoidektomie
  • zur submukösen Hämorrhoidoplastie
  • zur HeLP™ (zuführende Hämorrhoidalarterien werden mittels Doppler aufgesucht und dann gezielt mit dem Laser koaguliert)

Aufgrund der derzeitigen Evidenzlage werden die verschiedenen Laserverfahren aber immer noch nicht zur Behandlung des Hämorrhoidalleidens empfohlen, berichtete Prof. Dr. Alexander Herold vom Deutschen End- und Dickdarm-Zentrum Mannheim. Im Prinzip zeigen sich bei allen Verfahren gute Erfolgsraten und man könne kaum differenzieren, welche Technik besser sei.

Laser sicher, aber weniger effektiv als Exzision

Allerdings war bei symptomatischen Patienten mit Hämorrhoiden der Grade 2 und 3 eine Laser-Hämorrhoidoplastie (LHP) zwar sicher, aber weniger effektiv als eine Exzisions-Hämorrhoidektomie (EH), bei der nach einem Jahr kein Rezidiv aufgetreten war (LHP 10 %) und eine höhere Symptomfreiheit erreicht wurde.1 Die Ergebnisse auf lange Sicht halten oft nicht, was die Kurzzeitergebnisse versprechen, so Prof. Herold. In einer Studie waren die Beschwerden 30 Tage nach einer Laser-Hämorrhoidoplastie bei 80% der Patienten, nach 60 Tagen sogar bei 92% verbessert.2 Immerhin war es aber bei 12% zu kleineren und bei 6% auch zu schwereren Komplikationen gekommen.Nach 60 Monaten gaben noch 64% eine Beschwerdebesserung an, 36% hatten aber ein Rezidiv, das bei 20% bereits eine erneute Intervention nach sich gezogen hatte. „Die Evidenz hat bei den Laser-Verfahren noch Luft nach oben“, kommentierte Prof. Herold.

Das gilt auch für die Radiofrequenzablation nach Rafaelo. Bislang gibt es nur drei Publikationen mit unterschiedlicher Energieintensität, Nachbeobachtungszeit und Behandlungsstrategie.3–5 So wurde die Technik teilweise nur an einem Knoten angewendet. „Das ist nicht mit einer Operation oder der Gummibandligatur zu vergleichen“, betonte Prof. Herold. Die Patientenzahlen sind überschaubar. Die größte Erfahrung haben vermutlich die Kollegen in Köln, die vor Publikation bereits 102 Patienten mit drittgradigem Hämorrhoidalleiden behandelt hatten, davon 60 auch an zwei Hämorrhoiden. Die Hauptbeschwerden – Juckreiz Schmerzen, Blutungen und Nässen – besserten sich deutlich. Es kam bei 2% der Patienten zu schwerwiegenden Komplikationen (eine Blutung und eine chronische Wundheilungsstörung) und bei 14% zu leichten Komplikationen. Die Beobachtungszeit beträgt aber bislang nur sechs Monate. Deshalb wurde von den Autoren der S3-Leitlinie für diese Technik bislang keine Empfehlung ausgesprochen.

Was histologisch im Detail bei Laser- und Radiofrequenztherapie genau passiert, ist im Übrigen noch völlig unklar. „Wir zerstören Gewebe und hoffen, dass wir nicht über das Ziel hinausschießen“, brachte es Prof. Herold auf den Punkt.

Referenzen:
  1. Poskus T et al. Int J Colorectal Dis 2020; 35: 481–490
  2. Faes S et al. Colorectal Dis 2019; 21: 689–696
  3. Eddama M et al. Tech Coloproctol 2019; 23: 769–774
  4. Schäfer H et al. Coloproctology 2018; 40: 204–210
  5. Didelot J, Didelot R. Int J Colorectal Dis 2021; 36: 601–604

47. Deutscher Koloproktologen-Kongress

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