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Medizin und ich von A bis Z

Ganz schön „serotoninbefreit“

Geschäftsmann trägt eine Papiertüte mit einem traurigen Gesicht Die Wirtschaft hat sein Geschäft nach unten gedrückt.

Meine Freundin B., ihres Zeichens Psychiaterin, fragt mich am Telefon, wie es mir denn so geht. Zuerst will ich das übliche „Alles paletti, alles bestens“ absondern. Aus irgendeinem Grund rutscht mir dann aber eine Antwort mit höherem Wahrheitsgehalt raus. B. hört sich das an und meint: „Mensch, du bist ja ganz schön serotoninbefreit!“ Jetzt muss ich lachen. ICD10-Diagnosen hat sie sich verkniffen. Und „ganz schön serotoninbefreit“ klingt einfach lieb.

Nichtsdestotrotz besteht sie darauf, dass ich mich ehestmöglich für ein paar Tage ausklinke. Sie stattet mich aus mit Melatonin sowie Johanniskraut, Baldrian, Lavendel und noch ein paar anderen Dingen, die Mutter Natur für unsere Seelen wachsen lässt und irgendeine Firma in Kapseln presst. Damit bewaffnet und mit ein paar Donna-Leon-Krimis, Erich Fromm „Über die Liebe zum Leben“ und Dantes „Göttlicher Komödie“ ziehe ich mich auf den Berg zurück.

Gelesen habe ich bis heute nichts davon. Gleich nach der Ankunft belagern mich unsere Ex-Streuner-, jetzt Kuschelkatzen. Als die letzte fertig gestreichelt, gefüttert und gebürstet ist, ist es dunkel. Ich werfe mir die „Schlafgoodies“ ein und sei es, weil Katzenschnurren beruhigt, oder sei es wegen der Pillen: Ich kann mich ausnahmsweise nicht live davon überzeugen, dass auch nachts eine Stunde 60 Minuten und diese 60 Sekunden hat.

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