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EASD 2020

Gestationsdiabetes: Langzeitfolgen für Mutter und Kind

Erhöhte Blutzuckerspiegel in der Schwangerschaft stellen nicht nur prä- und perinatal ein Risiko für Mutter und Kind dar, sondern auch weit darüber hinaus, wie die HAPO- und die HAPO-Follow-up-Studien deutlich zeigen. Einheitliche Diagnosekriterien für Gestationsdiabetes gibt es bisher nicht, aber für die IADPSG-Kriterien spricht, dass mehr Hochrisikoschwangerschaften identifiziert werden.

„Hyperglykämie stellt eines der häufigsten Symptome der Mutter während der Schwangerschaft dar – jede sechste Lebendgeburt ist davon betroffen“, berichtet PD Dr. Emilia Huvinen, Department of Obstetrics and Gynaecology, University of Helsinki und Helsinki University Hospital, Finnland. Hyperglykämie tritt sowohl im Rahmen eines Diabetes mellitus Typ 1 oder Typ 2 (16%) auf als auch bei Gestationsdiabetes (GDM, 84%). Während der Schwangerschaft hat Hyperglykämie zahlreiche Effekte auf die Gesundheit der Kinder. Beispielsweise sind hohe Glukosespiegel in der Frühschwangerschaft (bis 10. Woche) mit einer höheren Rate an Missbildungen assoziiert. In späteren Schwangerschaftsphasen verursacht Hyperglykämie häufig eine übermäßige Größenzunahme des Fötus (Makrosomie) und erhöht die perinatale Mortalität und Frühgeburtlichkeit. Die Auswirkungen von erhöhten Glukosespiegeln in der Schwangerschaft beschränken sich jedoch nicht nur auf die Entwicklung des Fötus im Mutterleib, sondern beeinflussen die Entwicklung der Kinder auch nach der Geburt und weit darüber hinaus. „Makrosomie ist mit zahlreichen anderen ungünstigen Auswirkungen vergesellschaftet, deshalb ist Prävention hier sehr wichtig. Adipositas ist ein wichtiger Risikofaktor für GDM und DM2, daher sollte ein gesunder Lebensstil gefördert und die Frauen vor, während und nach der Schwangerschaft darin unterstützt werden. Eine wirksame Therapie des GMD verbessert zudem die Situation für Mutter und Kind“, so Huvinen.

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