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ESMO 2020: Rezidive verhindern mit Abemaciclib

Hormon-Rezeptor-positives, HER2-negatives Mammakarzinom

Brustkrebs-Seitenansicht

Viele Patientinnen mit frühem hormonrezeptor-positivem, HER2-negativem Brustkrebs können mit heutigen Standardmethoden wie Operation, Bestrahlung, Chemotherapie und adjuvanter endokriner Therapie geheilt werden. Bei rund 20 Prozent liegt eine Hoch-Risiko-Konstellation vor, die mit einem erhöhtem Rezidivrisiko innerhalb der ersten zehn Therapiejahre einhergeht.

Die randomisierte offene Phase-III-Studie MONARCHe (NCT03155997) untersuchte die Zugabe des CDK4/6-Inhibitors Abemaciclib für maximal zwei Jahre zur 5–10-jährigen zur adjuvanten Therapie mit einem Aromatasehemmer (Anastrozol oder Letrozol) vs. endokriner Therapie allein. Eingeschlossen waren 5.637 Frauen und Männer, die aufgrund des axillären Lymphknotenbefalls (≥4 positive Lymphknoten) oder ein bis drei befallene Lymphknoten plus entweder Tumorgrad 3 oder Proliferationsindex Ki67 ≥20% oder Tumorgröße ≥5cm in die Hochrisikokategorie fielen. Die Randomisierung erfolgte nach Abschluss der Primärtherapie mit oder ohne (neo)adjuvanter Chemotherapie.

Das Invasive Disease-Free Survival (IDFS) war im Abemaciclib-Arm mit einer Hazard Ratio von 0,747 signifikant verbessert (zweiseitiger p-Wert 0,0096), entsprechend einer Reduktion des Rezidivrisikos innerhalb der ersten beiden Jahre um 25,3 Prozent. In diesem Zeitraum erlitten 11,3 Prozent im Kontrollarm ein Rezidiv, aber nur 7,8 Prozent im Abemaciclib-Arm. Die meisten Reduktionen waren bei entfernten Metastasen zu beobachten, speziell für Knochen- und Lebermetastasen (HR 0,717, entsprechend einer Risikoreduktion um 28,3%). Die Studie bedeutet einen Meilenstein, denn Abemaciclib ist der erste CDK4/6-Inhibitor, der im adjuvanten Setting einen Vorteil zeigte.

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