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Ösophagogastrisches Adenokarzinom: Finale Ergebnisse der PETRARCA-Studie

Die perioperative Zugabe von Trastuzumab und Pertuzumab zum FLOT-Regime verbesserte die pathologisch komplette Ansprechrate bei HER2-positiven Patienten mit resektablen ösophagogastrischem Adenokarzinom signifikant, wobei die Rate an Diarrhoen und Leukopänien erhöht war.

In der Behandlung des lokal fortgeschrittenen HER2-positiven Mammakarzinoms ist die doppelte HER2-Rezeptor-gerichtete Therapie mit Trastuzumab (T) und Pertuzumab (P) der neoadjuvante Standard. Die perioperative Therapie mit zusätzlich Trastuzumab und Pertuzumab zum FLOT-Regime (5-FU, Leucovorin, Oxaliplatin, Docetaxel) wurde in der AIO-Studie PETRARCA auch bei HER2-positiven Patienten mit resektablen ösophagogastrischem Adenokarzinom untersucht.1 In der randomisierten Phase-II/III-Studie erhielten Patienten vier Zyklen der Studienmedikation sowohl vor als auch nach Resektion. Primärer Endpunkt war die pathologisch komplette Ansprechrate (pCR). Die Studie wurde während des Phase-II-Teils bei Bekanntgabe der Ergebnisse der JACOB-Studie frühzeitig geschlossen.
Es wurden 81 Patienten im Alter von median 60–61 Jahren in der PETRARCA-Studie eingeschlossen. 93 % im FLOT-Arm versus 90 % im FLOT+T+P-Arm komplettierten die vorgesehene neoadjuvante Therapie. 63 % versus 62 % der Patienten begannen die adjuvante Therapie, die in 56 % versus 43 % der Fälle komplettiert wurde. Bei 32 % der Patienten im FLOT-Arm versus 63 % im FLOT+T+P-Arm wurde die Dosis aufgrund von Nebenwirkungen modifiziert. Nebenwirkungen Grad 3–4 traten bei 75 % versus 85 % der Patienten auf, klinisch relevante Nebenwirkungen bei 58 % versus 67 % der Patienten.
98 % der Patienten beider Studienarme erhielten eine Tumorresektion, 90 % versus 93 % konnten R0-reseziert werden. Bezüglich der Komplikationsrate (43% vs. 44%) sowie der Mortalität im Krankenhaus (je 1 Patient), innerhalb von 30 Tagen (je 0) oder innerhalb von 60 Tagen (je 1 Patient) wurden keine Unterschiede festgestellt. Ein pathologisches Ansprechen zeigten 12 % versus 35 % der Patienten, womit eine signifikante Überlegenheit von FLOT+T+P gegenüber dem FLOT-Regime erreicht wurde (p=0,02). Mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 22 Monaten wurde das mediane krankheitsfreie Überleben (DFS) unter FLOT auf 26 Monate extrapoliert, das mediane DFS war unter FLOT+T+P nicht erreicht (HR=0,58; 95% CI 0,28-1,14; p=0,14). Für das Gesamtüberleben (OS) wurde ein um 44 % reduziertes Risiko – ohne Nachweise der statistischen Signifikanz – ermittelt (HR=0,56; 95% CI 0,21-1,47; p=0,24).

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