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Neue Therapiekombinationen für Tumoren des Zentralnervensystems

Bei der Therapie von Tumoren des Zentralnervensystems wurden beim ASCO-Kongress 2020 nur wenige neue Substanzen präsentiert, dafür aber neue Therapiekombinationen. Mehrere Untersuchungen versuchten, die Entstehung intrakranieller Tumoren zu verstehen und die klinische Auswirkung mancher Arzneimitteltherapien in Bezug auf das Krankheitsrezidiv zu evaluieren.

Neu diagnostiziertes primäres Lymphom des Zentralnervensystems (PCNSL)

Phase-III-Studie JCOG1114C
Eine offene, randomisierte Studie1 (jRCTs031180207) untersuchte die gleichzeitige und adjuvante Zugabe von Temozolomide (TMZ) Chemotherapie zur Standardbehandlung aus hochdosiertem Methotrexate (HD-MTX) und Ganzhirn-Strahlentherapie (WBRT) bei PCNSL-Patienten. Insgesamt wurden 134 HD-MTX-vorbehandelte PCNSL-Patienten 1:1 randomisiert, um entweder WBRT oder WBRT + TMZ, gefolgt von einer adjuvanten TMZ-Therapie für eine Dauer von maximal zwei Jahren oder bis Tumorprogression zu erhalten. Bei der geplanten Interimsanalyse war die Zwei-Jahres-Gesamtüberlebensrate im Experimentalarm höher als im Kontrollarm (OS-Rate: 86,8 vs 71,4%; HR= 2,18; 95% KI: 0,95-4,98; p=0,013); die progressionsfreie Überlebensrate nach zwei Jahren lag bei 60,6 vs 49,9% (HR=1,54; 95% KI: 0,88-2,70). Das häufigste unerwünschte Grad ≥3 Ereignis waren Lymphopenien (30,0 vs 11,5%). Da diese Studie keinen Vorteil von TMZ plus WBRT und anschließender adjuvanter TMZ-Therapie bei dieser Patientenpopulation zeigte, wurde sie frühzeitig abgebrochen.

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